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Usedom Millionen-Investition: Metallbauer in Wolgast expandiert
Vorpommern Usedom Millionen-Investition: Metallbauer in Wolgast expandiert
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12:09 13.12.2018
Geschäftsführer Frank Dannenberg (r.) und Andreas Lisson, Leiter der Abteilung Zerspanung, an einer Fräse, die später in die neue Halle umziehen soll.
Geschäftsführer Frank Dannenberg (r.) und Andreas Lisson, Leiter der Abteilung Zerspanung, an einer Fräse, die später in die neue Halle umziehen soll. Quelle: Tom Schröter
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Wolgast

Die Hadrian GmbH & Co. Metall- und Kunststofftechnik KG in Wolgast baut ihren Standort aus. Unmittelbar neben der Produktionsstätte im Gewerbegebiet Am Fuchsberg wurde jetzt mit den Vorbereitungen zum Bau einer zusätzlichen, etwa 3500 Quadratmeter großen Produktionshalle begonnen. Seit der vergangenen Woche wird das zuvor etwas abschüssige Gelände modelliert. Die entstehende Böschung soll mit L-Schalen aus Beton stabilisiert werden. Zehn Pappeln müssen dem Neubauvorhaben weichen.

Mit der Errichtung der neuen Halle, die im Juni 2019 fertiggestellt sein soll, reagiere das Unternehmen auf die gute Auftragslage im Schienenfahrzeugbau, erklärt Frank Dannenberg, Geschäftsführer der Hadrian GmbH & Co. Metall- und Kunststofftechnik KG. „Die Globelplayer der Branche, wie Siemens, Bombardier und Stadler, erteilen immer neue Großaufträge, für deren Abarbeitung sie geeignete mittelständische Unternehmen suchen. Wir haben so viel zu tun, dass wir expandieren müssen“, schildert der Firmenchef. Dank der zusätzlichen Hallenkapazität könnten Fertigungsabläufe effektiver gestaltet und einzelne Produktionsbereiche separiert werden.

Insgesamt investiere der Betrieb 4,5 Millionen Euro in den Hallenbau und die Anschaffung neuer Technik. So hielten vor kurzem bereits eine knapp eine Million Euro teure Laseranlage zum Schneiden von bis zu 20 Millimeter starken Metallblechen und ein neues, etwa 250000 Euro teures 3-Achs-Bearbeitungszentrum mit hoher Zerspanleistung bei den Hadrianern Einzug. „In der neuen, sieben Meter hohen Halle soll die mechanische Fertigung konzentriert werden. Hier werden sich also Bearbeitungsmaschinen, wie Drehbänke, Fräsen und computergesteuerte Bearbeitungszentren befinden“, erläutert Frank Dannenberg. Zudem biete der Neubau, der auch über einen Brückenkran mit 2,5 Tonnen Traglast verfügen wird, die Möglichkeit, künftig das Sand- und Glasperlstrahlen für Stahl beziehungsweise Edelstahl und Aluminium räumlich sauber voneinander zu trennen. Die im bereits bestehenden, etwa 8500 Quadratmeter umfassenden Hallenkomplex frei werdenden Flächen stünden anschließend für die Erweiterung der Montagearbeitsplätze zur Verfügung.

Derzeit arbeiten laut Dannenberg 92 Beschäftigte in dem Unternehmen, das einen Jahresumsatz von 15 bis 16 Millionen Euro erwirtschafte. Hinzu kommen 25 Mitarbeiter im Bereich Montage, die in Kooperation mit dem Pommerschen Diakonischen Verein Züssow bei Hadrian arbeiten. Im Zuge der Expansion sind Neueinstellungen vorgesehen. „Ich suche dringend fünf bis sechs Dünnblechschweißer für Aluminium und Edelstahl“, sagt der Geschäftsführer.

In dem Wolgaster Betrieb, der 2017 sein 20-jähriges Bestehen feierte, werden im Drei-Schicht-System in vielfältiger Weise Blechteile und Schweißbaugruppen gefertigt. Die meisten Aufträge akquiriert das Unternehmen im Schienenfahrzeugbau, wobei die Firma Partner von 30 bis 40 Systemlieferanten ist, die zum Beispiel Bremssysteme, Klimageräte und Batteriesysteme herstellen. Die Auftraggeber, so betont Dannenberg, legten auf hohe Qualität und flexibles Reagieren auf Kundenwünsche großen Wert.

Unter den Händen der Wolgaster Metallbauer entstehen unter anderem Treppen, WC-Kabinen, Führerstandpulte, Fußböden für den ICE 4, Innenverkleidungsteile für Regionalzüge von Stadler sowie Batteriekästen für die Stromversorgung verschiedener Züge. Außerdem ist der hiesige Betrieb weiterhin Geschäftspartner der Deutschen Telekom, für die hier bereits seit vielen Jahren Schaltschränke hergestellt werden. Allerdings sei hier der Umsatz, seitdem die Telekom bei Investitionen mit dem chinesischen Technik-Riesen Huawai kooperiere, um rund zwei Drittel eingebrochen.

Auch personell macht sich Frank Dannenberg um die Zukunft des Betriebes Gedanken. „Das Unternehmen soll perspektivisch in der Familie bleiben“, sagt der 57-Jährige.

Tom Schröter

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