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Usedom Mut und goldene Hände als Startkapital
Vorpommern Usedom Mut und goldene Hände als Startkapital
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12:06 12.09.2019
Das Bild zeigt einen Großteil der Mannschaft des Wolgaster Autohauses Frohreich. Insgesamt zählt der Betrieb 15 Mitarbeiter. Quelle: Stefan Brümmer
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Wolgast

„Der Krieg ist aus, legt die Waffen nieder und geht nach Hause.“ Als Emil Frohreich 1945 diese Meldung hörte, wusste der Mittvierziger, was die Stunde geschlagen hatte. Zwar stand er, den es nach Wolgast verschlagen hatte, wie viele seiner Landsleute ohne Hab und Gut da, doch die Aufbruchstimmung erfasste auch ihn. Als erfahrener Fuhrparkleiter verfügte er damals über zwei wichtige Dinge: Er hatte den Mut, Neues zu beginnen und besaß goldene Hände. Also gründete er 1949 eine Kfz-Reparaturwerkstatt in der Burgstraße. Der selbstständige Handwerksmeister läutete damit die Wolgaster Kfz-Ära der Frohreichs ein, die bis heute angehalten hat.

Emil Frohreich gründete die Firma vor 70 Jahren. Quelle: Privatarchiv

Emil Frohreich war der Großvater des heute 57-jährigen Andreas Frohreich, der seit 1993 Inhaber des Autohauses Frohreich in der Leeraner Straße 1 ist. Am Samstag, dem 14. September, möchte er zusammen mit seinen 15 Mitarbeitern und seinen Kunden das 70-jährige Geschäftsjubiläum festlich begehen.

Doch nicht nur Emil Frohreich hinterließ seine Spuren unter den damals schwierigen Bedingungen. 1957 zog die Firma Frohreich mit sieben Angestellten in ein umgebautes Gebäude auf der Schlossinsel. Dieser Umzug war dann auch die Voraussetzung für einen Qualitätssprung, den die Werkstatt in dieser Zeit machte. Grund: Ein Servicevertrag mit den Sachsenringwerken Zwickau und später mit dem Automobilwerk Eisenach hatte positive Folgen. Fahrzeugmodelle der Marken EMW, F8, F9, P70 und später Wartburg rollten jetzt in Frohreichs Werkstatt. Schon damals standen bei den Frohreichs die Kunden-Bedürfnisse im Vordergrund, wurde trotz einer bestehenden Ersatzteilmisere alles getan, um die Wünsche zu erfüllen.

Hier ein Blick auf die Werkstatt, die sich ab 1957 in der Hafenstraße auf der Schlossinsel befand Quelle: Privatarchiv

Das war ab 1971 nicht anders, als Helga und Manfred Frohreich – Tante und Onkel von Andreas Frohreich – die Firma erfolgreich weiterführten. Seinerzeit und bis heute wurden dutzende Lehrlinge ausgebildet. „Wir haben uns damals auf der Schlossinsel sehr wohl gefühlt“, erinnert sich der heutige Firmenchef an seine Lehrjahre.

Das „Wartburg-Autohaus“ der Firma Frohreich befand sich auf der Wolgaster Schlossinsel. Quelle: Privatarchiv

Die schwerste Zeit für Andreas Frohreich – wie könnte es anders sein – war die der Wende. „Das war ein Sprung ins kalte Wasser“, sagt Frohreich heute. Er wusste: „Wenn wir uns am Markt auf Dauer behaupten wollen, muss der Bereich des Autohandels miteinbezogen werden.“ Doch mit welcher Marke und an welchem Standort? Dass ein „Japaner“ in der Leeraner Straße Frohreichs Aushängeschild wurde, sollte sich als guter Griff erweisen. „Nissan wird in der Region gern gefahren“, sagt der Vater dreier Kinder, „seit 2006 ist der Qashqai ein Erfolgsmodell, und auch unser Mitarbeiterstamm ist sehr stabil.“

Mittlerweile sind auch Frohreichs Söhne Peter (31) und Hannes (32) im Unternehmen tätig und die Firma stellt sich den neuen Bedingungen. Der Markt verändert sich. Alternative Antriebsarten und Elektroautos erobern ihn. Das Autohaus Frohreich stellt sich darauf ein, will erfolgreich bleiben. Und das mindestens die nächsten 30 Jahre, dann würde das Unternehmen 100 Jahre alt.

Das 70-jährige Firmenjubiläum wird am 14. September in der Zeit von 10 bis 16 Uhr gefeiert. Es gibt Informationen zur Firmengeschichte, Live-Musik von der Gruppe „Hag Stone“, eine Oldtimer-Ausstellung, Torwandschießen und vieles mehr. Jedermann ist eingeladen.

Von Stefan Brümmer

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