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Usedom Wolgast von Autos total verstopft
Vorpommern Usedom Wolgast von Autos total verstopft
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15:53 30.07.2019
Stoßstange an Stoßstange in der Wolgaster Schusterstraße: Am vergangenen Wochenende wollten alle nur möglichst schnell auf die Insel und ans Wasser. Quelle: Tilo Wallrodt
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Wolgast

Sommerferien in allen Bundesländern und jede Menge Urlauber, die Ostsee unterwegs waren: Weit über 40 000 Autos pro Tag haben sich am vergangenen Wochenende über die Bundesstraße 111 auf die Insel Usedom bzw. herunter gequält. Das optisch wahrnehmbare Bild war Stoßstange an Stoßstange, durchsetzt mit Ernte- und Lieferfahrzeugen.

In der Stadt Wolgast standen die Fahrzeuge jedoch nicht nur auf der B 111 kilometerlang im Stau, auch die Landesstraße 262, die aus Richtung Kröslin/Groß Ernsthof kommt, war innerorts bis zum Ortseingangsschild zugestaut, sodass Anwohner aus den Wohngebieten im Tannenkamp Mühe hatten, auf die Hauptstraße zu gelangen.

Linksabbiege-Verbot wird ignoriert

Den Vogel allerdings schossen vor allem – wie an den Kennzeichen leicht zu erkennen war – Urlauber ab, die zielgerichtet von der Bau- bzw. Wolgaster Straße in die Wilhelmstraße einbogen, dann die Swinke- und die Schusterstraße nutzten, um zur Burgstraße zu gelangen und von dort auf die B 111 zu biegen. Der Problem: Von der Burgstraße aus können Fahrzeuge nur nach rechts in Richtung Platz der Jugend/Postel, also stadtauswärts abbiegen und nicht in Richtung Insel Usedom fahren. Das entsprechende Verkehrszeichen mit Richtungspfeilen ist gut sichtbar. Doch wozu sich an Verkehrszeichen halten? Irgendein Fahrer wird schon Erbarmen haben ... dachten sich viele und ruck zuck waren Wilhelm-, Swinke- und Schusterstraße auch noch verstopft und auf der Bundesstraße stockte der Verkehr noch mehr.

Trotz Verbots bogen am vergangenen Wochenende Urlauber aus der Burgstraße nach links auf die B 111 und vergrößerten den Stau noch mehr. Quelle: Tilo Wallrodt

Fahrbahnmarkierung fehlt

Begünstigt wurde das falsche Abbiegen durch fehlende Fahrbahnmarkierungen an der Einmündung der Burgstraße in die B 111. Das Straßenverkehrsamt Neustrelitz hatte vor wenigen Wochen diesen Abschnitt der B 111 mit einer neuen Fahrbahndecke versehen. „Die Markierung kann leider nicht so schnell aufgebracht werden, wie wir das wünschen, weil einfach die erforderlichen Firmen fehlen. Es gibt also längere Wartezeiten. Außerdem macht es bei dem sehr hohen Verkehrsaufkommen während der Ferien keinen Sinn, zusätzlichen Stau durch Fahrbahnmarkierungen vorzunehmen“, erläutert Dezernatsleiter Hans Joachim Conrad vom Straßenbauamt Neustrelitz.

Ampelabschaltung nicht möglich

Er verweist darauf, dass es eine Entlastung der völlig überlasteten B 111 und in der Stadt Wolgast erst geben werde, wenn einmal die neue Ortsumgehung fertig ist. „Das könnte in etwa vier bis fünf Jahren so weit sein“, sagt Conrad. Hoffnungen, dass sich etwa durch Abschalten der Ampel an der Burgstraße/Am Kai und statt dessen manuelle Verkehrsregelung der Verkehrsfluss zügiger gestalten lässt, macht er nicht. „Das wäre Sache der Polizei, aber manuell wird heutzutage nichts mehr geregelt“, so Conrad. Andrej Krosse, Sprecher der Polizeiinspektion Anklam, bestätigt auf OZ-Nachfrage diese Aussage. „Manuelle Verkehrsregelung findet heute höchstens noch nach einem Unfall statt. Das wäre durch unsere Kollegen auch personell gar nicht leistbar“, erklärt er. Dennoch sicherte Krosse zu, dass sich die Beamten des Polizeireviers Wolgast der verkehrswidrig abbiegenden Fahrzeuge in der Burgstraße annehmen werden – ist doch am kommenden Wochenende wegen der Sommerferien und verschiedener Events, darunter das weltgrößte Beachvolleyballturnier am Strand von Karlshagen und die Kaisertage in Heringsdorf erneut mit einem ähnlichen Verkehrsaufkommen zu rechnen.

Ortsumgehung rückt näher

Wolgasts Bürgermeister Stefan Weigler appelliert in diesem Zusammenhang an alle Verkehrsteilnehmer, trotz des andauernden Staus Geduld und Ruhe zu bewahren und sich an die Verkehrszeichen zu halten. „Allerdings habe ich den Eindruck, dass die Unvernunft unter den Kraftfahrern zunimmt. Wenden auf der B 111, dem Krankenwagen hinterher fahren, um ganz vorn zu sein und Drängeln sind an der Tagesordnung“, so das Stadtoberhaupt. Er geht fest davon aus, dass der Bau der Umgehungsstraße in zwei Jahren beginnt. „Bis Mitte August läuft das öffentliche Anhörungsverfahren, ab kommende Woche sind die Träger öffentlicher Belange dran. Wenn keiner dieser Träger klagt, kann es wirklich in absehbarer zeit losgehen“, so Weigler.

So lange jedoch wird das sommerliche Bild auf Wolgast Hauptzufahrtstraßen von Stoßstange an Stoßstange geprägt sein.

Cornelia Meerkatz

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