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Usedom Nach Streik: Usedomer Bäderbahn muss Schadensersatz zahlen
Vorpommern Usedom Nach Streik: Usedomer Bäderbahn muss Schadensersatz zahlen
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05:45 07.11.2013
Der Potsdamer Jannis Manoloudakis hat einen Prozess gegen die UBB gewonnen. Das Unternehmen muss ihm Schadensersatz zahlen, weil er wegen eines Zugausfalls in einem Hotel übernachten musste.
Der Potsdamer Jannis Manoloudakis hat einen Prozess gegen die UBB gewonnen. Das Unternehmen muss ihm Schadensersatz zahlen, weil er wegen eines Zugausfalls in einem Hotel übernachten musste. Quelle: Privat
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Heringsdorf

Die Usedomer Bäderbahn (UBB) hat den Prozess gegen einen Fahrgast verloren, der wegen eines Zugausfalls bei einem Streik auf Schadensersatz geklagt hatte. Das Unternehmen muss dem Mann rund 43 Euro für eine Hotelübernachtung zahlen. Das teilte das Amtsgericht Wolgast in dieser Woche mit. Bei dem Urteil handelt es sich um ein sogenanntes Anerkenntnisurteil. „Die UBB hat noch vor der mündlichen Verhandlung die Anklage akzeptiert. Ich musste kein eigenes Urteil sprechen“, sagte Richter Andreas Hennig. Während der Tarifverhandlungen zwischen Lokführern und der UBB war es in den vergangenen Wochen zu zahlreichen Streiks gekommen, bei denen viele Züge ausfielen – zum Teil ohne Schienenersatzverkehr.

Bei dem Kläger handelt es sich um den Potsdamer Jannis Manoloudakis. Der Diplom-Politologe wollte am 10. März 2013 von Heringsdorf über Züssow nach Berlin fahren. Als er am Abend den Bahnsteig betrat, fuhren aufgrund eines Streiks aber keine Züge. „Es gab keinen Ersatzverkehr, keine Bahnbeamten und nicht mal eine Infotafel“, sagt Manoloudakis. Weil es schon spät war und die Straßen zudem völlig verschneit waren, sei er gezwungen gewesen, noch eine weitere Nacht auf der Insel zu bleiben. Als der Mann danach die Hotelrechnung der UBB in Rechnung stellte, habe das Bahnunternehmen die Zahlung verweigert. „Sie haben geschrieben, es bestehe kein Schadensanspruch, weil der Streik für sie nicht vorhersehbar gewesen sei“, sagt Manoloudakis. Bei der Klageschrift an das Gericht vertrat er eine andere Meinung: Der Streik sei vorhersehbar gewesen, weil es in den Wochen zuvor schon zu Tarifauseinandersetzungen gekommen war.

Dass die Gegenseite noch vor einem Richterspruch seiner Argumentation nachgab, ist für den Politologen ein Erfolg. „Mir geht es nicht um das Geld. Ich wollte den Leuten zeigen, dass man sich nicht alles gefallen lassen darf“, sagte er. Die Usedomer Bäderbahn war auf wiederholte Anfrage nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Alexander Müller