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Usedom Mordprozess Maria K.: Heute werden die Urteile gesprochen
Vorpommern Usedom Mordprozess Maria K.: Heute werden die Urteile gesprochen
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14:52 06.09.2019
Der 19-jährige Angeklagte (l) und der 21-jährige Angeklagte (4.v.l.) sitzen im Gerichtssaal im Landgericht neben ihren Anwälten. Quelle: Stefan Sauer
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Stralsund

Werden die Mörder von Maria K. lebenslang weggesperrt? Am Freitagvormittag um 10.30 Uhr will die Große Jugendkammer am Landgericht Stralsund unter Vorsitz von Richterin Birgit Lange-Klepsch das Urteil in einem der spektakulärsten Mordprozesse in Mecklenburg-Vorpommern sprechen.

Am 18. März dieses Jahres war die 18-jährige Maria K. aus Zinnowitz auf der Insel Usedom erstochen worden. Tags darauf wurde sie gefunden. Die junge Frau lebte allein, sie war im dritten Monat schwanger. Angeklagt sind zwei junge Männer aus Zinnowitz und KarlshagenNicolas K. (19) und Niko G. (21). Ihnen wird vorgeworfen, Maria heimtückisch und aus Mordlust erstochen zu haben.

Nicolas K. gilt nach wie vor als äußerst gefährlich

Am Montag dieser Woche, dem fünften Verhandlungstag, waren vor dem Landgericht Stralsund die Plädoyers gehalten worden. Der 19-Jährige hatte während des Prozesses ohne jede Emotion zugegeben, mehrfach brutal auf Marias Gesicht, Hals, Arme und Hände eingestochen zu haben. Zudem gab er an, dass er immer noch Tötungsfantasien habe. Staatsanwaltschaft und Nebenklage forderten für Nicolas K. unter Feststellung der besonderen Schwere der Schuld die Unterbringung im Maßregelvollzug, einem psychiatrischen Haftkrankenhaus mit strengsten Sicherheitsbestimmungen. Ein forensischer Gutachter hatte ihm eine schwere seelische Abartigkeit bescheinigt und ihn als einen nach wie vor äußerst gefährlichen Straftäter eingestuft. Außerdem soll eine Jugendstrafe verhängt werden, wobei die Staatsanwaltschaft zehn Jahre, die Nebenklage als Vertreterin von Marias Mutter 15 Jahre fordert.

Niko G. ist voll schuldfähig

Für den 21-jährigen Niko G., der laut Gutachten voll schuldfähig ist, wird lebenslänglich gefordert, weil er während der Tat die Beine der jungen Frau festgehalten haben soll. Er bestreitet das. Gefordert wird auch bei ihm die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. Damit soll verhindert werden, dass nach 15 Jahren ein Antrag auf vorzeitige Entlassung aus der Haft gestellt werden kann.

Auch Pflichtverteidiger Axel Vogt sagte, dass sein Mandant Nicolas K. schuldig des Mordes mit Schwangerschaftsabbruch sei. Allerdings liege keine besondere Schwere der Schuld vor, da er laut Gutachter eine schwer gestörte Persönlichkeit habe und geständig gewesen sei. Deshalb plädierte er für die Unterbringung im Maßregelvollzug und das Jugendstrafrecht. Das hieße, maximal zehn Jahre Haft.

René Neumeister, Pflichtverteidiger von Niko G., plädierte hingegen auf Beihilfe zum Mord ohne besondere Schwere der Schuld und widersprach damit der Nebenklage. Es könne eben nicht nachgewiesen werden, dass Niko G. das Opfer festgehalten habe. Die vom Gericht zu verhängende Höhe der Strafe solle sich aber am Erwachsenenstrafrecht orientieren.

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Von Cornelia Meerkatz

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