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Usedom Bansiner Strandgut: Draht, Grill und Müll
Vorpommern Usedom Bansiner Strandgut: Draht, Grill und Müll
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13:22 21.01.2019
Rund 50 Helfer kamen an den Strand nach Bansin, um gemeinsam den Müll zu sammeln. Quelle: Dietmar Pühler
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Bansin

„Die letzten beiden Stürme haben reichlichviel Müll an unsere Strände gespült. Besonders die Steilküste um den Langenberg in Bansin ist betroffen.“ Mit diesen Zeilen riefen der Heringsdorfer Bürgermeister Lars Petersen und Claudia Pautz von „Inselverliebt Usedom“ via Facebook am Sonnabend zur Strandreinigungsaktion „Beach CleanUp“ in Bansin auf.

Die Einladung zur Aktion wurde erst am vergangenen Dienstag gepostet. Insofern war die Erwartungshaltung der beiden Organisatoren recht gering. „Wir hatten mit 15 Leuten gerechnet“, so Petersen. Immerhin konnte sich Claudia Pautz darüber freuen, dass 50 Leute die Veranstaltung geteilt hatten.

Unterstützung aus vielen Teilen der Region

Und genau so viele kamen auch am Samstagvormittag zum Fischerstrand nach Bansin. Darunter viele Einheimische aus allen drei Kaiserbädern, Helfer aus Greifswald, Lassan, Wolgast und Zinnowitz sowie einige Urlauber.

Die Aktion wurde unterstützt von Thilo Naumann vom Hotel Admiral. Der Bansiner Hotelier verteilte nach der Begrüßung Handschuhe und lud hinterher zu einem kleinen Buffet ein. Darüber hinaus beteiligte sich der Ahlbecker Strandkorbvermieter Ringo Paukewadt, der das Sammelgut auf seinem Anhänger abtransportierte. In zwei Gruppen ging es vom Fischerstrand einmal in Richtung Hauptstrandzugang und einmal in Richtung Langenberg.

Sah der Strand auf den ersten Blick sauber aus, so entpuppte er sich beim genauen Hinsehen doch als ziemlich verunreinigt. Neben unzähligen Zigarettenkippen waren es noch mehr kleine Plastikteile, die in die grauen Müllsäcke wanderten. Die Helfer grasten nicht nur den flachen Strand ab, sondern auch die Düne und die Böschung der Steilküste. Während in der Düne auf Höhe der Bergstraße viele Feuerwerksreste von Silvester gefunden wurden, waren es an der Steilküste Hinterlassenschaften von sommerlichen Picknicken am bewaldeten Hang.

Eigentlich war die Aktion als „lockerer Morgenspaziergang mit ein bisschen Müllsammeln“ deklariert, doch legten die Teilnehmer eine große Sammelleidenschaft an den Tag. Mit vollem Körpereinsatz barg Peggy Mehling ein verrostetes Geländer an der Steilküste. „Die Hose habe ich immer an, wenn ich im Garten arbeite. Die darf ruhig dreckig werden“, sagte die Lebensgefährtin von Bürgermeister Lars Petersen.

Stolperfallen entfernen

Der hatte viel Mühe, einen verschlungenen Draht aus der Erde zu ziehen. Gemeinsam mit Frank Bärwald vom Bauhof gelang es ihm, die Stolperfalle am Rande der Böschung zu beseitigen. Genauso wie das Seilknäuel, das halb verschüttet aus der Böschung herauslugte.

Mit dabei war auch Arjan Mensies aus Heringsdorf mit seiner ganzen Familie. Der aus den Niederlanden stammende Koch wurde durch die Berichte in den Medien sensibilisiert. „Das ganze Plastik im Meer ist doch schlimm“, findet er. Was ihn beim Sammeln erstaunte, war „das Styropor überall. Das ist Wahnsinn“. Seine Frau Claudia Fröhnel meinte: „Eigentlich kann man immer ein Tütchen mitnehmen, wenn man an den Strand geht.“

Wiedergutmachung mit der Müllsammelaktion

Extra aus Greifswald kam der als Kaffee-Klaus bekannte Klaus Ewert mit seiner Frau. „Ich muss etwas gutmachen“, sagte er mit einem kleinen Augenzwinkern und bezog das auf die vielen Einweg-Plastikbecher, die er im Laufe der vergangenen Jahre an seine Kunden ausgegeben hatte. Immerhin: „Seit Oktober habe ich die Re-Cup-Becher in meiner Café-Bar. Grob gerechnet 98 Prozent der Kunden sind begeistert“, fügte er zufrieden an.

Mit gleich sieben Leuten waren die Laufmützen Insel Usedom gekommen. „Wir wollten schon mal üben für nächste Woche“, sagte Christina Kämmerer lachend. Dann wird am Sonntag in Karlshagen um 15 Uhr zum „Plogging“ eingeladen. Der Begriff steht für Müll sammeln und joggen.

Einer der Laufmützen ist Rico Harder aus Wolgast. Ihm geht es mit den Aktionen vor allem darum, die Menschen für eine Müllvermeidung zu sensibilisieren. „Es wäre schön, wenn die Leute ein bisschen achtsamer mit Müll umgehen“, so seine Hoffnung.

Vom Facebook-Aufruf angesprochen fühlten sich auch die Freunde Anica Berg, Julia Fischkal (beide Ahlbeck) und Nico Goldmann (Bansin). „Es gibt so viele Reportagen über Tiere, die Plastik fressen und daran sterben“, findet Anica Berg. Deshalb wollte sie mit ihrer Teilnahme auch ein Zeichen setzen.

Glasscherben sind schädlich für die Hunde

Lars Petersen war nach der zweistündigen Sammelaktion rundum zufrieden. „Ich bin begeistert, wie viele gekommen sind und erstaunt, was wir gefunden haben“, so der Bürgermeister. Seine Partnerin Peggy Mehling hatte ebenfalls viel Spaß beim Beach CleanUp. „Ich freue mich, so viele bekannte Gesichter zu sehen“, ließ sie wissen und verriet: „Wenn wir mit den Hunden unterwegs sind, haben wir immer eine Tüte dabei und schimpfen über die Glasscherben, die wir finden. Mich ärgert, dass es vielen Menschen so egal ist, wohin sie ihren Müll werfen.“

Sie war es auch, die einen noch fast neuen Grill, eine leere Bierkiste, unzählige Flaschen und eine Jeans aus der Böschung am Langenberg holte. Neben viel Kleinkram wie Glasscherben und allerlei Plastik wurde an vielen Stellen Absperrdraht geborgen, Holzplanken, Starkstromkabel, ein Fahrradkorb, geknackte Fahrradschlösser, ein Rasengitterstein, Betonteile und verrostetes Metall.

Nächste Aktion in Planung

Bürgermeister Lars Petersen kündigte schon mal die nächste Aktion an. Am 23. März ruft die Gemeinde dazu auf, schwerpunktmäßig die Ortseingänge auf Vordermann zu bringen. Treffpunkt ist um 10 Uhr am Bauhof in Ahlbeck. Petersen nimmt gerne noch Vorschläge an, wo darüber hinaus im Gemeindegebiet Müll gesammelt werden soll.

Dietmar Pühler

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