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Usedom Lassan: Schulsanierung oder Neubau?
Vorpommern Usedom Lassan: Schulsanierung oder Neubau?
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14:00 06.12.2019
Das Gebäude der Grundschule in Lassan muss saniert werden. Quelle: Cornelia Meerkatz
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Lassan

Das Schulgebäude in Lassan hat schon bessere Zeiten gesehen. Das altehrwürdige Haus, in dem die einzügige Kleine Grundschule auf dem Lande untergebracht ist, macht von außen zwar einen imposanten Eindruck, ist aber dringend sanierungsbedürftig. Besonders beim Brandschutz gibt es dringenden Handlungsbedarf. Darin sind sich die Lassaner Stadtvertreter einig. Deshalb wurde in dieser Woche auf der Stadtvertreterversammlung die angedachte Sanierung noch einmal thematisiert.

Während der Diskussion wurde deutlich, dass insbesondere die Fraktion Freie Wähler/AfD nicht gewillt ist, nur über eine Sanierung des Schulgebäudes zu sprechen, sondern das Inbetrachtziehen von Alternativen fordert. Laut Fraktionschef Stefan Nowack (Freie Wähler) müssten sich die Stadtvertreter vor einem endgültigen Sanierungsbeschluss auch Gedanken machen, ob der Umzug in das auf dem Areal liegende Vereinsgebäude oder sogar ein Neubau nicht preisgünstiger und damit sinnvoller wäre.

Von seiten anwesender Eltern wurde ihm daraufhin vorgeworfen, dass er seine im Wahlkampf geäußerten Ziele – die Sanierung der Lassaner Grundschule –aufgeben würde. Zudem, so eine Mutter, müsse man bedenken, dass das Vereinshaus ja mannigfach genutzt werde. Man könne nicht Vereine und Schule gegeneinander ausspielen.

Schule bleibt einzügig

„Das tun wir auch nicht“, so Nowack. Aber die Sanierung koste nach Einschätzung seiner Fraktion wenigstens 1,5 Millionen Euro. Aus seiner Sicht sei das jetzige Schulgebäude viel zu groß: 21 Räume für vier Klassen. „Die Investition in dieser Größenordnung sehe ich als nicht verhältnismäßig an, denn es kommen in den nächsten Jahren keine weiteren Klassen dazu“, sagte er. Wenn man dagegen an das Vereinsgebäude von außen eine Brandschutztreppe samt Tür an- und einbaue, sei der erforderliche Fluchtweg gegeben. Die Nutzung wieder als Schulgebäude ließe sich dann gut realisieren.

Das Vereinsgebäude in Lassan könnte eine Alternative für die Unterbringung der Grundschule sein. Quelle: Cornelia Meerkatz

Auch Gerd Ernst von den Freien Wählern schlug in die Kerbe: Er habe mit dem Bildungsministerium gesprochen, das jetzige Raumangebot für die vier Grundschulklassen sei überproportioniert. In Schwerin sei ihm versichert worden, dass acht Räume für vier Klassen ausreichend seien. Die Klassenräume müssten über mindestens 50 Quadratmeter Fläche verfügen, die Flure eine entsprechende Breite haben.

Außerdem habe Bürgermeister Fred Gransow (CDU) noch keinen Förderantrag für die Schulsanierung gestellt. Gransow führte aus, dass nach Rücksprache mit dem Landkreis im Januar 500 000 Euro zur Schulsanierung bereitgestellt werden könnten. Fakt ist, dass laut Schulgesetz für die Errichtung, Unterhaltung und Verwaltung der Schulgebäude in MV die Gemeinden, Ämter, Landkreise und kreisfreien Städte als Schulträger zuständig sind.

Möglichkeit einer Förderung durch das Land

„Soweit die Schulträger nicht allein in der Lage sind, größere Investitionen aus eigenen Haushaltsmitteln vorzunehmen, besteht die Möglichkeit einer Bedarfsanmeldung gegenüber dem Land im Rahmen laufender Förderprogramme“, erklärt auf OZ-Nachfrage die Pressesprecherin des Bildungsministeriums, Michaela May. Seitens des Landes würden vor allem Mittel aus Bundes-, Bund-/Länderprogrammen und von der EU zur Förderung von Schulbauvorhaben sowie Landesmittel aus dem Strategiefonds eingesetzt.

„Zur Unterstützung der Eigenanteile der Kommunen werden zudem Mittel aus dem Kofinanzierungsfonds des Landes sowie im Rahmen von Sonderbedarfszuweisungen gewährt“, erläutert May. Inwieweit eine Landesförderung in Lassan möglich sei, könne erst im Zusammenhang mit dem konkreten Projekt und dem Antrag auf Förderung geprüft und entschieden werden.

Keine Vorgaben für Raumanzahl

Was die Anzahl der Räume und deren Größe betreffe, gebe es keine Vorgaben, so die Ministeriumssprecherin: „Da es sich beim Schulbau um eine Aufgabe der Schulträger handelt, kann das Land hier keine Vorschriften zur Anzahl bzw. zur Größe der zu schaffenden Räume erlassen. Für ein Schulbauvorhaben gelten aktuell die allgemeinen Bauvorschriften, zu denen sich der Schulträger durch sein zuständiges Amt beraten lassen kann“, teilt Michaela May mit.

Die Entscheidung, ob das Gebäude der Grundschule saniert wird oder eine andere Variante greifen soll, müssen letztlich die Lassaner Stadtvertreter treffen. Bei Freien Wählern und AfD ist man überzeugt, dass für eine Sanierung keine adäquate Förderung hinzubekommen ist. Aus diesem Grund halten sie daran fest, dass alle drei Varianten geprüft werden.

Von Cornelia Meerkatz

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