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Usedom Lebendige Kapitel wechselvoller Stadtgeschichte
Vorpommern Usedom Lebendige Kapitel wechselvoller Stadtgeschichte
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00:00 17.09.2016
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Wolgast

Heimatgeschichtlich interessierte Usedomer und besonders Wolgaster hatten damit gerechnet: Das Buch über historische Gegebenheiten, Personen und Ereignisse, das sich vornehmlich dem Zeitraum von der zweiten Hälfte des 19. bis zur ersten Häfte des 20. Jahrhunderts zuwendet, wird eine große Leserschaft finden. Und so ist es auch gekommen. Inzwischen hat Ute Henze in ihrer Wolgaster Buchhandlung bereits die zweite Auflage so gut wie komplett verkauft, und das Echo der Leser auf das großzügig angelegte, edel verarbeitete Werk ist ungebrochen positiv. Die öffentliche Vorstellung in der historischen Altstadt geriet sogar zu einem denkwürdigen Ereignis (die OZ berichtete). Autor Tom Schröter hatte sich vorab die Mitarbeit von Arno Voigt gesichert und konnte auf die Unterstützung von Buchhändlerin Henze sowie Gunnar Gotter (Gestaltung) bauen.

Schon jetzt ein Bestseller: „Wolgast. Geschichte und Geschichten“ von Tom Schröter, Autor und OZ-Redakteur. Quelle: sta

Was von Hoffmann-Druck in Mahlzow dann am Ende der Produktionskette in den Verkauf ging, ist ein überaus sehens- und lesenswertes Produkt. Allein die Teilung in Abschnitte wie „Leben in der Stadt am Peenestrom“, „Vom Getreidehandel zum Industriezeitalter“ sowie „Unternehmergeist zu Wasser und zu Land“ lässt eine erste Ahnung vom tiefgreifenden Wandel, dem häufigen Auf und Ab jener Stadt aufkommen, die einst das Schloss der Pommernherzöge beherbergte und politisch nicht unbedeutsam war. Und Familienschicksale sowie besondere unternehmerische Leistungen von Söhnen und Töchtern der Stadt machen diese Vergangenheit nunmehr neu lebendig und besser nachvollziehbar.

Tom Schröter durfte bei der Auswahl der einzelnen Geschichten auf seine eigene, jahrelange und akribische Vorarbeit bauen. Denn die in loser Folge im Lokalteil der Usedom-Peene-Zeitung erschienenen Beiträge zur Stadtgeschichte waren stets auf eine interessierte Resonanz gestoßen. Manch Wolgaster hatte sich selbst einen Ordner mit all diesen Texten und oft historisch wertvollen Fotos angelegt, um ihn an seine Kinder und Enkel weiterzureichen. Parallel dazu gab es aber auch immer wieder den Wunsch, ja die freundlich formulierte Forderung, das bereits auf dünnem Zeitungspapier abgedruckte Material in einem Buch zu verewigen. Nun liegt es vor, und dem Autor ist für eine immens fleißige und kluge Arbeit zu danken.

Aus ganz aktueller Sicht und wegen der infrastrukturellen Verluste Wolgasts durch geschlossene oder nach Greifswald verschobene Instanzen wie Finanzamt und Amtsgericht bekommt der Band eine zusätzliche politische Brisanz. Die Stadt verliert gegenwärtig an Bedeutsamkeit, Einfluss und Zukunft. Was nicht heißen soll, sich damit abzufinden. Ganz im Gegenteil. Auch heutzutage wirken markante Persönlichkeiten in und für Wolgast.

Steffen Adler

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