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Usedom Polizei nimmt Raser ins Visier
Vorpommern Usedom Polizei nimmt Raser ins Visier
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00:00 06.04.2017
Auch ein TV-Team des ZDF begleitete die morgendliche Kontrollaktion in Karlshagen und machte Aufnahmen von Revierleiter André Stegemann. Quelle: Fotos: He
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Karlshagen

Ein 85 Jahre alter Rentner aus Karlshagen hat Probleme mit den Zündkerzen in seinem Kleinwagen. Er testet seinen Motor innerorts und beschleunigt. Heringsdorf Revierleiter André Stegemann misst 84 Kilometer pro Stunde mit dem Lasergerät. „Für so etwas gibt es keine Ausreden. Ich bin schuld. Das war meine eigene Dummheit“, sagt der Usedomer ernüchtert.

Landesweite Geschwindigkeitskontrollen / 13 Fahrer in Karlshagen zu schnell

Unfälle auf Usedom

1409 Unfälle nahmen die Polizeibeamten im Vorjahr auf Usedom auf. 34 Personen wurden schwer verletzt, 161 leicht verletzt.

63 Mal war nicht angepasste Geschwindigkeit die Ursache, 35 Mal war es das falsche Überholen. Im Vorjahr wurde kein Mensch auf Usedoms Straßen getötet. 2017 gibt es schon einen Verkehrstoten.

Zudem war er nicht angeschnallt. Nun bekommt er Post von der Bußgeldstelle. Seinen Führerschein wird er für einen Monat abgeben müssen. Auch zwei Punkte in der Verkehrssünderkartei und 160 Euro Bußgeld sind fällig.

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Er war gestern der einzige Fahrer, der im Rahmen der themenorientierten Verkehrskontrollen unter dem Motto „Geschwindigkeit und Überholen“ seinen Führerschein abgeben musste. In drei weiteren Fällen verhängten die Beamten ein Bußgeld. In allen anderen Delikten waren Verwarngelder nötig. Mit 82 Kilometer pro Stunde in einer 50er-Zone entging ein Fahrer knapp dem Fahrverbot. Und die Polizei kontrolliert aus gutem Grund. Im vergangenen Jahr ereigneten sich auf Usedom 63 Unfälle, die auf erhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen sind.

Auch Polizeiinspektionsleiter Gunnar Mächler kam aus Anklam in das Ostseebad. Über sein Smartphone liest er die Mitteilung, dass am Vorabend ein Vater- Sohn-Gespann bei Wusterhusen verunglückte.

Mächler holt tief Luft. „Wir hatten gerade am Sonntag einen tödlichen Unfall auf der Insel, der auf erhöhte Geschwindigkeit und falsches Überholen zurückzuführen ist“, sagt er.

„Es wird Zeit, dass hier endlich kontrolliert wird“, sagt Jürgen Schöps vom Eigenbetrieb der Gemeinde Karlshagen. Auf seiner morgendlichen Runde sah er die Beamten schon aus der Ferne. „Die Autofahrer rasen hier jeden Morgen wie wild. Oft kleben sie schon hinten am Nummernschild. An die Höchstgeschwindigkeit von 50 Kilometer pro Stunde halten sich die wenigsten. Ich kann es nur begrüßten, dass hier kontrolliert wird“, sagt er.

Seit 6.30 Uhr standen die Polizisten auf dem Netto-Parkplatz mit dem Lasergerät, zwischen Trassenheide und Karlshagen mit zwei Blitzkästen und vor der Kneipp-Kita mit mehreren Beamten. Dort kontrollierten die Polizisten zusammen mit der Verkehrswacht des Landkreises, ob die Kinder richtig angeschnallt waren. In einem Fall saß ein Kind auf dem Beifahrersitz. Ansonsten hatten die Uniformierten nichts zu beanstanden.

Die beiden Blitzer zwischen Karlshagen und Trassenheide bemerkten die Autofahrer frühzeitig. „Bei Mellenthin in den Usedomer Bergen hatten wir mal einen Fahrer, der ist mit 180 km/h in die Blitzerfalle gefahren“, erinnert sich Polizeihauptmeister Bernd Kundt.

Hannes Ewert

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