Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Usedom Immer wieder sonntags auf Bikertour
Vorpommern Usedom Immer wieder sonntags auf Bikertour
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:38 16.05.2019
Angetreten zur Ausfahrt am Sonntag. Mit dabei immer auch Lothar Bast und Axel Werner. Quelle: Steffen Adler
Anzeige
Koserow

Herbert Mußgang kann einfach die Finger nicht davon lassen. Zylinder und Vergaser, Bremsen und Elektrik, verchromte Ausstattungen und auf die Sommermonate begrenzte Zulassungen: Die große Leidenschaft des 85-Jährigen sind noch immer Motorräder nicht mehr ganz so jungen Herstellerdatums. Und diese Liebe und Hingabe teilt er mit etlichen Insulanern und Festland-Freaks, weshalb aus einer Hand voll Kradliebhaber innerhalb relativ kurzer Zeit eine Truppe von rund zwei Dutzend Bikern geworden ist. Zwischen April und Oktober fahren sie Woche für Woche sonntags gemeinsam aus. Immer so um die 100 Kilometer. Zum Abschluss gibt's ein Eis in Zinnowitz.

Der Lack der Maschinen glänzt im Sonnenschein. Schließlich will man sich mit seinem Maschinchen auch unterwegs sehen lassen, wenn es wieder mal längs Usedom geht. Vornehmlich Kräder der Marken Jawa und MZ sind es, die nach und nach im Koserower Sturmfeld eintrudeln. Aufgetankt und herausgeputzt, versteht sich. Peter Lawitzke (70) kommt aus Wusterhusen angebraust, Axel Werner aus Hohendorf, beide fahren eine 350-er Jawa. Matthias Belke und Lothar Bast haben die kürzeste Anreise, denn sie wohnen unweit des guten Geistes der Truppe, brauchen nur um zwei, drei Kurven bis zum Mußgangschen Hof. Dabei hebt sich das strahlende Blau von Bast's 350-er BK besonders ab. Insgesamt 34 590 Kilometer hat sie, Baujahr 1955, schon auf dem Tank. Aber ihr Motor läuft noch immer ohne zu stottern, geradezu astrein. Das gilt selbstverständlich auch für die Sport-AWO, die der Zinnowitzer Jürgen Hackenschmidt an den Start bringt, und die 250-er MZ ES, auf die sich kurz darauf Mathias Bunczek aus Mölschow schwingt.

Ein Verein tut nicht not

„Wir sind eine verschworene Gemeinschaft. Aber ohne irgendwelche Zwänge und Verpflichtungen“, beschreibt Mußgang-Senior. Ganz bewusst haben er und seine Freunde darauf verzichtet, einen Verein zu gründen. Man wolle auch künftig die bürokratischen Hürden und unnötigen Formalien umgehen, sich einzig und allein dem Fahren mit den Zweirädern widmen, erklärt er. Die gegenseitige Hilfe gilt dabei nicht nur bei den gemeinsamen Touren, sondern ebenso, wenn es an Ersatzteilen für die EMW, NSU, MZ und AWO mangele oder technische Kniffe gefragt seien. Jeder aus der seit 2003 immer größer gewordenen Gilde der Liebhaber betagter Maschinen schraubt in seiner privaten Werkstatt gern, viele haben sogenannte Scheunenfunde erworben und in mühevoller Kleinarbeit wieder komplettiert, in Gang gesetzt und auf Hochglanz getrimmt. Da liegt der Erfahrungsaustausch an den Wochenenden und darüber hinaus natürlich auf der Hand.

Geschickte Oldie-Freunde

Als Mußgang im Vorjahr 85 wurde, suchten seine Freunde nach einem passenden Geschenk; herausgekommen ist am Ende ein spezielles, hellblaues T-Shirt, das der gelernte Brunnenbauer selbst mitfinanziert und an jeden Mitstreiter verschenkt hat. „HEMUSS“ lautet die auf seinen Namen hinweisende Aufschrift, dazu kommen die Umrisse eines Motorradfahrers und der Hinweis auf die „Oldie-Freunde 2003“. „Fahren macht mir immer noch riesigen Spaß; sogar, wenn es nur eine kurze Ortskontrallfahrt (OKF) auf dem Moped durch unser schönes Koserow ist“, versichert der geschickte Mechaniker. Gelernt hat er den Umgang mit Motoren übrigens als junger Mann, der seine Freizeit am liebsten in der Hörterschen Werkstatt verbrachte, um den damaligen Angestellten wie Gerhard Cekai und Günther Wonneberger über die Schulter zu schauen. Da begann seine enge Liaison mit den Zweirädern, die ihm schließlich auch den Job als Kradmelder bei der einheimischen Freiwilligen Feuerwehr, bei der er bis heute als Ehrenmitglied eingeschrieben ist, bescherte.

Herbert Mußgang mit der T-Shirt-Neuschöpfung seiner Oldie-Freunde. Quelle: Steffen Adler

Die Gründung seiner Familie, Kinder, der Hausbau und Boot fahren inklusive Angeln sorgten für eine Abstinenz von der Leidenschaft für Motorräder. Doch das war nicht von Dauer. Seit 2002 hat sie ihn wieder voll erwischt. Jeden Tag schraubt er, bestellt Ersatzteile und baut sie an. Aber ganz ohne Eile, „denn mich treibt ja nichts.“ Seine Frau Helga weiß jedenfalls, wohin sie Gäste ihres Mannes von der Garten- oder Haustür weiterleiten kann: „Der ist in der Garage, wie immer!“

Steffen Adler

Mehrere Umweltaktivisten haben sich in Wrangelsburg in einem Rohr der Erdgas-Pipeline Eugal verschanzt. Nach zehn Stunden wurde die Aktion beendet.

16.05.2019
Usedom Zwei Unfälle in kürzester Zeit - 5000 Euro Schaden nach Unfällen auf Usedom

Eine Frau kam am Donnerstagmorgen zwischen Mellenthin und Pudagla von der Fahrbahn ab. Ein Autofahrer verhinderte durch eine Vollbremsung den Zusammenstoß mit der Unfallstelle und verlor dabei seinen Anhänger. Niemand wurde verletzt.

16.05.2019

Das Straßenbauamt Neustrelitz beginnt am 20. Mai mit der dringend erforderlichen Instandsetzung des 1600 Meter langen Abschnittes zwischen Johannishof und der Zecheriner Brücke. Die Arbeiten dauern bis 28. Mai.

16.05.2019