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Usedom Klinik peilt erweitertes Leistungsspektrum an
Vorpommern Usedom Klinik peilt erweitertes Leistungsspektrum an
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09:06 07.07.2015
Frank Acker
Frank Acker
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Wolgast

Das Kreiskrankenhaus Wolgast strebt eine intensivere Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten in der Region an. Die Ärzte sollen in geeigneter Weise mit den aktuellen stationären und ambulanten Behandlungsmöglichkeiten im Wolgaster Krankenhaus vertraut gemacht werden, kündigte Klinik-Geschäftsführer Frank Acker an. Ziel müsse es sein, im Rahmen von Patientenüberweisungen die Potenziale des hiesigen Kreiskrankenhauses künftig besser zu nutzen als bisher. Auf diese Weise könne die Einrichtung entscheidend gestärkt werden.

Außerdem werde die Eröffnung von Anlaufpraxen direkt im Krankenhaus angestrebt, um die Wege für die Patienten zu verkürzen. „Wir wollen versuchen, zum Beispiel eine Kinderarzt-Praxis ins Krankenhaus zu bekommen“, sagte Frank Acker. Kurzfristig solle auf der Inneren Station des Krankenhauses das medizinische Fachpersonal im Bereich Gastroskopie und Endoskopie durch den Einsatz von Fachkräften aus der Universtätsmedizin Greifswald verstärkt werden. Auch den Bereich Kardiologie wolle das Krankenhaus mit Fachkompetenz wieder besser absichern, um zu verhindern, dass Rettungsdienste Patienten mit entsprechender Indikation in andere, weit entfernte Krankenhäuser transportieren.

Gleichzeitig arbeitet die Klinik-Geschäftsführung an der Weiterentwicklung des medizinischen Leistungsspektrums des Kreiskrankenhauses. Dieses sieht unter anderem die Stärkung der Notfallversorgung und Altersmedizin sowie die Einrichtung eines Alterstraumatologischen Zentrums vor.

Großen Handlungsdruck sieht Frank Acker in der Modernisierung der Notaufnahme. Wie berichtet, soll mit einem Anbau auf die hohe Nachfrage insbesondere in der Haupturlaubssaison reagiert werden.

Darüber hinaus ist in Kooperation mit den niedergelassenen Ärzten — ähnlich wie an der Universitätsmedizin in Greifswald — zusätzlich an die Schaffung einer ganzjährigen Notfallpraxis sowie einer zentralen Aufnahmestation mit 15 Patientenbetten gedacht.

Weitere Vorhaben betreffen die Verbesserung der Betreuung von Krebspatienten in der Region. „In Zusammenarbeit mit der Universitätsmedizin Greifswald möchten wir beispielsweise onkologischen Patienten der Insel Usedom und der Wolgaster Region ermöglichen, ihre Chemotherapie bei uns zu erhalten. Das würde den Betroffenen kürzere Wege in einer sehr schwierigen Phase ihres Lebens ermöglichen“, so Acker zu den Überlegungen. Ferner ist beabsichtigt, auch in Wolgast palliativmedizinische Betten für schwerstkranke Menschen vorzuhalten und zwecks zügiger Behandlung Telestroke einzuführen. Per Videoanalyse mit der Stroke Unit an der Universitätsmedizin Greifswald könnten dann Schlaganfallpatienten unmittelbar nach der Notaufnahme von den dortigen, rund um die Uhr anwesenden Spezialisten begutachtet werden.



ts