Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Usedom Ortsumgehung Zirchow: Planung hat begonnen
Vorpommern Usedom Ortsumgehung Zirchow: Planung hat begonnen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:04 26.02.2019
Schild in der Ortsdurchfahrt Zirchow (B110) zum Thema Ortsumgehung: Seit Jahren kämpfen dafür Akteure vor Ort. Quelle: Tilo Wallrodt
Anzeige
Zirchow

Außenrum statt mittendurch – dafür kämpft ein kleines vorpommersches Dorf schon seit vielen Jahren. Es geht um die Ortsumgehung Zirchow. Zu schmal, zu gefährlich, heißt es, wenn es um die Bundesstraße 110 geht, die durch Zirchow führt. Damit die Zeiten, in denen schwere Laster und Busse die Ortsdurchfahrt nutzen, bald vorbei sind, trifft sich regelmäßig ein kleiner Kreis von Zirchowern. „Wir werden auch weiter laut bleiben“, kündigt Kathrin Flindt von der Arbeitsgruppe „Ortsumgehung Zirchow“ an.

Die inzwischen erfolgte Reduzierung der Geschwindigkeit im Ort von 50 auf 30 km/h sehen die Mitglieder zwar als einen Teilerfolg an, dennoch fühlen sie sich längst noch nicht ernst genommen von den Politikern in Schwerin und Berlin. „Von der uns versprochenen Kommunikation merken wir nicht viel“, so Kathrin Flindt, die sich auf ein Schreiben von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) vom November 2018 bezieht. „Dort ist die Rede von einer begonnenen Planungsphase, die einige Zeit in Anspruch nimmt. Wir sind davon ausgegangen, dass wir von Beginn an in die Planungen involviert werden“, sagt die Zirchowerin.

Das Land hat inzwischen vom Bund einen Planungsauftrag für die geforderte Ortsumgehung bekommen. „Aufgrund des Baus des Swinetunnels auf der polnischen Seite haben sich die Wirtschaftlichkeitsberechnungen für den Neubau einer Ortsumfahrung Zirchow verändert. Der Bund hat den wirtschaftlichen Nutzen dieser Umfahrung anerkannt. Das bedeutet, dass der Bund den Bau dieser Umfahrung finanzieren wird, wenn diese im Ergebnis des weiteren Planungsprozesses gesamtvolkswirtschaftlich positiv bewertet werden kann“, heißt es dazu von der Sprecherin des Infrastrukturministeriums, Renate Gundlach. Die ProjektgruppeGroßprojekte“ der Landesstraßenbauverwaltung habe die Planungsaufträge für die Strecke Ende 2018 vergeben. Straßenplanungen müssen, um rechtssicher aufgestellt zu werden, diverse Phasen durchlaufen. Nicht zuletzt ist dann ein Planfeststellungsverfahren zur Baurechtschaffung durchzuführen. Alles in allem dauern solche Planungsverfahren mehrere Jahre“, sagt die Sprecherin. „Für Zirchow starten jetzt die Grundlagenermittlungen. Sobald erste Ergebnisse vorliegen, die für ein breiteres Publikum fassbar sind, wird die Projektgruppe auf geeignete Weise den Austausch mit den Bürgern vor Ort suchen, etwa in Form einer Informationsveranstaltung“, heißt es aus dem Ministerium.

„Die Planungen sind im Gange, aber auf welcher Grundlage? Unsere Sorge ist, dass sie was planen, was wir nicht wollen“, sagt Frank Nagler von der Zirchower Arbeitsgruppe, die in der jüngsten Beratung die nächsten Schritte festgelegt hat. Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) wird erneut Post aus Zirchow bekommen. Darüberhinaus soll der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern, Patrick Dahlemann (SPD), bei seinem angekündigten Besuch Anfang März Rede und Antwort stehen. „Hat die Projektgruppe, die sich mit Zirchow beschäftigt, bereits Planungsunterlagen angefordert? Inwieweit können wir bei der Zusammenstellung der Unterlagen involviert werden“, sagt Zirchows Bürgermeister Gerd Wendlandt, der in den vergangenen Jahren schon viele Varianten für eine Ortsumfahrung gesehen hat. Die von den Zirchowern favorisierte führt noch vor Kutzow ab. Die Straße könnte parallel zur B 110 auf dem alten Bahndamm verlaufen und hinter Zirchow in Richtung Norden vor Ulrichshorst wieder auf die L 266 treffen. „Bei der großen Lösung müssen der Flughafen und die enorme Bebauung am Stettiner Haff berücksichtigt werden“, fordert Wendlandt.

Umso verwundert waren die Mitglieder der Arbeitsgruppe, dass bei der jüngsten Vorstellung der Studie zu einer elektrischen Autofähre zwischen Ueckermünde und Zirchow (die OZ berichtete) eine Karte auftauchte, auf der die Ortsumgehung Zirchow eingezeichnet war. „Da war von einer kleinen Variante die Rede, die allerdings Kutzow und Zirchow zerschneiden würde. Wenn dieser Plan erstmal in Schwerin die Runde macht, hilft uns das nicht weiter“, so Kathrin Flindt.

Henrik Nitzsche

Ein 18-Jähriger hat am Montag, den 25. Februar, ein Auto beim Abbiegen auf die Bundesstraße 109 aufgrund der tiefstehenden Sonne übersehen. Zwei Personen wurden leicht verletzt.

26.02.2019

Am Sonnabend fand ein Spaziergänger am Strand zwischen Koserow und Kölpinsee eine 3,5 Kilogramm schwere Wurfgranate aus dem Zweiten Weltkrieg.

25.02.2019
Usedom Diebstahl auf dem Friedhof - Mellenthin: Polizei erwischt Diebesduo

Zwei Diebe (61 und 56 Jahre) machte sich am Sonntagabend auf dem Mellenthiner Friedhof zu schaffen. Sie hatten es auf Zäune und Pfähle abgesehen. Ein Zeugenhinweis führte zur Festnahme.

25.02.2019