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00:00 14.10.2016
Martin Luxem im Traktor planiert den Rundweg nahe der Grundschule. Olaf Mett sorgt dahinter für die Feinarbeiten. Quelle: Fotos: Henrik Nitzsche
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Heringsdorf

Wenn Sie gegenwärtig im Wald zwischen der Heringsdorfer Grundschule und dem Jägersberg unterwegs sind, könnte Ihnen auf den Wegen schwere Technik entgegenkommen. Der Kur- und Heilwald im Kaiserbad nimmt allmählich Gestalt an. Mitarbeiter der Zinnowitzer Firma Wuttig sind dabei, einen Kurwaldweg und verschiedene Heilwaldwege herzurichten.

Kur- und Heilwald in Heringsdorf nimmt Gestalt an / Wege werden gegenwärtig gebaut, Stationen vorbereitet

„Zwischen der Grundschule und dem Waldbühnenweg verläuft ein Weg für Seh- und Gehbehinderte“, informiert Vorarbeiter Olaf Mett. Etwa 1,4 Kilometer wird der Weg lang sein, „rund einen Kilometer haben wir fertig.“ An einer Seite des Fußweges wurden Borde gesetzt. So können sich Blinde mit dem Stock beim Gehen besser orientieren. Dass auch Rollstuhlfahrer oder Personen mit Rollatoren problemlos durch den Kur- und Heilwald kommen, dafür sorgt die neue ebene und wassergebundene Decke. Die darunterliegende Schottertragschicht soll das Versickern des Wassers erleichtern.

Zum Konzept des Projekts, das vom Bäderverband Mecklenburg- Vorpommern und der Gemeinde Heringsdorf initiiert wurde, gehören auch mehrere Heilwaldstationen. „Die Ausstattung der einzelnen Plätze erfolgt in den nächsten drei Wochen“, sagt Karin Lehmann, stellvertretende Heringsdorfer Kurdirektorin. Geplant sind ein Bewegungs- und Kletterparcours, eine Baumstammhüpfstrecke, ein Turnreck, Balancierbalken oder ein Poesiepfad mit Gedichten auf Findlingen. „Dazu kommen etwa 35 gestaltete Anleitungs- und Hinweistafeln sowie Piktogramme, die zu eigenen Aktivitäten anregen sollen“, betont Karin Lehmann.

An den Wegen werden Bänke und Spielgeräte aufgestellt. Aufgrund der bewegten Topographie werden Pfade mit geringeren, mittleren und hohen Anforderungen angeboten und anhand einer unterschiedlichen Farb- und Formgestaltung ausgewiesen. Karin Lehmann verweist mit dem Projekt auf ein Alleinstellungsmerkmal. „Das ist der erste Kur- und Heilwald Europas“, betont sie. Sie will den Heilwald als ein modernes Gesundheitsstudio verstanden wissen: „Der Aufenthalt im Küstenwald dient aufgrund der einzigartigen Verbindung von Wald- und Seeklima und der staubfreien und allergenarmen Luft der Stärkung des Herz-Kreislaufsystems. Das wirkt sich auch positiv auf das Atemsystem aus.“

Karin Lehmann verweist auf den Projektpartner Reha-Klinik Usedom. „Gemeinsam mit der Klinik wollen wir die Wirkung der Gesundheitspotenziale aus der Natur testen. Wald als Apotheke – bei welchen Indikationen kann der Wald helfen?“, so die Vize-Kurdirektorin zum Arbeitstitel. Erste Ergebnisse sollen im September 2017 beim Internationalen Waldkongress in Heringsdorf vorgestellt werden. Die Fertigstellung der Wege und Stationen ist im November 2016 geplant.

Land unterstützt Heilwald

500 000 Euro kostet die Einrichtung des Kur- und Heilwaldes in Heringsdorf.

340 000 Euro – mit dieser Summe hat das Landwirtschaftsministerium in Schwerin das Pilotprojekt im Kaiserbad unterstützt.

Geplant ist mit der Einrichtung des Kur- und Heilwaldes die Ausbildung von Waldtherapeuten, die vor Ort mit den Besuchern arbeiten können.

Weitere Kur- und Heilwälder sollen in Waren/Müritz, Graal Müritz, Bad Doberan und Sassnitz entstehen.

Henrik Nitzsche

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