Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Usedom Täter wollten Elektromarkt in Wolgast aufsprengen
Vorpommern Usedom Täter wollten Elektromarkt in Wolgast aufsprengen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:51 12.09.2019
Ein Polizeibeamter dokumentiert die beschädigte Schaufensterscheibe. Die Kriminalisten nahmen diverse Proben und versuchten auch, Fingerabdrücke zu sichern. Quelle: Tom Schröter
Anzeige
Wolgast

Ein lauter Knall ließ am Donnerstagmorgen um 4.45 Uhr die Einwohner in Wolgast aufschrecken. Unbekannte Täter hatten versucht, das Elektro-Fachgeschäft EP:Wolter in der Chausseestraße aufzusprengen. Den Sprengsatz platzierten sie dafür an der großen mittleren Schaufensterscheibe. Eine davor angebrachte Sperrholzplatte sollte offenbar dafür sorgen, dass sich die Explosion möglichst in Richtung Geschäft entlädt.

Um nicht erkannt zu werden, entfernten die Täter zuvor zwei an der Außenfassade des Geschäftes angebrachte Überwachungskameras. Die letzten Aufzeichnungen sollen dem Vernehmen nach einzelne, auf der Chausseestraße am Laden vorbeifahrende Autos und Radfahrer zeigen. Die morgendliche Straßenszene war also zum Zeitpunkt der Tat bereits einigermaßen belebt.

Das Vorhaben der Täter, in das Geschäft einzudringen, schlug fehl. Das Sicherheitsglas hielt der Attacke weitgehend stand – das Glas splitterte zwar und wurde auch teilweise aus der Verankerung gerissen, aber es entstand ein lediglich etwa kopfgroßes Loch von 30 Zentimeter Durchmesser, durch das niemand einsteigen konnte.

Die Kriminalpolizei sichert Spuren in Wolgast

Die Detonation war allerdings so stark, dass ausgelegte Ware in das Innere des Geschäfts geschleudert wurde und sich die Glassplitter bis in den hinteren Bereich des Ladens verteilten, wie Inhaber Frank Wolter schilderte. Auch die Fassade des auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindlichen Lidl-Marktes wurde durch umherfliegende Teile an mehreren Stellen beschädigt. Wie zu erfahren war, waren dem Sprengsatz wahrscheinlich Muttern beigemischt worden, die durch die Wucht der Explosion umher flogen und zu den Schäden in der Fassade geführt haben sollen. Teile der erwähnten Sperrholzplatte fanden sich noch vor dem gut 60 Meter entfernten Takko-Markt.

Polizeibeamte nehmen am Donnerstagmorgen den Tatort in Augenschein. Quelle: Tilo Wallrodt

Beamte des Kriminaldauerdienstes aus Anklam sicherten am Morgen den Tatort. Sie inspizierten das Ladeninnere und das kaputte Schaufenster und nahmen mehrere Proben. Außerdem suchten sie an der Außenwand im Bereich der demontierten Kameras nach Fingerabdrücken. Die Spuren sollen kriminaltechnisch untersucht werden, um zum Beispiel auch festzustellen, welches Sprengmittel verwendet wurde. Die Suche nach den beiden Überwachungskameras blieb unterdessen ergebnislos. Die Beamten nahmen hierzu sowohl das angrenzende Grundstück als auch das Dach des Geschäftshauses in Augenschein.

Ob etwas aus dem Elektronikgeschäft entwendet wurde, konnte zum Zeitpunkt der Anzeigenaufnahme noch nicht gesagt werden, informierte Nicole Buchfink, Sprecherin des Polizeipräsidiums Neubrandenburg. Der Sachschaden beträgt mehrere Tausend Euro. Das Geschäft wurde zeitweise „aus technischen Gründen“ geschlossen und öffnete erst im Verlauf des Nachmittags für den Kundenverkehr wieder.

Die Kriminalpolizei bittet mögliche Zeugen, sich an die Einsatzleitstelle Neubrandenburg unter Telefon 03 95/55 82 22 24, die Internetwache der Landespolizei MV unter www.polizei.mvnet.de oder aber jede andere Polizeidienststelle zu wenden.

Von Tom Schröter und Tilo Wallrodt

Am Sonnabend, dem 14. September, öffnet das Polizeirevier an der Chausseestraße in Wolgast für Neugierige seine Türen. Die Besucher sind eingeladen, das Gebäude zu besichtigen und den täglichen Dienst der Beamten kennenzulernen.

11.09.2019

Am Dienstagabend kam es in Swinemünde zu einem schweren Unglück am Piastowski-Kanal. Drei Jugendliche fuhren mit dem Auto in den Kanal. Einer konnte sich retten, für die anderen beiden kam jede Hilfe zu spät. Taucher holten sie an die Wasseroberfläche.

11.09.2019

Der Landrat von Vorpommern-Greifswald soll erneut in Verhandlungen mit der Unimedizin Greifswald treten, um einen anteiligen Rückkauf des Kreiskrankenhauses Wolgast auf den Weg zu bringen. Der Kreistag folgte damit Montagabend einem Beschlussvorschlag der SPD-Fraktion.

11.09.2019