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Usedom Lichtshow in Wolgast für neue Stromtrasse
Vorpommern Usedom Lichtshow in Wolgast für neue Stromtrasse
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20:03 10.12.2018
Die E.dis will das Farblicht am Wolgaster Umspannwerk an der Robert-Koch-Straße allabendlich bis Mittwoch angeschaltet lassen.
Die E.dis will das Farblicht am Wolgaster Umspannwerk an der Robert-Koch-Straße allabendlich bis Mittwoch angeschaltet lassen. Quelle: Tilo Wallrodt
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Wolgast

Der regionale Energieversorger E.dis hat gestern Abend eines seiner umfangreichsten Bauprojekte der jüngeren Zeit offiziell abgeschlossen. Es handelt sich um den Hochspannungsanschluss der Insel Usedom, der Gemeinde Lubmin und der Stadt Wolgast, der während der vergangenen vier Jahre bei laufendem Betrieb komplett erneuert und für die Zukunft fit gemacht wurde.

Zur erneuerten Trasse Greifswald-Karlshagen gehören laut Unternehmensangaben 245 Kilometer Leiterseile und 162 Stahlgittermasten. Gestern nahmen E.dis-Vorstandsvorsitzender Alexander Montebaur und Christian Pegel, Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung M-V, in Wolgast die Anlage mit einem symbolischen Kopfdruck in Betrieb. Dabei erstrahlte das Umspannwerk an der Robert-Koch-Straße in einer farbenprächtigen Musik-Licht-Show.

E.dis will anlässlich der Inbetriebnahme der neuen, 42 Kilometer langen 110-kV-Hochspannungsfreileitung mit jeweils einem Abzweig nach Wolgast und nach Lubmin das Farblicht am Wolgaster Umspannwerk allabendlich bis Mittwoch angeschaltet lassen. Die vorweihnachtliche Beleuchtung in der alten Herzogstadt erhält auf diese Weise eine spektakuläre Ergänzung. Die Firma Veranstaltungstechnik Mike Leuchter aus Groß Lüsewitz bei Rostock, so hieß es, setze für ihre Lichtinstallation ausschließlich moderne Leuchtmittel mit niedrigem Energieverbrauch ein.

Die neue, insgesamt rund 16 Millionen Euro teure Hochspannungstrasse kann mit 246 Megavoltampere mehr als doppelt so viel Leistung übertragen, wie die früher bestehende Leitung. „Damit sind wir mit Blick auf die Energiewende in der Lage, künftig noch deutlich mehr Grünstrom zumeist aus Windkraftanlagen aus der Region aufzunehmen“, erklärte Vorstandschef Montebaur. Der Windstrom werde in die neue 110-kV-Leitung eingeleitet, um in Lubmin auf 380 kV hochtransformiert und gen Süden weitergeleitet zu werden. Die in das E.dis-Netz in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg integrierte Neuleistung aus Windkraft betrage pro Jahr etwa 500 Megawatt. Inzwischen würden insgesamt etwa 10000 Megawatt Leistung aus Windkraftanlagen in das Netz des Unternehmens eingespeist.

Neue Hochspannungsleitung wurde am Montagabend feierlich in Betrieb genommen

Montebaur dankte den am Leitungsbau beteiligten Firmen, die bei ihrem Einsatz Wind und Wetter getrotzt hätten. Die relativ lange Bauphase sei den Auflagen des Umweltschutzes geschuldet gewesen. Da die Trasse durch sensible Lebensräume zum Beispiel von Feldlerche, Seeadler, Falken, Kraniche und Eidechsen verlaufe, hätten die Arbeiten zeitweise pausieren beziehungsweise gesonderte Schutzmaßnahmen erfolgen müssen. Mecklenburg-Vorpommerns Energieminister Pegel lobte den Einsatz des Unternehmens für die deutschlandweit angestrebte Energiewende. Und: Mit etwa 2500 Mitarbeitern einschließlich der rund 150 Auszubildenden sei die E.dis-Gruppe einer der größten Arbeitgeber in den neuen Bundesländern, der zudem zuverlässig auf die innerbetriebliche Ausbildung setze. „Dass Sie über Bedarf ausbilden, kommt auch Stadtwerken und kleineren Energieversorgern zugute“, so Pegel.

Tom Schröter