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Usedom Kaffee bald im Pfandbecher: Usedom will umweltfreundlicher werden
Vorpommern Usedom Kaffee bald im Pfandbecher: Usedom will umweltfreundlicher werden
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15:16 24.03.2019
Sehr zum Wohl, anstoßen mit Kaffee: UTG-Geschäfstführer Michael Steuer (r.), seine Mitarbeiterin Henriette Weitz und Recup-Chef und -Gründer Fabian Eckert. Quelle: Steffen Adler
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Ückeritz

Das deutschlandweit stark wachsende Mehrweg-Pfandbechersystem „Recup“ will bis zum Saisonbeginn auch auf Usedom durchstarten. Zur Zeit ist gerade ein typisches Inseldesign in Arbeit, das den Becher zieren wird. „Mit Beginn der Sommerschulferien in Mecklenburg-Vorpommern werden diese speziellen Becher vorrätig sein und an die Teilnehmer ausgegeben“, versichert Michael Steuer. Der Geschäftsführer des größten Inselvermarkters, der Usedom Tourismus GmbH, nennt sowohl den Nachhaltigkeitsaspekt als auch den Marketingeffekt als gute Gründe für das System. Schließlich würden sich recht schnell auch die Becher in der Bundesrepublik durchmischen und ganz gewiss auf das Interesse von Sammlern stoßen. 

Nach der ersten Informationsveranstaltung zu „Recup“, bei dem Coffee-to-go in drei verschieden großen Kunststoffbechern von 0,2, 0,3 und 0,4 Litern (für jeweils einen Euro Pfand) ausgereicht wird, war die Resonanz auf Usedom allerdings noch verhalten. Zu einigen wenigen Anmeldern kommen weitere Interessenten hinzu. Nun erwarten Recup-Geschäftsführer Fabian Eckert sowie UTG-Chef Steuer von der zweiten, durchaus gut besuchten Runde vergangene Woche im Haus des Gastes Ückeritz, dass sich weitere Händler und Gastronomen, Imbissbetreiber, Bäckereiinhaber und Kaffeeverkäufer im weitesten Sinne zur Teilnahme entschließen.

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Das läge im Trend, denn das System startete im Mai 2016 zunächst nur in der bayerischen Landeshauptstadt, wo die noch junge Firma ihren Sitz hat. Dann stieg die Zahl der Vertragspartner in Städten und Regionen allerdings rasant: über 750 im März 2018 bis auf gegenwärtig bereits 2381. Ein stolzes Wachstum! Mit dabei sind inzwischen Greifswald, das in MV eine Vorreiterrolle einnahm, Stralsund und auch Rostock.

Die Becherproduktion und das Recyceln der Kaffeebehältnisse nach mindestens 500 Spülungen (getestet) erfolgt in einer Allgäuer Firma in Wangen. Die Entscheidung, ob und wann ein Becher nicht mehr schön ist und aus dem Verkehr gezogen wird, obliegt den Gastronomen. Generell gilt: Einwegmüll wird vermieden, die Umwelt sauberer gehalten. Partner zahlen im Jahr 365 Euro (einen pro Kalendertag) als Systemgebühr, die Kunden einen Euro Pfand, der bei der Rückgabe an einer teilnehmenden Stelle von ihr wiedererstattet wird. Kleiner Haken am noch jungen Konstrukt: Der Deckel ist nicht Bestandteil des Rabattsystems, sondern muss käuflich erworben werden. Das habe hygienische Gründe, so Recup-Chef Eckert vor interessierten Insulanern.

Als Nahziel verkündet er, mindestens 30 Ausgabestellen zwischen Peenemünde und Ahlbeck zu gewinnen; man sei momentan etwa bei der Hälfte. „Natürlich gibt es noch allerhand Gesprächsbedarf, aber wir versuchen gern zu helfen, und von Recup kann man ebenfalls jederzeit eine servicefreundliche Unterstützung am Telefon oder online erwarten“, versichert Henriette Weitz, Marketingreferentin bei der UTG.

Auf erste, nahezu durchweg positive Erfahrungen mit dem Recup-Pfandsystem kann Dirk Packmohr, Inhaber des Cafes und der Bäckerei Backbord in Zinnowitz, verweisen. Er hatte das Projekt von einer Gastromesse im vergangenen November mit auf die Insel gebracht und ist bereits seit Dezember Partner der Münchener. „Natürlich muss man ein solches neues Konstrukt auch bewerben, von allein läuft es nicht. Aber die Kunden nehmen es nach Beratung wirklich sehr gut an“, versichert Packmohr. Hinzu kommt eine erfreuliche Botschaft von UTG-Chef Steuer, der damit eine Information vom Januar-Treff korrigiert: „Es wird nur einen Usedom-Becher geben.“ Soll heißen: Ein Alleingang der Kaiserbäder, wie zunächst avisiert, ist inzwischen vom Tisch. Die Silhouette auf „Ahoi Usedom!“ soll den bei Inselliebhabern immer wieder genannten Vorzügen und Schönheiten der Region entsprechen. Die große Usedomer Facebook-Gemeinde ist dazu extra befragt worden.

Steffen Adler

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