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Usedom Investor plant Gesundheitszentrum in Ückeritz
Vorpommern Usedom Investor plant Gesundheitszentrum in Ückeritz
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09:06 11.05.2019
Noch stehen in der Wockninstraße in Ückeritz alte Baracken aus tiefsten DDR-Zeiten. Wenn es nach den Plänen der Investoren geht, soll dort ein Gesundheitszentrum entstehen. Die Pläne stehen noch in den Kinderschuhen.
Noch stehen in der Wockninstraße in Ückeritz alte Baracken aus tiefsten DDR-Zeiten. Wenn es nach den Plänen der Investoren geht, soll dort ein Gesundheitszentrum entstehen. Die Pläne stehen noch in den Kinderschuhen. Quelle: Hannes Ewert
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Ückeritz

Fast bis auf den letzten Platz war am Donnerstagabend das Haus des Gastes in Ückeritz gefüllt. Viele Einheimische waren gekommen, um sich die Pläne für das Gesundheitszentrum am Wockninsee aus erster Hand zeigen und erklären zu lassen. Projektentwickler Roland Berlinger aus Oberbayern stellte das Bauvorhaben vor.

Zu den Fakten: Es soll sich dabei um eine Vater-Mutter-Kind-Klinik mit 104 Zimmern handeln. Die Investitionssumme liegt bei etwa 21 Millionen Euro. Geplant ist, dass sich rund 1800 Familien pro Jahr dort erholen können. Durchschnittlich verbringen sie drei Wochen und generieren somit 90 000 Übernachtungen im Jahr. Das Areal, auf dem die beiden Bettenhäuser, sowie die Versorgungstrakte stehen, hat eine Größe von 18 000 Quadratmetern. Unter anderem soll eine Sauna, ein Schwimmbad und ein Turnhalle integriert werden. Rund 100 Mitarbeiter sind nötig, um den Betrieb am laufen zu halten. Rund ein Drittel davon ist Fachpersonal, welches womöglich gar nicht auf der Insel Usedom zu finden ist. Dazu zählen Fachärzte für Allgemeinmedizin, Stellvertreter mit ähnlicher Facharztausbildung und Assistenzärzte. Sonstige Fachkräfte sind Psychologen, Physiotherapeuten, Diätassistentin, Erzieher, Sozialarbeiter oder auch Kinderpflegepersonal.

Das Interesse bei den Ückeritzern war am Donnerstagabend sehr groß. Es kamen auch viele Nachfragen. Quelle: Hannes Ewert

Nun ist allerdings die Gemeindevertretung am Zug, ob so ein Projekt überhaupt gewollt ist. Das Problem: In zwei Wochen sind Kommunalwahlen. Sollte sich eine völlig neue Gemeindevertretung bilden und vielleicht auch ein neuer Bürgermeister das Zepter in die Hand nehmen, sieht die Situation schon wieder ganz anders aus.

Kurdirektor Toni Schulz würde es begrüßen, wenn durch solch eine Einrichtung rund 90 000 Übernachtungen mehr im Jahr generiert werden können. „Alle Mütter und Väter, sowie die Kinder ab 14 Jahre zahlen Kurtaxe“, sagt er. Außerdem wäre ganzjährig mehr Leben im Ort. Bürgermeister Axel Kindler ist von der Idee ebenfalls begeistert und hofft, dass es unter seiner Regie zu einem Votum für das Gesundheitszentrum kommt. „Durch dieses Zentrum können wir positive Synergien für den gesamten Ort erzeugen. Sei es die Eisdiele, die durch die Gäste mehr Eis verkauft oder auch ein Restaurant, welches mehr Besucher hat“, sagt er.

Rings um das geplante Gelände befindet sich ein Naturschutzgebiet. Derzeit läuft bereits die Erfassung und Begehung des Arten- und Naturschutzes. Eine Abstimmung zur Planung mit dem Landkreis Vorpommern-Greifswald und der Forstbehörde erfolgte bereits im September 2018.

Projektentwickler Roland Berlinger stellte das Objekt vor. Ein ähnliches Haus (siehe Foto) soll in Oberfranken in Bayern entstehen. Quelle: Hannes Ewert

Projektentwickler Roland Berlinger erklärt, dass er bis zur Entscheidung der Gemeindevertretung „die Füße stillhalten“ will. Spätestens bis Jahresende soll der Aufstellungsbeschluss von den Abgeordneten entschieden werden. Sollte nichts passieren, will er wohl vom Projekt zurücktreten. Einwohner befanden die Zielsetzung „sehr sportlich“, da es im Ort Bauprojekte gibt, die seit Jahren nicht wirklich vorankommen. Sollte es kurz vor der Kommunalwahl bzw. kurz danach zu einer Entscheidung kommen, soll im September der Billigungs- und Auslegungsbeschluss erfolgen. Ein sehr sportlicher Plan. Ein ähnliches Projekt plant Berlinger auf der Insel Rügen in Göhren. Dort ist er schon einen Schritt weiter, denn dort gibt es bereits eine B-Plan für das Gelände.

Hannes Ewert