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Usedom Klotzow entgeht in letzter Minute Flammeninferno
Vorpommern Usedom Klotzow entgeht in letzter Minute Flammeninferno
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00:00 06.07.2018
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Lassan

Das war knapp: Gestern Mittag um 11.45 Uhr ist das Dorf Klotzow (Gemeinde Buggenhagen) in letzter Minute einem Feuerinferno entgangen. Auf einem Feld am Ortsrand hatte sich bei Drescharbeiten das Getreide selbst entzündet. Schnell griffen die Flammen um sich und breiteten sich in Richtung der reetgedeckten Häuser und Scheunen der Ortschaft aus. Der schmale Brandschutzstreifen zwischen Acker und Wohnbebauung reichte nicht, das Feuer drang ruckzuck bis in die Vorgärten, Zäune brannten. Die gewaltige Rauchsäule war noch im acht Kilometer entfernten Lassan und vom Peenestrom aus zu sehen.

Feldbrand fraß sich bis in Vorgärten und an Häuser

In und um Klotzow waren die Feuerwehren Anklam, Wolgast, Rubkow, Usedom, Murchin, Lassan und Zemitz mit insgesamt 63 Kameraden und 13 Fahrzeugen unter Leitung des Lassaner Wehrführers Andreas Müller im Einsatz. Zudem drei Funkwagen der Polizei mit fünf Beamten und ein Rettungswagen. Die Löscharbeiten waren gegen 13.45 Uhr abgeschlossen.

„Das war richtig knapp. Keine fünf Minuten später hätten unsere Häuser lichterloh gebrannt“, schildert Karl-Heinz Erdmann. Er war, als der Brand ausbrach, gerade in Lassan unterwegs. „Aber meine Frau, die krank zu Hause liegt, hat aus dem Fenster die gewaltige Rauchwolke gesehen und mich fix gerufen“, berichtet Erdmann. Einige Einwohner seien bereits am Löschen gewesen. Auf dem Grundstück neben ihm habe es schon bis zwei Meter vor der Haustür gebrannt, bei einem anderen Nachbarn waren die Flammen unmittelbar vor der Haustür. „Die Feuerwehr hatte ganz schön zu kämpfen, zum Glück waren die Bewohner aus dem Haus raus“, sagt Karl-Heinz Erdmann. Er habe dann fix bei den Nachbarn mit dem Gartenschlauch gelöscht. Auch bei Bürgermeister Manfred Studier habe er gelöscht. „Er war ja nicht zu Hause. Sein Hof sah schon schlimm aus“, so Erdmann.

Manfred Studier ist ihm von Herzen dankbar. „Ich hatte in Greifswald zu tun. Als ich zurückkam, sah ich das ganze Ausmaß. Das Dorf stand tatsächlich kurz vor dem Inferno“, sagt der Bürgermeister. Er ist froh, dass es im Ort einen Dorfteich gibt. Der sorgte für die Entlastung der Wehren, die nur begrenzt eigenes Wasser zur Verfügung haben. „So konnten die Flammen wirklich unentwegt gelöscht werden“, berichtet er. Auch die Peeneland Agrar GmbH, der das Feld gehört, auf dem es zum Brand des Getreides gekommen war, hatte einen 10000-Liter-Wasserwagen vor Ort und löschte mit. Der vom Feuer betroffene 20 Hektar große Gerstenschlag wurde vollständig vernichtet. Noch am Nachmittag wurde das Feld umgepflügt, Feuerwehrmänner wachten sowohl an diesem als auch am gegenüberliegenden Feld, wo die Getreideernte weiterlief, dass keine neuen Brandherde entstanden.

Wegen des vorherrschenden Windes war es zu starker Rauchentwicklung gekommen. Zwei Anwohner wurden aufgrund von Symptomen einer Rauchgasvergiftung vor Ort medizinisch untersucht. Sie konnten unverletzt in ihre Häuser zurückkehren. Während der Löscharbeiten wurden alle Anwohner der Ortschaft Klotzow vorsorglich evakuiert. Das Feuer konnte nach zwei Stunden durch die eingesetzten Einsatzkräfte unter Kontrolle gebracht werden. Der Gesamtschaden konnte laut Polizei noch nicht beziffert werden.

„Wir haben hier alle wahnsinniges Glück gehabt. Keine fünf Minuten später und unser Dorf hätte lichterloh in Flammen gestanden. Ich möchte mich bei allen Einsatzkräften der sieben Feuerwehren von Herzen für ihre schnelle und professionelle Hilfe bedanken“, sagt Bürgermeister Manfred Studier. „Es hat sich mal wieder gezeigt, wie wichtig und gut es ist, wenn eine Dorfgemeinschaft wie die unsere funktioniert und fest zusammenhält“, fügt Karl-Heinz Erdmann an.

Cornelia Meerkatz, Rainer Decke und Tilo Wallrodt

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