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Usedom Polnische Behörden halten UBB-Busse stundenlang fest
Vorpommern Usedom Polnische Behörden halten UBB-Busse stundenlang fest
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00:00 02.08.2017
Endstation Swinemünder Hafen: Hier kontrollierten Mitarbeiter des polnischen Ordnungsamtes die Busfahrer und ihre Papiere. Quelle: Foto: Ubb
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Swinemünde/Ahlbeck

Böse Überraschung für vier Busfahrer der Usedomer Bäderbahn, die gestern Morgen zum ersten Mal wieder den grenzüberschreitenden Verkehr von den Kaiserbädern nach Swinemünde bedienen wollten: Um kurz vor 9 Uhr stoppten Angestellte des Swinemünder Ordnungsamtes die Busse am Hafen und kontrollierten die Fahrer sowie sämtliche Papiere bis auf das kleinste Detail.

Unverständnis auf deutscher Seite/ Polen spricht von illegalem Verhalten

Verkehrsänderung

Aufgrund der baubedingten Vollsperrung der Delbrückstraße, der Goethestraße, der Puschkinstraße und des Eichenwegs wird die Streckenführung der Linie 290/291 bis Ende August geändert.

Die Haltestellen Ahlbeck Therme, Heringsdorf-Eichenweg, Steigenberger Hotel und Delbrückstraße entfallen.

„Wir haben die polnischen Behörden im Vorfeld darüber informiert, dass wir ab August sieben Stationen im Stadtgebiet von Swinemünde anfahren werden. Es wurde im Vorfeld klar kommuniziert. Die Usedomer Bäderbahn ist laut EU-Recht abgesichert“, betont Andreas Elfroth, Leiter des Busbetriebes bei der Usedomer Bäderbahn (UBB). Er konnte die polnischen Behörden gestern nicht verstehen – das lag aber nicht an der Sprache. „Wir haben als Usedomer Bäderbahn sowohl von polnischer Seite aus Warschau als auch deutscher Seite aus Rostock alle notwendigen Genehmigungen im Vorfeld eingeholt. Es handelt sich dabei sogar um EU-Genehmigungen“, sagt er. Auch zahlreiche Fahrgäste waren von den unangekündigten Kontrollen betroffen. „Alle vier Busse wurden am Hafen angehalten. Die Fahrgäste mussten aussteigen und zu Fuß weitergehen“, sagt er.

Aber warum wurden die Busfahrer fast drei Stunden festgehalten und kontrolliert? „Wir vermuten, dass die Polen eine wirtschaftliche Beteiligung an der grenzüberschreitenden Busverbindung erzwingen wollen“, sagt Elfroth.

Die polnischen Behörden drohten im Wiederholungsfall sogar damit, dass sie an der Grenze ein Schild anbringen wollen, welches eine Durchfahrt für Busse nicht gestattet. „Wir werden aber weiterhin fahren und dann sehen, was passiert. Wir haben die Lizenz, die sieben Stationen in Swinemünde anzufahren“, so Elfroth. Betroffen sind die Haltestellen am Grenzmarkt, am Rathaus, am Hafen, an der Promenade und am Bahnhof.

Die Usedomer Bäderbahn verlängerte die Kaiserbäderlinie nach Swinemünde wieder, da zahlreiche Kunden von deutscher und polnischer Seite den Wunsch dazu äußerten. „Der Wunsch kam auch von der polnischen Verwaltung und Politik“, betont Elfroth.

Der Hintergrund des Konfliktes könnte allerdings auch ein Streit um die Lizenz auf der Strecke sein. Elfroth erklärte, dass es im Vorfeld auch von der polnischen Seite die Bemühungen gab, einen grenzüberschreitenden Verkehr nach Deutschland ins Leben zu rufen. Allerdings bekamen die Polen eine Absage. Danach bemühte sich die Usedomer Bäderbahn um den Auftrag und erhielt den Zuschlag.

Swinemündes Stadtpräsident Janusz Zmurkiewicz spricht im sozialen Netzwerk Facebook von einem „skandalösen Verhalten“ der Usedomer Bäderbahn. „Trotz früherer Gespräche und ohne Zustimmung der Polen starteten sie ihren Grenzverkehr. Wir haben bereits entschiedene Maßnahmen in Angriff genommen“, sagt er. „Wir möchten keine illegalen Aktivitäten in unserer Stadt.“

Hannes Ewert und Radek Jagielski

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