Marina Kröslin: Positive Entwicklung seit Corona-Lockerungen
Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Usedom Kröslins Marina-Chef Morgenstern: „Sind noch mal mit zwei blauen Augen davongekommen“
Vorpommern Usedom

Marina Kröslin: Positive Entwicklung seit Corona-Lockerungen

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:00 05.08.2020
Geschäftsführer Falk Morgenstern freut sich, dass die harten Corona-Einschränkungen im maritimen Tourismus weitgehend aufgehoben sind: „Zeitweise waren alle unsere 70 Mitarbeiter in Kurzarbeit.“ Quelle: Tom Schröter
Anzeige
Kröslin

Ein schwieriges erstes Halbjahr liegt hinter Falk Morgenstern und seinen rund 70 Mitarbeitern. Als im zeitigen Frühjahr die Corona-Pandemie in Deutschland Fahrt aufnahm, wurde auch über das Krösliner Baltic-Sea-Resort behördlicherseits ein verlängerter Winterschlaf verhängt.

„Kein Kunde durfte mehr auf das Gelände, auch die einheimischen Kunden nicht“, blickt Morgenstern zurück. „Zeitweise war die gesamte Belegschaft in Kurzarbeit.“

Anzeige

Die wirtschaftliche Lage war ernst

Heute ist der Marina-Chef erleichtert, denn wenn er aus seinem Bürofenster blickt, sieht er eng aneinander gereihte, schnittige Bootskörper unter einem dichten Mastenwald. Nahezu alle 400 Dauer- und viele der 100 Liegeplätze für Tagesgäste sind besetzt. Die ab Mai allmählich wirksam gewordenen Lockerungen sorgten für diese positive Entwicklung. „Die Öffnung kam gerade noch rechtzeitig. Wir sind noch mal mit zwei blauen Augen davongekommen. Das hätte sonst auch schnell zum Konkurs kommen können“, verdeutlicht Morgenstern den zwischenzeitlichen Ernst der Lage.

Das Baltic-Sea-Resort in Kröslin aus der Vogelperspektive. Das Bild entstand am 31. Juli und zeigt: Die Marina ist derzeit sehr gut ausgelastet. Quelle: privat

Obwohl die Fünf-Sterne-Marina samt den Restaurants Steghouse und Burgerhouse aktuell wieder floriert, ist in diesem Sommer manches anders als sonst. „Wir haben in diesem Jahr fast keine Ausländer hier; nur einige Gäste aus Polen sind bei uns“, berichtet Falk Morgenstern. Dass anders als üblich Skipper etwa aus Schweden und Dänemark gänzlich wegbleiben, hänge mit den in der Coronakrise geltenden Quarantäne-Bestimmungen in den skandinavischen Ländern zusammen.

„Die Liegeplätze, die dadurch bei uns frei bleiben, werden aber durch deutsche Gäste ausgeglichen. Denn in diesem Jahr machen viele Skipper aus Deutschland vorsichtshalber im eigenen Land Urlaub“, so der Marina-Chef.

Das wöchentliche OZ-Corona-Urlaubs-Update als Newsletter

Jetzt neu: Wir bieten Ihnen gebündelt alle News und Tipps rund um den Urlaub in MV in Corona-Zeiten. Der Newsletter kommt jede Woche am Donnerstag gegen 10 Uhr in Ihr E-Mail-Postfach.

Ganz einfach hier anmelden!

 

Die Einreisebeschränkungen mancher Ostseeanrainer beeinflussten zudem das Reiseverhalten der hiesigen Hobbykapitäne. „Ich kenne keinen, der in diesem Jahr zum Beispiel nach Schweden gefahren ist“, meint der 47-jährige Geschäftsführer, der selbst mit dem 13-Meter-Schiff „Waverunner“ vor Kurzem lediglich zu einer Rund-Rügen-Tour in See stach und dabei feststellte, wie voll die vorpommerschen Häfen in dieser Saison sind – konkret in Seedorf, Hiddensee und Stralsund.

Neu in der Krösliner Marina sind solche Schwimm-Pods, die komplett ausgestattet als komfortable Ferienquartiere auf dem Wasser dienen. Quelle: privat

Den Trend zu Ferien im eigenen Land spürt Falk Morgenstern auch bei der Vermietung der in der Krösliner Marina verankerten Floating-Häuser. „Die sind allesamt komplett belegt und schon bis Ende September ausgebucht“, sagt er. Neuerdings vermietet das Resort auch sogenannte Schwimm-Pods – 20 Quadratmeter große, schwimmende Ferienquartiere, die voll ausgestattet sind: „Die Pods werden in Polen gefertigt und bei uns auf Pontons gesetzt. Zurzeit sind wir in einer unserer Hallen dabei, das dritte Exemplar zu komplettieren.“

Bau des schwimmenden Standesamtes wird fortgesetzt

Der bereits 2019 gestartete Bau des weit und breit ersten schwimmenden Standesamtes sei unterdessen bei Beginn der Pandemie ausgesetzt worden. „Wegen Corona waren wir gezwungen, alle zur Verfügung stehenden liquiden Mittel zusammenzuhalten“, begründet Morgenstern die Entscheidung.

Nun sollen die Arbeiten an der exklusiven schwimmenden Einrichtung weitergehen: „Der Rohbau ist fertig; jetzt fangen wir mit der Fassade und dem Innenausbau an.“ Geplant seien ein Trausaal unten auf der Schwimmplattform und darüber befindlich eine Honeymoon-Suite für das Brautpaar. Ende 2020/Anfang 2021 soll die neue Attraktion nutzbar sein.

Von Tom Schröter