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Usedom Familiendrama in Torgelow: Alle helfen Noah und seinem Papa
Vorpommern Usedom Familiendrama in Torgelow: Alle helfen Noah und seinem Papa
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18:46 21.01.2019
Für den kleinen Noah Joel wurden viele Spenden abgegeben. Quelle: Cornelia Meerkatz
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Wolgast

Was für eine Welle der Hilfsbereitschaft: Aus ganz Vorpommern trudelten am Wochenende im Minutentakt E-Mails bei der OSTSEE-ZEITUNG ein, um den kleinen Noah und seinen Vater Oliver E. zu unterstützen. Noah ist der kleine Bruder der sechsjährigen Leonie, die von ihrem Stiefvater David H. so schwer misshandelt worden sein soll, dass sie an den Verletzungen starb. Am Montag war H. nach tagelanger Flucht gefasst worden. Er hatte ganz offensichtlich auch Noah misshandelt.

Oliver E. hatte seine Kinder seit neun Monaten nicht mehr gesehen, die Mutter hatte die Treffen immer wieder zu verhindern gewusst. Nach Leonies Tod hat der Vater Noah Joel zu sich geholt. „Es soll ihm nie wieder Leid geschehen“, hatte der Wolgaster gegenüber der OSTSEE-ZEITUNG geäußert.

Am Freitag hatten wir von der Bitte des Vaters nach Sachspenden für seinen zweieinhalbjährigen Sohn berichtet. Was dann geschah, übertraf alle Erwartungen. Menschen aus ganz Vorpommern, ja aus ganz Deutschland meldeten sich mit Hilfsangeboten. Einige packten noch am Sonnabend Pakete mit Kleidung, Unterwäsche, Windeln, Spielsachen. Andere lieferten Taschen und Kartons direkt in der OZ-Lokalredaktion ab.

Paw Patrol-Plüschtiere für den kleinen Fan

„Ich kann gar nicht fassen, dass all diese schönen Sachen für Noah sein sollen“, sagt Eva E., Noahs Tante. Die Schwester von Oliver E. sortierte am Sonntagabend liebevoll alle Spenden. Kleidung, Wäsche und Schuhe wurden nach Größen und Jahreszeit geordnet, Geld- und Gutscheinspenden separat. Das Spielzeug dreht Eva in ihren Händen und zaubert ihr dabei ein Lächeln ins Gesicht. „Es sind teilweise völlig ungetragene, neuwertige Sachen dabei, ich bin völlig überwältigt. Und von den Spielsachen wird Noah begeistert sein“, sagt sie. Neben schickem Schneeanzug, Pullovern, Hosen und Stiefeln stehen Kisten mit Bauklötzen, ein Laufrad, jede Menge Spielzeugautos, die der Kleine so mag. Und natürlich haben ihm andere Kinder auch aus ihrer Paw Patrol-Sammlung Plüschtiere abgegeben. „Das wird ihn besonders freuen, er ist absoluter Fan dieser Hunde“, weiß seine Tante Eva. Auch Noahs Vater ist total gerührt angesichts der Unterstützung, die er von allen Seiten erhält. „Ich bedanke mich sehr. Die Hilfe gibt uns Kraft, diese schwere Zeit zu überstehen.“

Dreifach-Mama kam extra aus Ueckermünde

Besonders anrührend sind Nachrichten und Briefe, die Spender mitschicken. So hat die Tochter von Familie Prochnow aus Neubrandenburg extra eine Karte mit lieben Grüßen und guten Wünschen gemalt. Andrea Mailahn kam am Montagvormittag aus Ueckermünde angefahren und brachte Spielsachen, Bücher und einen Ball. Die Sachen haben ihre drei Kinder mit viel Liebe zusammengesucht. Sogar der heiß geliebte Mähdrescher von Andrea Mailahns Sohn soll nun Noahs Spielzeug werden. Familie Hendricks kam aus Ducherow, um Spenden zu übergeben. Den jungen Eltern ist es ein Bedürfnis zu helfen. Ebenso wie Familie Malotke, die neben Kleidung und Spielsachen auch eine Kiste Windeln mitbrachte. „Das Geschehen ist so unfassbar, da kann man doch nicht tatenlos zusehen“, sagten sie.

Dieses Argument bringen ganz viele Spender. So kam Drittklässlerin Emma in die Redaktion, um einen Beutel mit Büchern, CDs und DVDs zu übergeben. Familie Berner aus Greifswald überraschte mit einem großen Holzbagger. „Diese liebevollen Gesten entlocken mir ein kleines Lächeln. Noah, der noch im Krankenhaus ist, wird sich sehr freuen“, sagt der Vater. Er bittet jedoch die vielen weiteren Spender um Verständnis, dass er erst mal nichts mehr an Kleidung und Spielsachen brauche. „Ich habe ja nur eine Zweizimmerwohnung. Aber diese Bereitschaft zur Hilfe, die ist toll“, fügt er an.

Wer möchte, kann immer noch auf das extra für Leonie eingerichtete Konto beim Deutschen Kinderschutzbund spenden. Etwas Besonderes haben sich auch die Rock Initiative Usedom und das Jugend- und Vereinshaus Karlshagen ausgedacht. Sie veranstalten am 5. Februar um 16 Uhr die Open Stage unter dem Motto „Usedom rockt für Leonie“ und hoffen auf ganz viele Besucher.

Spendenkonto: Empfänger: DKSB Landesverband MV, IBAN: DE96 1405 2000 1713 812769, Verwendungszweck: „Spendenaktion für Leonie“

Cornelia Meerkatz

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