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Usedom Martin Meenke war Herz und Hirn des Südamtes
Vorpommern Usedom Martin Meenke war Herz und Hirn des Südamtes
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06:36 07.05.2014
Martin Meenke hinterlässt nicht nur im Südamt tiefe Spuren.
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Usedom

Martin Meenke, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Usedom Süd, ist nach schwerer Krankheit am 4. Mai verstorben. Die Nachricht von seinem Tod hat seine Mitarbeiter, die ehrenamtlichen Bürgermeister der Gemeinden und seine engen Weggefährten zutiefst erschüttert.

Karl-Heinz (Ali) Schröder (CDU), Amtsvorsteher des Südamtes, ringt zunächst um Fassung, als er seinen langjährigen Freund Martin Meenke beschreiben soll. Dann sprudelt es aus ihm heraus: Er war das Herz und das Hirn dieses Amtes, ein absolut loyaler Mensch, der diese Insel über alles liebte, der den Menschen zuhörte und jeden empfing — auch zu Hause, eine Frohnatur und ein fürsorglicher Familienvater, der sich riesig über die Geburt seines ersten Enkelkindes am Jahresanfang gefreut hat.

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Karl-Heinz Schröder verbindet eine 20-jährige Freundschaft mit Martin Meenke, die Männer kannten ihre gegenseitigen Stärken und Schwächen und wollten stets eins: diese Insel voranbringen. „Martins Wort hatte bei allen Bürgermeistern einen hohen Stellenwert, denn er war ein kreativer Kopf“, sagt sein Freund Ali Meenke, der nach der Wende zunächst ehrenamtlicher Bürgermeister in Benz war, gründete 1992 mit den umliegenden Dörfern zunächst die Verwaltungsgemeinschaft Schmollensee, 1993 dann das Amt Schmollensee. Er selbst wurde Hauptamtsleiter, Ali 1994 Amtsvorsteher. „Mit ihm konnte ich Pferde stehlen“, beschreibt er das enge Verhältnis.

Die Verdienste Martin Meenkes sind lang: Er trieb den Aufbau der Infrastruktur im Süden der Insel voran, brachte sich in die Neugestaltung der Usedom Tourismus GmbH ein und machte sich für ein gemeinsames Erhebungsgebiet stark. Dank seines Engagements wurde für die Mühle Otto Niemeyer-Holsteins in Benz ein Kulturverein gegründet. Der Elektroniker Meenke brachte dabei jede Menge technisches Fachwissen mit. Meenke sorgte mit seinen Freunden Ali und Martin Bartels auch dafür, dass 2005 der Feininger-Weg rund um Benz entstand und ein Originalbild des Künstlers erworben wurde. Es ist heute im Pommerschen Landesmuseum ausgestellt. „Er war ein kulturpolitischer Ideengeber“, sagt Schröder.

Martin Meenke sei auch immer für einen Spaß zu haben gewesen. „Mit dem Benzer Narrenclub schuf er kabarettistischen Karneval“, erzählt er. Und er machte liebend gern mit seinen beiden Brüdern Musik, hat drei eigene CDs kreiert. „Das Lied ‘Ich bin ein echter Pommer‘ ist eine Hymne“, meint Ali und summt die Melodie in Erinnerung an seinen Freund.

Martin Meenke wird auch künftig auf dieser Insel allgegenwärtig sein, ist sich Schröder sicher. „Er hatte ein Credo: Wir müssen eine gemeinsame touristische Region werden — mehr gemeinsam machen und weniger gemein sein, hat er immer gesagt. An Martins Anspruch werden wir uns messen lassen müssen“, sagt sein enger Weggefährte.



Cornelia Meerkatz