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Radwegekonzept Heringsdorf: Engagierter Radler bringt neue Route ins Gespräch

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19:00 20.01.2020
Im vergangenen Jahr gab es eine Befahrung einer möglichen Strecke im Rahmen des Radwegekonzeptes.  Quelle: Dietmar Pühler
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Heringsdorf

Seit über einem Jahr liegt der Gemeinde Ostseebad Heringsdorf das Radwegekonzept „Fahrradfreundliches Heringsdorf“ des Anklamer Verkehrsplaners Michael Kühn vor. Es wurde bereits in den Ausschüssen behandelt und im Mai 2019 sprach der Tourismusausschuss die Empfehlung an die Gemeindevertretung aus, die Umsetzung der Planung zu beschließen.

Allerdings stand das Radwegekonzept bis heute noch nicht auf der Tagesordnung der Gemeindevertreter. Währenddessen hat sich mit Alwin Müller, ein engagierter Bürger und passionierter Radfahrer, Gedanken über die Vorgaben der Gemeinde an den Planer und dessen Streckenvorschläge gemacht. Der frühere Betriebsleiter der Adler-Schiffe fährt jährlich um die 5500 Kilometer mit dem Fahrrad und sagt von sich selbst: „Ich kenne alle Radwege aus dem Effeff. Ich denke, ich kann mir ein fachliches Urteil erlauben.“

Bürger bringt neue Route ins Gespräch

Müller kritisiert an dem Kühn’schen Konzept, dass die notwendige Entlastung für den Promenadenradweg über den Kulm geführt werden soll. Gerade die Kulmstraße und die anschließende Badstraße hält er aufgrund des baulichen Zustandes und der Steigung für nicht geeignet als Fahrradstraße. Vielmehr hat der Heringsdorfer eine Variante vor Augen, die er im jüngsten Tourismusausschuss vorstellte.

Demnach soll zusätzlich zu den Routen aus dem Radwegekonzept eine südliche Variante dazukommen. Die soll den von Bansin kommenden straßenbegleitenden Radweg an der Landesstraße 266 (Neuhofer Straße) fortführen, der am Sackkanal endet.

Südvariante über die Kanalstraße

Die aktuelle Beschilderung schickt die Radler über den Sackkanal Richtung Promenade. Geht es nach Alwin Müller, biegen die Fahrradfahrer künftig nach rechts in die Kanalstraße ab. Vor der Bahnbrücke geht es links auf den Bansiner Landweg und weiter über den Waldbühnenweg zurück auf die L 266. „Die genannten Teilbereiche Bansiner Landweg und Waldbühnenweg müssen einen festen Fahrbahnbelag erhalten“, fordert Müller.

Zurück auf der L 266 soll die Route auf dem auszubauenden Gehweg als kombinierter Geh- und Radweg nach Ahlbeck bis zum Abzweig Saarstraße weitergeführt werden. Danach geht es über die Saar-, Dreher- und Ritterstraße zurück auf die Lindenstraße. Ab hier kann der vorhandene kombinierte Geh- und Radweg genutzt werden.

Straßen mit wenig Verkehr

Bis zum Abschluss der auf vier Jahre angesetzten Baumaßnahme „Ortsdurchfahrt Ahlbeck zwischen Bahnübergang und Schulstraße“ schlägt Alwin Müller vor, die Radfahrer über die Schul- und Schulzenstraße, Siedlung Ostend, Alter Sportplatz und die Ferdinand-Egelinski-Straße zum vorhandenen Radweg in Richtung Swinemünde zu leiten.

„Ich habe Straßen ausgewählt, auf denen nicht so viele Autos fahren. Wir werden perspektivisch nicht daran vorbeikommen, den Straßenverkehr einzuschränken“, führte der frühere Reederei-Betriebsleiter aus. Alwin Müller hatte bereits am 6. Mai 2019 eine Befahrung der von ihm eingebrachten Variante mit Vertretern der Gemeinde, dem Straßenbauamt Neustrelitz und der Straßenverkehrsbehörde Greifswald durchgeführt, in der Erwartung, damit einen Stein ins Rollen zu bringen.

Offene Ohren im Ausschuss

„Es gab Kompetenzstreitigkeiten. Ich habe monatelang gar nix gehört“, empört sich der Heringsdorfer. Als er telefonisch nachhakte, hätte man weder im Straßenbauamt noch in der Straßenverkehrsbehörde ein Schreiben von ihm gefunden. Müller machte gegenüber dem Straßenbauamt Neustrelitz deutlich, auf eine Antwort zu bestehen. Dazu musste er allerdings erst noch eine Kurzfassung anfertigen und ans Straßenbauamt schicken. Im November erhielt Müller eine Antwort aus Neustrelitz. „Die Krönung war, dass man mir mitteilte, Baulastträger ist die Gemeinde Heringsdorf“, so der engagierte Radler.

Im Ausschuss stieß Alwin Müller nun durchaus auf offene Ohren. Kurdirektor Thomas Heilmann pflichtete ihm bei, dass sei „ein wichtiges Thema“ und „auf der Promenade gibt es keine Kapazitäten mehr“. Bauamtsleiter Andreas Hartwig favorisiert wiederum weiterhin die Route über den Kulm: „Wenn wir die Bad- und Kulmstraße ausbauen, ist das eine attraktive Wegeführung.“

Der Bauamtschef lud Alwin Müller und zwei weitere engagierte Bürger ins Rathaus zu einem Gespräch mit dem Verkehrsplaner Kühn ein, das Ende Januar stattfinden soll. Vielleicht kommen die verschiedenen Varianten so doch noch zusammen.

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Von Dietmar Pühler

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