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Usedom Mit grünem Strom auf zwei Rädern
Vorpommern Usedom Mit grünem Strom auf zwei Rädern
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14:37 09.09.2019
So sollen die Pedelecs aussehen, die bald mit Ökostrom über die Insel rollen. Quelle: UsedomRad
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Liepe

Die Nachfrage nach grünem Strom ist bei der Energie Vorpommern GmbH noch gering. „Die Usedomer Bäderbahn zählt aber zu einem unserer größten Abnehmer von Ökostrom. Auch das Wolgaster Postel ist dabei“, sagt Geschäftsführer Udo Arndt. Warum der Umsatz mit dem guten Gewissen noch nicht so boomt, liegt laut Arndt auch am Preis. „Ökostrom ist noch immer teurer als grauer Strom.“

Bald schon könnte die Energie Vorpommern GmbH aber einen neuen großen Abnehmer bekommen. Die Firma Usedom Rad will auf der Insel ein Pedelec-Online-Verleihsystem aufbauen. Geschäftsführer Axel Bellinger und sein Vize Enrico Krohn wollen im vorhandenen klassischen Fahrrad-Verleihsystem mit derzeit über 2100 Rädern ein weiteres Mobilitätsangebot nur mit Pedelecs integrieren.

Warum Pedelecs? „Die Fahrräder sind in ihrer Geschwindigkeit bis 25 km/h begrenzt und daher versicherungsfrei“, so Bellinger. Der Unterschied zum E-Bike: Beim Pedelec schaltet sich der Motor zu, sobald die Pedale benutzt wird. Bei einem E-Bike ist keinerlei Pedalkraft notwendig. E-Bikes haben mehr Leistung, fahren schneller und müssen versichert werden.

500 Pedelecs für Usedom

500 weitere Pedelecs sollen schon bald auf Usedom unterwegs sein. „Ob im Jahr 2020 oder 2021, das hängt von der Genehmigung der Fördermittel ab“, sagt Bellinger. Der saubere Strom für die Fahrräder, bei denen ein strombetriebener Motor beim Fahren unterstützt, soll von der Energie Vorpommern GmbH kommen. Den Nutzern soll eine klimafreundliche Mobilitätsalternative in enger Verknüpfung mit dem ÖPNV geboten werden. „Wir sind in einem Mobilitätsverbund mit der Usedomer Bäderbahn und dem Usedom Rad. Das Projekt passt sehr gut auf die Insel“, sagt Udo Arndt. Die Gemeinde Ostseebad Heringsdorf verfügt sogar über ein Klimaschutzkonzept.

Für das neue Angebot sollen an den Ausleihstationen grüne Säulen aufgestellt werden, in denen die gesamte Technik verbaut wird. „Das funktioniert mit einem Computer über Touchscreen“, so Bellinger.

Und so wird es gemacht: Nutzer können sich kostenlos in der App registrieren und die Räder per App lokalisieren und buchen. Bei der Ausleihe an der gewünschten Leihstation wird entweder der QR-Code am Rad mit dem Smartphone eingescannt oder die Radnummer in der App eingetippt. Dann öffnet sich das Schloss automatisch. Die Rückgabe funktioniert kinderleicht. Wenn das Pedelec an der Ausleihstation – kann beliebig gewählt werden – das Rad in die dafür vorgesehene Einrichtung klickt, wird die Ausleihe automatisch beendet.

Investition: 2,5 Millionen Euro

Für die Anschaffung der Räder, der Ladestationen inklusive der Ladetechnik rechnet Axel Bellinger mit einer Investition von rund 2,5 Millionen Euro. Fördermittelanträge an Land und Bund seien bereits von den Initiatoren gestellt worden.

„Wir sind hoffnungsvoll aus Schwerin zurückgekehrt“, sagt Falko Beitz, Bürgermeister von Stolpe, nach einem Gespräch mit Energieminister Christian Pegel (SPD). Beitz ist ein Verfechter des geplanten Verleihsystems. „Inzwischen sind schon viele E-Bikes auf der Insel unterwegs. Das ist ein Markt. Alle Projekte, die helfen, Pkw von der Straße zu bringen, sind gute Projekte“, sagt der Stolper.

„Im spanischen Bilbao gibt es bereits so ein System, was sehr gut läuft“, sagt Bellinger, der mit dem Projekt dem wachsenden Umweltbewusstsein der Bevölkerung Rechnung tragen will. „Wir wollen auch den CO2-Haushalt positiv beeinflussen“, so der Geschäftsführer. Vor einigen Wochen hatte er eine Pilotanlage in Liepe installieren lassen. „Das hat gut funktioniert.“

Von Henrik Nitzsche

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