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Usedom Die Perle an der Ostsee wird aufpoliert
Vorpommern Usedom Die Perle an der Ostsee wird aufpoliert
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16:08 16.09.2019
Wunderschön saniert: Haus Stella Maris in Misdroy. Die Villa Seestern (Stella Maris), an der Westendpromenade gelegen, ist geradezu ein Beispiel für die sogenannte Bäderarchitektur. Zur Kaffeezeit verwöhnt die Wirtin, Frau Schwarze, ihre Gäste mit selbstgebackenem Kuchen.. Quelle: Erwin Rosenthal
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Misdroy

Der Primus der Wolliner Bäder, der Ort Misdroy, muss hinsichtlich seiner Umgebung den Vergleich mit den Usedomer Seebädern keineswegs scheuen. Auch bei den Gästezahlen oder seiner Seebrücke ist der Ort auf Augenhöhe mit den anderen „Kaiserbädern“. Punkten kann das Bad ohne Zweifel auch mit seinem Musikpavillon, dem „Festival der Stars“, dem „Walk of Fame“, einem Wachsfigurenkabinett, dem Ozeaneum, dem Wisentgehege, dem Saurierkabinett und seinen gepflegten Anlagen.

Die größte Faszination des im Jahre 1835 gegründeten Ostseebades geht offensichtlich von den im Osten unmittelbar über dem Strand aufragenden weißen Höhen und ihren „blauen Wäldern“ aus. Aber auch der schöne, recht breite, kilometerlange Sandstrand, herrliche ausgedehnte Buchenwälder sowie der sagenumwobene Jordansee machen den Reiz des Wolliner Ostseebades aus.

Bäderarchitektur macht Charme aus

Ganz im Westen Misdroys reckt sich ein neues Haus in den Himmel. Ein weiteres, recht großes Gebäude entsteht gegenwärtig unmittelbar westlich der Seebrücke und fügt der Skyline des Ortes ein neues Element hinzu. Die Bäderarchitektur, die mehr als ein Jahrhundert den Charme Misdroys ausmachte, ist immer noch ein Anziehungspunkt für die Gäste des Ortes. An der westlichen Promenade wurden die Villa Richter und die Villa Seestern (Stella Maris) liebevoll restauriert. Unmittelbar daneben wartet das ehemals prachtvolle Haus Seeblick immer noch auf seine Instandsetzung. Am Fuße der Seebrücke prangt das zum 4-Sterne-Hotel ausgebaute Hotel „Miramare“ und gegenüber vom „Vienna House Amber Baltic“ befindet sich das Hotel Nautilus. Das etwas weiter östlich gelegene Strandhotel (heute WDW Fregata) gehört zu den ältesten Hotels des Ortes.

Im Zentrum der Promenade hatte der Berliner Arnold Lejeune um 1857 das „Lejeunesche Schloss“ errichtet, das spätere Kurhaus des Ortes. Heute dient es als Kulturhaus. In dem zugehörigen wunderschönen Kurpark prangt jetzt statt der Büste des Kaisers die Büste Chopins.

Im Leujeunschen Schloss verlebte im Jahre 1867 der deutschen Kaiser Friedrich in spe, preußischer Kronprinz und Statthalter von Pommern, einen mehrwöchigen Urlaub. Nach dem Tode Lejeuns kaufte die Gemeinde Misdroy das Haus und den Park auf und gestaltete das Gebäude zum Kurhaus um. Quelle: Sammlung Erwin Rosenthal

Misdroy war vornehmstes Ostseebad

Mehrfach war Misdroy – etwa im Jahre 1874 – mit 3387 Gästen gar der Primus unter den Bädern der Doppelinsel Usedom-Wollin. Heringsdorf konnte zu dieser Zeit lediglich 3014 und Swinemünde 2332 zahlende Gäste aufweisen. Nicht immer bedienten sich die Konkurrenten im Werben um die Gäste fairer Mittel. So verbreiteten die Usedomer Bäder die gehässige Mär, Misdroy sei ein Mückenbad. Sie nannten den Ort „Mückdroy“. Und die Stettiner Zeitungen meldeten im Sommer 1882: „Riesige Mückenschwärme belästigen seit einigen Tagen die sich in den Ostseebädern aufhaltenden Gäste…Namentlich ist, wie immer, Misdroy von diesen Plagegeistern förmlich überschwemmt.“ Die Häme war vergeblich: In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Misdroy für viele das vornehmste Ostseebad Deutschlands. Erwähnenswert ist auch, dass hier im Jahre 1912 am Ortsrand das erste Zeltlager eines deutschen Ostseebades eröffnet wurde.

) Heute erinnern nur noch die Türme der neuen Seebrücke an die alte, nach dem Kriege verfallene Brücke. In dem gut besuchten Eingangsbereich der neuen, 395 Meter langen Brücke, erwarten Bistros, Cafés und kleine Läden ihre Gäste. Quelle: Erwin Rosenthal

Wer heute von Misdroy nach Heringsdorf will, bewältigt die relativ kurze Strecke am schnellsten mit dem Ausflugsdampfer, der an der Seebrücke anlegt, denn die Kaseburger Fähre ist mit der Vielzahl der Fahrzeuge nicht selten überfordert. Die Fertigstellung des Swinetunnels wird Misdroy, Swinemünde und Heringsdorf zu unmittelbaren Nachbarorten machen.

Von Erwin Rosenthal

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