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Usedom Mit Akkordeon, Saxophon und Mundharmonika
Vorpommern Usedom Mit Akkordeon, Saxophon und Mundharmonika
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00:00 27.07.2018
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Freest

„Unerhörte Orte“ – so heißt eine Veranstaltungsreihe, in der die Festspiele MV den Kunstgenuss mit so ganz anders gearteter Erfahrungs- und Erlebniserweiterung zu verbinden suchen. Da sollte es dann schon mal das Ausgefallene sein, Musik in einer Industriehalle, einer Zeitungsredaktion, unter einem gigantischen Forschungsreaktor oder, oder, oder – die Liste bisheriger, spannender und sonst eher weniger zugänglicher Aufführungsorte, ist lang. Seit vorgestern gehört die Bootswerft Freest, ein Handwerksbetrieb für Holzschiffe der inzwischen wohl raren Art, dazu. Das drei Zielorte umfassende Wandel-Programm bot Besichtigung, Vortrag, Märchen „up Platt“ – am Wasser und natürlich „Von dem Fischer un syner Fru“ samt Infos zu den berühmten Freester Fischerteppichen (Cornelia Nenz) – sowie ein halbstündiges Fischbrötchenessen auf grüner Wiese, musikalisch versüßt mit Musik des Berliner studentischen Pentaton-Saxophonquartetts. Später dann das Abendkonzert in der abenteuerlich-atmosphärischen Bootsbauhalle. Und das bei geöffnetem Hallentor, Hafenblick, Abenddämmerung, zwitschernden Schwalben – sie wohnen in der Halle – und Möwengeschrei.

Blick in die Freester Bootswerft: Ein wahrlich außergewöhnlicher Ort für ein Festspiel-Konzert. Quelle: Foto: Archiv
Ekkehard Ochs schreibt über „Unerhörte Orte“ in Freest

Ein Streichquartett hätte da weniger gepasst, der litauische Meisterakkordeonist und Festspielpreisträger Martynas Levickis und das finnische „Sväng“-Mundharmonika-Quartett aber schon.

Ersterer präsentierte mit konzertanter Folklore und Werken von Mossenmark, Ciurlionis, Sibelius und Bach einmal mehr die unglaublich differenzierte Klang- und Ausdruckspalette eines Instruments, das sich längst den Konzertsaal erobert hat. Letztere taten mit finnischen Tangos, finnischer Polka, Sibelius und anderem ein Gleiches, durften dabei aber für die meisten Hörer als Neuentdeckung gelten:

mit erstaunlich differenziertem, zwischen melodiöser, sehnsuchtsvoller Melancholie, nahezu orchestraler Klangfülle und rasanter Tanzhaftigkeit chargierendem Klangbild, Staunen machender (Lippen-und Atem-)Technik sowie gefühlt unendlichen Möglichkeiten, sich in turbulenter Spielfreude zu äußern. Zum Schluss dann Levickis und „Sväng“ gemeinsam mit Tango und „Gipsy“. Mitreißend, unwiderstehlich – und heftig gefeiert!

OZ

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