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Usedom Premiere für Brecht-Klassiker
Vorpommern Usedom Premiere für Brecht-Klassiker
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14:51 20.02.2019
Am Samstag bringt Jürgen Kern Brechts "Mutter Courage und ihre Kinder" auf die Vorpommersche Bühne in Zinnowitz. Quelle: Steffen Adler
Zinnowitz

Es ist Jürgen Kerns bereits fünfte Brecht-Inszenierung, die am Samstagabend in der Zinnowitzer „Blechbüchse“ Premiere feiern wird. Und es ist ein Klassiker des ebenso hochverehrten wie bis heute umstrittenen, ja zuweilen offen angefeindeten, vor allem aber allerorts immer wieder vielgespielten, deutschen Dramatikers. Denn Bertolt Brecht thematisiert nicht nur das schier unauflösliche Konglomerat von Kapitalismus und Krieg; hatte er doch 1938/39, als er das Stück in Schweden schrieb, den Ausbruch des 2. Weltkrieges vor Augen und vermutlich die (nur noch kleine) Hoffnung, ihn mittels Aufklärung über die ursächlichen gesellschaftlichen Verhältnisse noch verhindern zu können. Vergeblich!

„Heute werden weltweit 18 militärische Kriege geführt, von denen in der Wirtschaft und im Handel ganz zu schweigen. Allein deshalb hat 'Mutter Courage' keinen Deut an Aktualität verloren“, begründet Kern die Auswahl und sieht „mit Freuden“, dass die Anklamer Bühne in schwierigen Zeiten einen „guten, sehr politischen Spielplan“ mit Leben erfüllt. Wer, wenn nicht das Theater und seine Mimen, sollten die Menschen auch wachrütteln und womöglich zur Erkenntnis kommen lassen, sich in Friedensdingen niemals wohlig und selbstzufrieden zurückzulehnen. Insofern ist Brecht bis heute präsent wie brisant. Und so wird auch diese Geschichte anno 2019 erzählt.

In den Hauptrollen stehen mit Birgit Lenz und Heiko Gülland sowie Erwin Bröderbauer gestandene Profis, die gemeinsam mit jungen Absolventen der Theaterakademie Vorpommern spielen. Für Bühne und Kostüme zeichnet Alexander Martinow verantwortlich, Sebastian Undisz hat die musikalische Leitung inne; schließlich gibt es auch Musik von Paul Dessau. Insgesamt ein Ensemble, dass das ewig junge Antikriegsstück mit einem hohen Qualitätsanspruch angeht, fernab modernistischer Verfremdungen. Kern hat das bei Brecht weitaus längere Drama für die aktuelle Inszenierung kräftig zusammengestrichen, aber geschickt in die Historie wie gleichermaßen Gegenwart gestellt. Uniformen aus verschiedenen Perioden der deutschen Geschichte sowie Gesichtsmasken schwer verletzter und traumatisierter Soldaten symbolisieren dem Zuschauer das kaum nachvollziehbare Grauen der Kriege und sein menschenfeindliches Wesen. Deshalb ist genaues Hinschauen angezeigt. Ganz im Sinne Brechts. Premiere: 23.2., 19.30 Uhr Blechbüchse Zinnowitz; Karten unter Telefon 03971 / 26 888 00 sowie www.vorpommersche-landesbuehne.de

Steffen Adler

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