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Usedom Neuerscheinungen: Schön, wichtig, witzig
Vorpommern Usedom Neuerscheinungen: Schön, wichtig, witzig
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10:24 27.02.2018
Literaturexperte Ernst-Jürgen Walberg in der Wolgaster Buchhandlung Henze. Quelle: Foto: Ines Kakoschke
Wolgast

Wo Ernst-Jürgen Walberg drauf steht, ist Literatur drin. Literatur, die vielfältig, schön und unterhaltsam, aufregend und spannend, vor allem aber wichtig ist.

So zum Beispiel „Aufleuchtende Details“ von Péter Nádas. 1280 Seiten stark, aus dem Ungarischen übersetzt von Christina Viragh. Einhundert Jahre ungarische Geschichte, einhundert Jahre Familiengeschichte, ineinander- und übergreifend. Ein Buch, dem Literaturexperte Walberg wohl auch daher das Potential beimisst, eines „der wichtigsten Bücher unserer Zeit“ zu sein.

In der bis auf den letzten Platz besetzten Wolgaster Buchhandlung Henze hat der ehemalige Kulturchef von NDR 1 Radio MV dieser Tage mehr als 20 Bücher und Hörbücher vorgestellt, die seit der Frankfurter Buchmesse im Herbst 2017 erschienen sind.

Einige werden auf der bevorstehenden Leipziger Buchmesse eine Rolle spielen. So der Roman „Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt“ von Peter Stamm, einem der großen Erzähler existentieller menschlicher Erfahrung. Dessen Buch war allerdings an diesem Abend noch gar nicht auf dem Markt. Walbergs Urteil: „Es ist das erste Buch, das ich von Peter Stamm gelesen habe, doch ich werde alle anderen nachholen.“

Als seinen persönlichen Jahresbestseller 2017 präsentierte er den Autor Niroz Malek mit „Der Spaziergänger von Aleppo“, Miniaturen, aus dem Arabischen übersetzt von Larissa Bender. Ein schmerzhaftes Buch über diesen schmerzhaften Krieg. „Und so“, sagt Walberg, „ist das Lesen auch. Es ist das Buch, das ich für das Wichtigste des Jahres halte, das ganz viele lesen sollten.“

Mehr „Pro Europa als die Wirklichkeit“ sei der Roman „Die Hauptstadt“, für den Autor Robert Menasse den Deutschen Buchpreis 2017 erhalten hat. Ein Buch, das in die politisch-literarische Landschaft passe. „Das liest sich so weg“, sagt Walberg. Den Preis dafür hätte er lieber einer leisen, zurückhaltenden und gleichzeitig großen Autorin zugesprochen: Petra Morsbach. Ihr Roman „Justizpalast“ ist sein Bestseller im Herbst 2017, der den Leser „reinzieht und festhält, ihn ins Zentrum holt und nicht am Rande des Geschehens stehen lässt.“

„Kriminalistische Lieblinge“ standen ebenso auf Walbergs Leseliste wie seine speziellen „Fundstücke“ und Hörbücher. Nicht zuletzt der Roman „Felix und Felka“ von Hans Joachim Schädlich, den Literaturexperte Walberg zu seinem Bestseller im Frühjahr 2018 auserkoren hat. Als Buch und Hörspiel vorgestellt, erweist sich der Roman „Leere Herzen“ von Juli Zeh als schwer verdauliche Kost. Ein deutlich politisches Buch sei dieser Roman, der ein Deutschland präsentiert, das nach der Lektüre nicht mehr wieder zu erkennen sei, geschrieben von einer Frau, der Ernst-Jürgen Walbergs Bewunderung sicher ist.

Großes Lob gibt es für den Dörlemann Verlag, der mit Iwan Bunins Erzählungen „Ein Herr aus San Francisco“ ein herausragendes, unbedingt lesenswertes Buch auf den Markt gebracht hat. Ein weiteres Achtungszeichen erhält der Aufbau Verlag für die Herausgabe der Werke von Hans Fallada, zuletzt „Junge Liebe zwischen Trümmern“. Mein Tipp: Bücherschrank aufräumen und Platz schaffen für wunderbare, großartige, besondere, vor allem wichtige Bücher.

Ines Kakoschke

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