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Usedom Katzower Kunst wirkt elektrisierend
Vorpommern Usedom Katzower Kunst wirkt elektrisierend
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00:00 28.09.2015
Freuen sich über die neue, ungewöhnliche Skulptur: Park-Betreiber Thomas Radeloff, Künstler Pablo Wendel, Minister Christian Pegel und Galerist Hubert Schwarz (v.l.). Quelle: Fotos: Tom Schröter
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Katzow

Der Skulpturenpark Katzow verfügt seit Sonnabend über eine autarke Stromversorgung. Wie könnte es auch anders sein, dient ein Kunstwerk als Energiequelle. Fünf ungewöhnliche Windkraftanlagen recken sich auf dem Wiesenareal zwölf Meter gen Himmel. Die Propeller bestehen aus Straßenpfosten. Als Leiteinrichtung dienen Vorfahrtschilder und im Zentrum des Rotors drehen sich Verkehrskegel um die eigene Achse.

Geistiger Vater der Installation „Offroad“ ist der bekannte Stuttgarter Künstler Pablo Wendel. Das Anliegen, selber Strom für den Eigenbedarf zu erzeugen, sei ursprünglich aus bloßen Kostengründen erwachsen. Wendels Idee: Er wollte Zubehör verwenden, mit dessen Hilfe die bei der Herstellung der Teile verbrauchte Energie regeneriert, sprich zurückgewonnen wird. „Nach langem Tüfteln und vielem Forschen und Entwickeln haben wir es geschafft, eine optimale Konstellation zu schaffen“, erklärte der 35-Jährige am Sonnabend während der feierlichen Inbetriebnahme, zu der sogar Energieminister Christian Pegel (SPD) nach Katzow gekommen war.

Die Gestalt der Leitpfosten, so berichtete Wendel dem staunenden Publikum , wurde im Institut für Aero- und Gasdynamik der Universität Stuttgart im Windkanal optimiert und die Flügel mit einer speziellen Straßenpropeller-Pressmaschine entsprechend in Form gebracht. Jörg Nitsch, Elektro-Ingenieur der Firma Freqcon, stimmte die für die Stromableitung nötige Software auf die Mini-Kunstkraftwerke ab und stattete die zur Anlage gehörende „Powerstation“ mit Wechselrichter, Steuerung und Bremswiderständen aus. „Mit dem erzeugten Strom sollen die Kulturscheune im Park versorgt und über Scheinwerfer mehrere Skulpturen im Park angestrahlt werden. Überschüssigen Kunststrom speisen wir ins öffentliche Netz ein“, erläuterte Wendel, der sogar die Einrichtung einer Elektrotankstelle in Aussicht stellte. Begeistert zeigte sich Minister Pegel von der Projektidee, die die Initiatoren ihm schon vor geraumer Zeit in Schwerin vorgestellt hatten: „Der Künstler will uns auf eine augenzwinkernde Art ansprechen, um über das Thema ,Nachhaltige Energie‘ nachzudenken. Das finde ich stark.“

Dass Pablo Wendel auf den größten Skulpturenpark Vorpommerns aufmerksam wurde, ist dem Galeristen Hubert Schwarz zu verdanken. Der Greifswalder, der mit dem hessischen Künstler seit langem befreundet ist, hofft, mit dem „Offroad“-Projekt den Park weiter aufzuwerten und so auf eine finanzielle Förderung solcher und ähnlicher Kulturstätten zu drängen.

International bekannt wurde Pablo Wendel 2006 mit einer Performance in China. Hier schlich er sich, unbemerkt vom Wachpersonal und als Infanteriesoldat verkleidet, in die berühmte Terrakotta-Armee im Museum von Xian, was für großes Aufsehen sorgte.

Der Künstler will uns auf eine augenzwinkernde Art ansprechen, um über das Thema ,Nachhaltige Energie‘ nachzudenken.“Christian Pegel (SPD), Energieminister



Tom Schröter

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