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16:42 08.01.2019
Das Bild zeigt Susanne Krüger aus Anklam während eines Einsatzes im Frühjahr 2018 in Manila, Hauptstadt der Philippinen. Quelle: privat
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Anklam/New York

Es sind zum Teil verstörende Bilder, die Susanne Krüger von ihrem Einsatz in den Philippinen mitgebracht hat. Sie zeigen riesige Müllhalden, auf denen notdürftig zusammengezimmerte Hütten aus Pappe, Plastik und Wellblech stehen. In den Slums an der Peripherie der philippinischen Hauptstadt Manila wohnen die Ärmsten der Armen, darunter viele hungernde Kinder. Medizinische Versorgung ist hier ein Fremdwort.

Susi Krüger aus Anklam tauchte im Frühjahr 2018 für eine Woche ein in diese triste Welt. Als Mitarbeiterin der Hilfsorganisation Metro World Child brachte sie etwas Licht in den tristen Alltag bedürftiger Mädchen und Jungen in Manila. Die weltweit agierende christliche Organisation, die in New York ihren Hauptsitz hat und vom bekannten Pastor Bill Wilson initiiert ist, veranstaltete Freiluftgottesdienste und versorgte Mädchen und Jungen mit Essen.

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Susi Krüger ist seit nunmehr gut zehn Jahren Bestandteil dieser humanitären Hilfsorganisation. „Alles begann 2008 mit einem Praktikum im New Yorker Stadtteil Brooklyn und mit meinem Wunsch, einfach mal in Amerika sein zu wollen“, berichtet sie. „Damals habe ich die USA kennen und lieben gelernt und bin geblieben – bis heute.“ Inzwischen leitet die 32-Jährige im New Yorker Stadtteil Queens selbst ein Team, das sich für hilfsbedürftige Kinder einsetzt. Das Hilfsprogramm umfasst wöchentliche Kindergottesdienste, Patenschaftsprogramme und besondere Angebote, wie zum Beispiel Feriencamps in der Natur außerhalb der Metropole. Auch mit persönlichen Besuchen zu Hause erreichen die Mitarbeiter von Metro Child World ihre Schützlinge.

Wochenweise Auslandseinsätze führten Susi Krüger auch bereits nach Kapstadt in Südafrika und nach Kenia. „Bill Wilson will auch eine Initiative in Syrien starten, aber wir brauchen Geld und natürlich Mitarbeiter, die bereit sind, dorthin zu ziehen und sich zu engagieren“, verdeutlicht die junge Frau aus Vorpommern. Jedesmal bedeutet es eine Herausforderung, die eigene Komfortzone zu verlassen, um anderen zu helfen. Aber: „Man lernt, mit Anderen zusammen zu arbeiten und als Team zusammen zu halten. Jeder hat seine Stärken und es ist schön zu sehen, wie alle an ihren Aufgaben wachsen.“ Und: „Ich spüre die Kraft Gottes, obwohl die Arbeit nicht leicht ist“, sagt Susi.

Im Rückblick sei sie für ihre Möglichkeiten dankbar. „Wenn man am richtigen Ort zur richtigen Zeit das Richtige tut, dann hat man den perfekten Frieden, von dem auch in der Bibel die Rede ist.“

Die Verbindung nach Hause zu ihrem Vater und ihren vier Geschwistern ist Susi dennoch wichtig. Die Zeit um den Jahreswechsel verbrachte sie in Deutschland bei Freunden und im Familienkreis. Auch der Kontakt zur Christusgemeinde in der Stadt Magdeburg, wo Susi an der Fachhochschule Sozialpädagogik studierte, und zur Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde in Anklam, in der sie Mitglied ist, wird sorgfältig gepflegt. Hier erhält sie auch finanzielle Unterstützung für ihre Arbeit, die ausschließlich auf Spenden basiert. Den Sponsoren gilt ihr großer Dank.

Mindestens einmal pro Jahr fliegt Susanne Krüger über den großen Teich nach Deutschland. Allzu lange hält es sie jedoch nicht in der alten Heimat. Am Dienstag dieser Woche ging ihr Flieger bereits wieder ab Berlin in Richtig Kenia.

Tom Schröter