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Usedom Mordprozess Maria K.: Hauptangeklagter droht mit „Wir sehen uns wieder“
Vorpommern Usedom Mordprozess Maria K.: Hauptangeklagter droht mit „Wir sehen uns wieder“
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20:11 22.08.2019
Nicolas K., einer von zwei mutmaßliche Tätern im Landgericht Stralsund beim aktuellen Prozess im Mordfall Maria K. Quelle: Tilo Wallrodt
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Stralsund

Der Hauptangeklagte im Prozess zum Mordfall Maria K. aus Zinnowitz zeigt bisher keinerlei Reue – und hat vor Gericht mehreren Beteiligten gedroht. Vor dem Landgericht Stralsund wurde am Donnerstag unter anderem Anna S. angehört, die ehemalige Freundin des mutmaßlichen Mörders Nicolas K.

Nach den Schilderungen von Anna S., wonach ihr Nicolas K. schon vor dem Mord an ihrer besten Freundin von seiner Tötungsabsicht berichtet hat, kam es zu einem Zwischenruf aus den Besucherrängen im Gerichtssaal. Eine Freundin der Toten rief Anna S. zu: „Du bist eine Mittäterin. Du gehörst in den Knast. Dir sollte man das Kind wegnehmen!“ Daraufhin erwiderte der 19 Jahre alte Angeklagte: „Halt Dein Maul da hinten! Wir sehen uns wieder!“

Nicolas K. droht Niko G.

Außerdem berichtete auch der Anwalt des Mitangeklagten Niko G. (21 Jahre), dass dieser vom 19-Jährigen bedroht worden sei. Ihm flüsterte der mutmaßliche Mörder ebenfalls zu: „Wir sehen uns wieder!“

Bilder vom Prozessauftakt im Mordfall Maria K. am Landgericht Stralsund

Die Vorsitzende Richterin der Großen Jugendkammer, Birgit Lange-Klepsch, mahnt den Angeklagten: „Drohungen sind im Gerichtssaal nicht gestattet. Verhalten sie sich ruhig!“ Auch die Zuschauer wurden angewiesen, nicht während der Verhandlung reinzureden und still zu sein, da sie ansonsten umgehend des Saales verwiesen werden.

Freundin mit Schlägen traktiert

Nicolas K. wurde von mehreren seiner Kumpel, mit denen er regelmäßig trank und kiffte, im Prozess als aggressiv und sehr jähzornig beschrieben. Seine ehemalige Freundin Anna S. bestätigte ebenfalls diese Aussage, sie wurde von ihm regelmäßig durch Schläge misshandelt.

Nach der Mittagspause im Prozess am Donnerstag wollte der Angeklagte neben den obligatorischen Fuß- auch freiwillig die Handfesseln tragen. Er habe selbst darum gebeten, sagte sein Anwalt Axel Vogt auf Nachfrage der Richterin. „Noch ist nichts passiert.“

Zischen in Richtung Zuschauer

Auch beim Verlassen des Saales während einer weiteren Pause zischte er mit finsterem Blick, zusammengekniffenen Augen und die gefesselten Hände zu Fäusten geballt in Richtung der anwesenden Zuhörer aus Zinnowitz: „Wir sehen uns wieder!“ Wenn genau er meinte, war nicht auszumachen.

Allerdings beruhigte sich Nicolas K. im Verlauf des Nachmittags, sodass ihm nach Ende einer kurzen Toilettenpause auf Wunsch die Handfesseln wieder abgenommen wurden.

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Von Cornelia Meerkatz und dpa

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