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Usedom Integration beginnt auf dem Eis
Vorpommern Usedom Integration beginnt auf dem Eis
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00:26 14.12.2015
Mohamed Koko (20) hilft auf der Heringsdorfer Eisbahn aus und lenkt die Eismaschine über die Fläche. Quelle: Fotos: Hannes Ewert
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Heringsdorf

Wenn der Untergrund abstumpft, ist die Hilfe von Mohamed Koko gefragt. Der 20-jährige Syrer lenkt die mehr als sechs Tonnen schwere Eismaschine über die 2000 Quadratmeter große Eisbahn in Heringsdorf. Vor ein paar Monaten hätte der junge Mann sich wahrscheinlich nicht träumen lassen, dass er mal auf so einem Gefährt sitzt. Mohamed ist Flüchtling und wohnt seit etwa zwei Monaten auf Usedom. Am Sonnabend lud der Kreissportbund Vorpommern-Greifswald und der regionale Präventionsrat Insel Usedom Schüler der Insel und Flüchtlinge aus Wolgast sowie Heringsdorf auf die Eisbahn ein. Das Ziel: Ein gemeinsames Kennenlernen und womöglich Vorurteile und Intoleranzen abbauen.

„In meiner Heimat habe ich oft Eishockey gesehen, aber auf den Kufen stand ich dort nicht“, sagt Mohamed, der eigentlich in Aleppo groß geworden ist. Seit seiner Ankunft auf der Insel lernt der Student die deutsche Sprache. „Ich bringe mir sehr viel über das Videoportal Youtube bei. Da gibt es Deutsch-Unterricht mit einem arabischen Lehrer“, erklärt er. Eigentlich studierte Mohamed in Aleppo, der umkämpften Stadt im Norden Syriens. „Ich will Architekt werden“, sagt er. In der Unterkunft hält er sein Wissen auf einem Computer auf dem Laufenden. „Ich habe viele Ideen gesammelt, wie man die Unterkunft verändern kann. Wir nennen sie bisher nur das ‘blaue Haus‘“, erklärt er.

Insgesamt halfen 15 syrische Flüchtlinge beim Aufbau der Eisbahn mit. „Wir benötigen beim Aufbau jede freie Hand. Und wenn die Flüchtlinge hier sind, dann kann man durch diese Art der Hilfe auch die Integration fördern“, erklärt Ronald Richter, Vorsitzender des Roll- und Eissportvereines Insel Usedom.

Die Amtsvorsteher Karl-Heinz Schröder (Süd) und Christian Höhn (Nord) brachten zusammen mit Detlef Kern vom Inselpräventionsrat den Nachmittag ins Leben. „Heute ist ein guter Tag, damit sich beide Seiten besser kennenlernen. Flüchtlinge und Kinder der Insel“, sagt Detlef Kern. Südvorsteher Schröder betonte, dass sie durch diese Art der sportlichen Betätigung ihre neue Heimat besser kennenlernen sollen.

Rund 100 Kinder, die übrigens keinen Eintritt bezahlen mussten, beteiligten sich an der Aktion. Die Veranstalter zeigten sich zufrieden. „In dieser Atmosphäre können sich die Menschen von der Insel und die Flüchtlinge aus Wolgast und Heringsdorf gegenseitig kennenlernen“, erklärt Schröder.

Ich will später im Leben einmal Architekt werden. Das ist mein Traum.“Mohamed Koko, Syrien



Hannes Ewert

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