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Usedom „Nicht jeder wird sofort ein Fernseh-Koch“
Vorpommern Usedom „Nicht jeder wird sofort ein Fernseh-Koch“
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00:00 10.03.2017
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Heringsdorf

Von Sachsen-Anhalt, über Wolfsburg und Paris nach Usedom: Christian Somann hat schon in zahlreichen Restaurants gekocht. Seit vergangenem Jahr arbeitet der 32-Jährige als Sous-Chef im Ahlbecker Hof in Heringsdorf. „Der Job wird nie langweilig, denn er ist extrem vielfältig“, sagt er. „Es gibt stets Neues auszuprobieren.“

Die Freude am Kochen hat der gebürtige Sachsen-Anhaltiner von seinen Eltern. „Beide sind Köche – wir hatten sogar alle den selben Ausbilder“, sagt Somann. Auch seine Freundin arbeitet in der Gastronomie. „In unserer Freizeit kochen wir gemeinsam“, sagt der Profi. „Man muss darin aufgehen – sonst kommt keine Leistung zustande.“

Sein Wissen gibt der Heringsdorfer gern an den Nachwuchs weiter. „Es ist jedoch schwierig, neue Leute zu bekommen“, sagt er. „Wir hatten zuletzt fünf Lehrstellen ausgeschrieben – nur eine konnten wir besetzen.“ Als Grund sieht er die oft falschen Vorstellungen der Berufsanfänger. „Viele sind geblendet von dem, was sie im TV sehen und sind dann geschockt darüber, wie viel Arbeit und Zeit sie investieren müssen“, sagt er. „Nicht jeder wird sofort Fernseh-Koch.“

Wichtig sei, stets über den Tellerrand zu blicken und Neues auszuprobieren. „Die Bandbreite an Möglichkeiten ist unendlich“, sagt Somann. Als Mitglied im „Usedomer Köche Klub“ bietet er Workshops für Azubis der Berufsbildenden Schule in Wolgast an. „Es geht um Wildpflanzen“, verrät er. „Dafür arbeite ich mit einem Biobauern zusammen. Ich möchte zeigen, was sich alles aus aus diesen Zutaten zaubern lässt.“

Der Trend gehe in Richtung Regionalität und Bio. „Zudem gibt es immer mehr Vegetarier und Veganer“, meint der 32-Jährige. „Außerdem haben wir mit Lebensmittelunverträglichkeiten zu tun.“ Mit seinem 20-köpfigen Team musste der Sous-Chef daher schon einige Male das Menü umgestalten. „Einmal hatten wir Gäste hier, die nichts essen, was einen Schatten wirft“, erinnert er sich. „Da muss man sich natürlich erst einmal beraten. Aber so schwierig ist das nicht: Erdfrüchte, etwa Kartoffeln, kommen infrage Frage. Oder auch Meeresgemüse wie Algen.“

Im Ahlbecker Hof arbeiten derzeit fünf angehende Köche, verteilt auf drei Lehrjahre. Ausbilder ist Küchenchef Hark Pezely, aber auch Sous-Chef Christian Somann hat hohe Erwartungen. „Sie müssen lernwillig, kreativ und bereit sein, sich aufzuopfern“, sagt er. „Viele unserer Azubis werden übernommen. Seine besten Schäfchen behält man schließlich im Stall.“

Gute Chancen hat Tom Hinrichs, der voraussichtlich im Sommer seine Ausbildung abschließen wird. „Das ist mein Traumjob – ich esse und koche gern“, sagt der 20-Jährige. „Ich mag es, kreativ zu sein.

Am liebsten kreiere ich eigene Desserts.“ Wenig begeistert ist der gebürtige Stralsunder allerdings vom Gemüseputzen. „Aber das gehört dazu, das ist in Ordnung“, sagt er. Von Pezely und Somann fühlt sich der Lehrling gut betreut. „Das sind herzensgute Menschen. Alles, was sie machen, ist top“, meint er. „Auch wenn es mal stressig wird, funktioniert die Arbeit im Team super. Außerdem arbeite ich am besten unter Druck.“

Katharina Ahlers

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