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Usedom Pudaglaer Schloss hat eine „Bökerstuuv“
Vorpommern Usedom Pudaglaer Schloss hat eine „Bökerstuuv“
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15:28 14.11.2019
Im Pudaglaer Schloss gibt es eine kleine Bücherstube: Marion Schmidt (l.) und Bärbel Kallender sind zwei von vier Frauen, die sie betreiben. Quelle: WLG
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Pudagla

Einmal pro Woche heißt es in den drei Stunden: „Kumm rin – kannst rutkieken oder im Bücherschrank stöbern“. Was dort an der Tür auf dem weißen Zettel steht ist die Einladung in die wohl kleinste Bibliothek auf Usedom. Im Schloss Pudugla gibt es „Uns Bökerstuuv“.

Ein kleiner Raum, in dem Bücher gebracht und mitgenommen werden können. „Wir haben auch Spiele, CDs, DVDs und Videokassetten“, sagt Marion Schmidt. Sie ist eine von vier Frauen aus Pudagla, die durch ihr Engagement dem Bücherbaum, der vor dem Schloss steht, ein Winterquartier gegeben haben. Um die Bücher im Winter vor Feuchtigkeit zu schützen, gibt es nun die Lesestube, die immer mittwochs von 14 bis 17 Uhr dank Marion Schmidt, Barbara Kallender, Grit Holz und Ulrike Krause geöffnet ist.

Nach einem Jahr in der Schlossgaststätte – dort hatten sie ein Bücherregal – sind sie nun seit gut drei Wochen in dem Raum im Schloss. „Zu DDR-Zeiten war es das Vorzimmer vom Bürgermeister, die Pfadfinder waren hier auch mal drin. Zuletzt war es ein Abstellraum“, erzählt Bärbel Kallender. Mit Hilfe der beiden Gemeindemitarbeiter wurde der Raum ausgeräumt und entrümpelt. Nun gibt es hier eine gemütliche Couch, einen kleinen Schrank, Stühle, einen Tisch, Regale für die Bücher und viele Landschaftsaufnahmen an den Wänden.

Sie haben es sich gemütlich gemacht. „Schließlich sollen die Leute, die zu uns kommen, nicht gleich wieder gehen. Sie können gerne auf der Couch Platz nehmen und in den Büchern stöbern“, so Marion Schmidt. Die Auswahl an Lektüre ist groß – rund 100 Bücher stehen in den Regalen. Das reicht von dicken Märchenbüchern, Koch- und Backbüchern, Krimis oder Romanen. Stephen Kings „Friedhof der Kuscheltiere“ ist dabei, der erotische Roman „Shades of Grey“ ebenfalls. „Russische und keltische Märchen und die von den Gebrüder Grimm“, so Barbara Kallender.

Wer sich ein Buch holt, muss nicht dringend eines dabei haben. „Schön wäre es schon. Wir freuen uns auch über Bücherspenden“, sagt Marion Schmidt, die seit 20 Jahren in Pudagla lebt. Ihre heutige „Kollegin“ Barbara Kallender bringt es auf 66 Jahre Pudagla. Sie wollen mit ihrer „Bökerstuuv“ möglichst lange im Schloss bleiben. Welcher Raum es künftig wird, mal sehen. Die Gemeinde plant für rund 200 000 Euro den Umbau und die Sanierung des Erdgeschosses im Schloss. „Wir hoffen, dass dann auch für uns ein Plätzchen dabei ist“, so Marion Schmidt. Die Idee ist, die „Bökerstuuv“ das ganze Jahr über zu betreiben. Der Bücherbaum soll im Frühjahr wieder bestückt werden.

Von Henrik Nitzsche

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