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Usedom Kaiserbädercard: Über 430 000 Bus-Fahrgäste
Vorpommern Usedom Kaiserbädercard: Über 430 000 Bus-Fahrgäste
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15:52 01.08.2019
Ein Bus der Usedomer Bäderbahn hält am Rewe-Markt in Bansin. Quelle: Henrik Nitzsche
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Heringsdorf

Um die 430 000 Fahrgäste in einem Jahr – „damit liegen wir deutlich über den Erwartungen“, sagt Jörgen Boße, Geschäftsführer der Usedomer Bäderbahn (UBB). Und blickt damit auf ein Pilotprojekt zurück, das im August 2018 startete. Es geht um die Einführung der kostenlosen Busfahrt mit der Kaiserbäder-Kurkarte. Inhaber einer Kurkarte können in den Kaiserbädern Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin kostenlos das gesamte Busliniennetz der UBB nutzen. Die Pilotphase – unterstützt vom Verkehrsministerium des Landes – war ursprünglich auf drei Monate begrenzt. Nachdem bereits in den ersten Wochen eine sehr hohe Akzeptanz bei den Einwohnern und Gästen zu verzeichnen war, wurde das Pilotprojekt bis März 2019 verlängert. Auf Beschluss der Gemeindevertretung wurde es dauerhaft eingeführt – finanziert über die Anhebung der Kurtaxe.

„Damit hat die Gemeinde Heringsdorf ein in Deutschland einzigartiges Angebot auf den Weg gebracht. Hier ist erstmals der kostenfreie ÖPNV für alle umgesetzt worden. Das heißt, nicht nur Urlauber und Tagesgäste, sondern auch Einheimische profitieren von der Kaiserbäder-Card gleichermaßen. Die Öffnung der Card für Einwohner der Gemeinde ist vor allem dem Einsatz unseres scheidenden Bürgermeisters Lars Petersen zu verdanken“, so Boße.

Seit August 2018 hätten die Einwohner der Gemeinde Heringsdorf den ÖPNV 28 500 und Berufspendler 2600 Mal genutzt. „Dazu kommen die Gäste, die die Busse fast 400 000 Mal bestiegen und so die Öko-Bilanz ihres Aufenthalts auf der Insel Usedom deutlich verbessert haben“, so Boße. Der Tageshöchstwert wurde am 16. Juli 2019 registriert – 3605 Nutzer. Und noch eine Zahl zum Vergleich: Im August 2018 wurden 44 000 Fahrgäste gezählt, laut Boße sind es im Juli 2019 um die 66 600.

Über 1000 Einwohner der Gemeinde Heringsdorf haben in der Zeit zudem die Fernlinien der UBB nach Hamburg und Berlin genutzt. „Das Projekt führt zur Mobilitätssteigerung der Einwohner und der Gäste, aber auch zur Umwelt- und Straßenentlastung in unserer Urlaubsregion. Es dient auch der Nachhaltigkeit des Tourismus, von dem die Gemeinde lebt“, sagt Kurdirektor Thomas Heilmann.

Mit Einführung der Kaiserbäder-Card hat sich auch das Fahrplanangebot verbessert. In der Saison wurde der 20-Minuten-Takt eingeführt. Während der Sommerferien verkehren die Busse auf der Kaiserbäderlinie inzwischen bis 22.30 Uhr. Sie fahren auch deutlich weitere Wege. „Wir werden unser Fahrplanangebot von 600 000 Linien­kilo­meter im Jahr 2016 auf 1,2 Millionen Linienkilometer 2020 verdoppeln. Neben der Taktverdichtung auf der Kaiserbäderlinie wurde auf den Linien im Inselsüden ein Zwei-Stunden-Takt eingeführt.

Usemann: Sinn macht inselweite Lösung

Ob die blau-weißen Busse künftig verstärkt auch im Inselnorden unterwegs sind, dazu hielt sich Boße noch zurück. „Wir wollen erst einmal die neuen Gemeindevertretungen arbeiten lassen. Nach der Saison wird es Gespräche in den Gemeinden geben. Wünsche gibt es genug, beispielsweise aus Zinnowitz. Auch in Wolgast wollen wir mehr machen“, kündigt Boße an.

Ein ÖPNV-Modell wie in den Kaiserbädern könne sich der Zinnowitzer Bürgermeister Peter Usemann für seine Gemeinde nicht vorstellen. „Für mich macht nur eine inselweite Lösung Sinn. Die sollte gefördert werden, weil ich die Finanzierung über die Erhöhung der Kurtaxe problematisch sehe. Stattdessen könnte man lieber Hotels und Vermieter mit ins Boot holen. Wenn wir Stau haben, steht der Bus allerdings auch drin. Wir brauchen dafür auch die Bahn“, so Usemann.

Boße stimmt dem zu. „Das Projekt in den Kaiserbädern ist ein Anfang. Wenn wir es richtig machen wollen, muss die Schiene mit rein. Da sehe ich die Landesregierung in der Pflicht. Ideal wäre ein inselweites Kurkartensystem für Bus und Bahn“, so der UBB-Geschäftsführer. Der Bahnverkehr auf der Insel Usedom wird seit Dezember 2017 von der DB Regio, einer Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn, betrieben.

Henrik Nitzsche

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