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Usedom Neue Runde im Heringsdorfer Pollerstreit
Vorpommern Usedom

Poller: Heringsdorfer Gemeinderat beschließt freie Zufahrt zur Eisbahn

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15:28 13.12.2019
Der Poller in der Delbrückstraße vor der Heringsdorfer Promenade ist nur während der Lieferzeiten unten. Quelle: Henrik Nitzsche
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Heringsdorf

Ist das Eis beim Pollerstreit gebrochen? Wenn es nach dem Willen der Heringsdorfer Gemeindevertreter geht, dann ja. Bis zum 31. März 2020 soll der Poller an der Zufahrt zur Promenade in der Delbrückstraße von 10 bis 21 Uhr unten bleiben. Das haben die Heringsdorfer Gemeindevertreter am Donnerstagabend beschlossen. Die Tischvorlage brachte die CDU-Fraktion ein. Damit soll den Gästen der Eisbahn auf der Promenade, vor allem aber den Eltern entgegengekommen werden, die ihre Kinder zum Eishockeytraining bringen. Sie könnten mit dem Pkw bis an die Eisarena fahren.

Doch mit dem Beschluss ist es nicht getan. Denn erneut verwies Heringsdorfs Bürgermeisterin Laura Isabelle Marisken auf die Rechtslage: „Ich halte das für rechtswidrig. Das ist eine Aufforderung, Recht zu brechen.“ Damit bezog sie sich auf den Wortlaut der ersten Vorlage: „Die Gemeindevertretung beschließt, die Bürgermeisterin wird beauftragt, unverzüglich dafür Sorge zu tragen, dass die Zufahrt mit Pkw über die Delbrückstraße zur Eisarena in den Öffnungszeiten der Eisbahn für jedermann gewährleistet wird. Dazu muss der Poller während der Öffnungszeiten unten sein.“

Ab dem Poller ist eine Fußgängerzone ausgewiesen. Ein weiteres Schild verweist auf den freien Lieferverkehr in den Zeiten von 4 bis 10 Uhr und von 18 bis 19 Uhr. Die Bürgermeisterin verwies auf die Straßenverkehrsordnung, wonach das Befahren von Fußgängerzonen verboten ist. „Jeder soll seinen Sport ausüben. Hier soll kein Verein geschädigt werden. In dem Bereich können aber nur Fahrzeuge mit einer Sondergenehmigung fahren. Haftungsrechtlich sind mir die Hände gebunden“, so die Bürgermeisterin. Die Ausnahmeregelung für die Zufahrt zur Seebrücke betreffe beispielsweise den Lieferverkehr, Rettungsfahrzeuge oder die Müllabfuhr.

Kreis verweist auf Zuständigkeit

Ob der dann umformulierte Beschluss zum Poller – bis 31.3.2020 in der Zeit von 10 bis 21 Uhr – Bestand haben wird, dürfte angesichts der Stellungnahme vom Landkreis fraglich sein. „Eine Fußgängerzone darf nicht einfach in eine befahrbare Straße umgewandelt werden. Die Zuständigkeit der Verkehrslenkung liegt beim Landkreis. Hier hat die Gemeindevertretung ihre Kompetenzen überschritten“, sagt Kreissprecher Achim Froitzheim auf Nachfrage.

Seit Ende November war der Poller nur zu den Lieferzeiten unten. Das hatte bei Besuchern, dem Betreiber der Eisarena und Mitgliedern des Roll- und Eishockeyvereins Insel Usedom (REV) für Frust gesorgt. „Im laufenden Betrieb der Eisbahn so eine Entscheidung zu fällen, kann ich nicht nachvollziehen. Das hat bislang immer funktioniert. Mir sind sichere Wege für unsere Kinder wichtig, die auf der Eisbahn regelmäßig trainieren“, sagt Gemeindevertreter Sebastian Antczak (CDU).

Rund 70 Kinder und Jugendliche trainieren beim REV, wie Vereinschef Ronald Richter informiert. Viermal in der Woche findet das Eishockeytraining statt, dreimal Eiskunstlaufen. „Seitdem die Zufahrt zur Eisbahn nicht mehr gewährleistet ist, haben wir weniger Besucher“, sagt Richter. Für den Eishockeynachwuchs machte sich am Donnerstagabend auch der Bansiner Arne Reyher stark. „Die ganzen Jahre ist nie was passiert. Der Charakter als Fußgängerzone geht doch nicht verloren. Wenn Bierkästen da runtergefahren werden können, dann sollte man doch auch den Kindern mit ihren schweren Eishockeytaschen die Möglichkeit einräumen, dort mit dem Auto runtergebracht zu werden.“

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Von Henrik Nitzsche

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