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Usedom Munition bei Löscharbeiten in Peenemünde gefunden
Vorpommern Usedom Munition bei Löscharbeiten in Peenemünde gefunden
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06:33 28.06.2019
Am Mittwoch brannte ein etwa sieben Hektar großes Waldstück zwischen Peenemünde und Karlshagen. Die Feuerwehr war bis spät in den Abend im Großeinsatz. Quelle: Hannes Ewert
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Peenemünde

Am Ende hielt sich der Schaden in Grenzen. Der Großbrand zwischen Karlshagen und Peenemünde hat die Insel Usedom jedoch zwei Tage lang in Atem gehalten. Bis Donnerstagvormittag löschten rund 70 Männer und Frauen zwischen den Kiefern des munitionsbelasteten Gebietes in der Sperrzone auf Höhe des Parkplatzes Kienheide Brandherde.

Das Feuer war am Mittwochmittag ausgebrochen. Warum, ist noch immer unklar. Der Brand hatte sich zunächst auf eine Fläche von 100 mal 100 Metern beschränkt. Das Problem: Das Gebiet ist durch mehrere Bombardements im Zweiten Weltkrieg (1939-45) stark munitionsbelastet. Erst nachdem alle Behörden einbezogen waren, kam die Freigabe, dass die Feuerwehrleute in den Wald hinein dürfen, um zu löschen. Zwischen Erstmeldung und Freigabe verging viel Zeit. In dieser vergrößerte sich Brandfläche auf einen Hektar – bedingt auch durch die ständig wechselnden Winde. Am Ende waren es sieben Hektar abgebrannte Fläche.

Feuerwehren bis zur Dunkelheit im Einsatz

Bis spät in den Abend waren am Mittwoch 135 Männer und Frauen von 15 Wehren im Einsatz. Als es dunkel war, wurde der Einsatz unterbrochen und die Wehren aus Benz, Wusterhusen und Anklam übernahmen die Nachtwache. Ein Großteil des Brandes war bis dahin schon gelöscht. Nur noch kleinere Glutnester flammten immer wieder auf. Problem: Das Feuer war bis zu 30 Zentimeter in der Erde.

In einem Wald bei Peenemünde brach am Mittwoch ein Brand. Weil das Gebiet stark munitionsbelastet ist, stand die Feuerwehr vor großen Problemen.

Munition bei Löscharbeiten entdeckt

Am Mittwochabend entdeckten Feuerwehrleute bei den Löscharbeiten zudem einen Gegenstand, der wie Munition aussieht. Ob das Teil, das die Größe eines Feuerlöschers hat, tatsächlich welche ist, untersucht jetzt der Munitionsbergungsdienst.

Hoffnung auf Erholung für den Pflanzen- und Tierbestand

Revierförster Uwe Wobser hofft, dass sich die Pflanzen- und Tierbestände von dem Brand schnell erholen. „Einige Tiere werden mit Sicherheit die Flucht ergriffen haben, andere sind leider verbrannt“, sagt er. Er hofft, dass nicht allzu viele Kiefern absterben. „Wir können von Glück reden, dass das Feuer nicht in die Baumkrone geklettert ist. Dann hätten wir hier ein richtiges Problem gehabt und hätten zusehen müssen, dass wir den Ort vor dem Feuer schützen“, erklärt er.

Gemeinsames Mittagessen zum Abschluss

Der Donnerstag endete für mehr als 60 Feuerwehrleute mit einem gemeinsamen Mittagessen auf dem Parkplatz Kienheide. Das Restaurant „Nordlicht“ in Karlshagen um Inhaber Thomas Barnekow und Olla Novak bereitete Hähnchenkeule, Rinder- und Bauernroulade mit Gemüse und Kartoffeln zu. Danach übernahm die Forst die Arbeiten im Wald. Mit einem kleinen Wagen samt Wassertank schauten die Mitarbeiter im Wald nach, ob noch kleinere Glutnester glimmen. Die Feuerwehr rückte am frühen Nachmittag komplett ab und fuhr zurück in die Gerätehäuser. Die meisten Kameraden sehnten sich nach Schlaf und Ruhe. In der Nacht hatten viele nur drei Stunden zwischen den Einsätzen geschlafen.

Dank an die Feuerwehren

Innenminister Lorenz Caffier (CDU), der dienstlich auf einem Termin in Peenemünde war, sowie Landrat Michael Sack (CDU) als auch Karlshagens Bürgermeister Christian Höhn und sein Amtskollege Rainer Barthelmes aus Peenemünde dankten den Feuerwehrleuten für den unermüdlichen Einsatz. Alle waren am Einsatzort und verschafften sich einen Überblick der Lage.

Live-Ticker vom Waldbrand

Ein OZ-Reporter war während der Löscharbeiten vor Ort und zeigt, wie sich die Arbeit gestaltete. Viele Videos und Fotos sowie interessante News wurden in dem Ticker aufbereitet.

  • 27.06.19 14:54
    Alle Feuerwehren haben den Einsatzort verlassen und sind wieder in ihren jeweiligen Gerätehäusern.
  • 27.06.19 12:38
    Auch wir haben mittlerweile den Ort verlassen und konzentrieren uns nun auf die Produktion der Zeitung für morgen.
  • 27.06.19 11:40
    Gegen 14 Uhr kommen Mitarbeiter der Forst mit einem Wasserwagen (1000 Liter), die den Wald ständig beobachten. Sie haben auch Feuerpatscher dabei, um bei einem möglichen Glutnest einzugreifen.
    Sollte sich ein Glutnest zu einem Feuer entwickeln,muss die Feuerwehr nochmal ran. Einige Schläuche liegen noch im Wald.
    Revierförster Uwe Wobser sagt, dass der Wald komplett gelöscht ist.
  • 27.06.19 11:33
    Zum Glück ging der Brand nicht in die Baumkrone. Dann hätte es noch viel schlimmer kommen können.
  • 27.06.19 11:31
    Im Video werden die Ausmaße des Brandes deutlich.
  • 27.06.19 11:29
    Teilweise breitete sich das Feuer über das Wurzelwerk der Pflanzen aus.
  • 27.06.19 11:14
    Die Feuerwehrleute haben alle Hunger. Lange Schlangen bildeten sich vor einem Wagen.
  • 27.06.19 10:32
    Der Boden des Waldes ist schwarz. Nun kann man hoffen, dass die Natur wieder zu sich kommt. Einige Bäume werden mit Sicherheit nicht zu retten sein.
  • 27.06.19 10:30
    Ein Wunder, dass das Feuer nicht in die Baumkronen ging. Sonst wäre die Katastrophe bei dem Wind perfekt gewesen.
  • 27.06.19 10:29
    Im Video werden die Schäden im Wald deutlich.
  • 27.06.19 10:28
    Das Essen für die Feuerwehrleute ist da! Es gibt Hähnchen! Lasst es euch schmecken!
  • 27.06.19 10:02
    Die Führungsgruppe schaut sich im Wald die Schäden an, welche durch das Feuer entstanden sind.
  • 27.06.19 09:29
    Eine News noch von der Feuerwehr Peenemünde: Wie Bernd Meyer vom Amt Usedom Nord informiert, soll demnächst die Ausschreibung für ein neues Fahrzeug beginnen. Zinnowitz und Trassenheide bekommen wohl noch in diesem Jahr ein neues Fahrzeug.
  • 27.06.19 09:24
    Derzeit sind nur noch 55 Feuerwehrleute vor Ort. Unter anderem reiste schon die Feuerwehr Bannemin ab.
  • 27.06.19 09:08
    Die Schläuche werden auf den Abtransport vorbereitet.
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Hannes Ewert

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