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Usedom Fischsterben in Wolgast gibt Rätsel auf
Vorpommern Usedom Fischsterben in Wolgast gibt Rätsel auf
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17:51 31.01.2019
Auf der gesamten Hafenbreite hatte sich an einer Eiskante ein Teppich aus toten Fischen gebildet. Quelle: Tom Schröter
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Wolgast

Ein ebenso großes wie rätselhaftes Fischsterben beschäftigt seit Donnerstag Polizeibeamte und Mitarbeiter unterschiedlicher Verwaltungsbehörden in Wolgast. Im Stadthafen hatte sich an einer Eiskante ein etwa 50 Meter langer und drei Meter breiter, aus toten Fischen bestehender Teppich gebildet. Meistenteils handelte es sich um Plötzen, Güster und Bleie, ganz vereinzelt auch um Barsche, Kaulbarsche und kleine Zander.

Erste Fischkadaver waren bereits am Mittwochabend im Hafenbecken festgestellt worden. „Aber da waren es höchstens 30 bis 40 Fische, die tot auf dem Wasser schwammen“, berichtet Harald Bork, Eigner des am Kai liegenden Fahrgastschiffes „Der Stralsunder“. Bis zum Donnerstagmorgen hatte sich dann auf gesamter Hafenbreite besagter Teppich gebildet. Daraufhin informierte Hafenmeister Henry Hahn die Wasserschutzpolizei.

„Wir haben auslaufenden Strom. Vermutlich treiben die toten Fische vom Peenestrom aus Richtung Südhafen in den Stadthafen hinein und sammeln sich dann hier am Eisrand“, erklärt der Hafenmeister. Die Polizei weist unterdessen auf eine Besonderheit hin: „Auffällig waren die teils mechanischen Einwirkungen auf die Fische, wie abgerissenen Köpfe sowie herausgerissene Schwimmblasen.“

Warum sich im Hafenbecken dieses eigenartige Bild bot und kopflose Fische stellenweise klar dominierten, konnte bisher nicht eindeutig geklärt werden. Hier und da wurde die Vermutung laut, dass die Fische im Schwarm aus einem bestimmten Grund kollektiv Sauerstoffmangel erlitten und ihre Köpfe beim Versuch, nach Luft zu schnappen, an der Wasseroberfläche einfroren. Bei anschließend einsetzendem Tauwetter und entsprechender Strömung könnten sich die Köpfe vom Rumpf getrennt haben und etliche Schwimmblasen ins Freie gelangt sein.

Ein ebenso großes wie rätselhaftes Fischsterben beschäftigt seit Donnerstag Polizeibeamte und Mitarbeiter unterschiedlicher Verwaltungsbehörden in Wolgast.

Umgehend wurden die zuständigen Behörden, wie die Untere Naturschutzbehörde und das Veterinäramt des Landkreises Vorpommern-Greifswald, das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) Vorpommern in Stralsund sowie das Amt Am Peenestrom in Wolgast informiert. Auch die Entsorgung der Kadaver wurde organisiert. Gegen 15.30 Uhr trafen auf der festlandseitigen Pier vier Einsatzkräfte der Wolgaster Ortsgruppe des Technischen Hilfswerkes (THW) unter Führung von Frank Hasche ein. Ein Boot wurde per Kran zu Wasser gelassen, um wenig später die Fischleichen mittels vom Stadtbauhof bereitgestellter Kohleschaufeln nach und nach aus dem Wasser zu holen und in große Säcke zu verstauen.

Einige Peenestädter hatten aus den sozialen Medien vom Fischsterben erfahren und beobachteten am Hafen neugierig das Geschehen. Auch Eric Witt vom Fachdienst Öffentliche Ordnung der Stadt verfolgte die außergewöhnliche und aus Sicht der THW-Mitstreiter überaus kräftezehrende Aktion. Diese wurde dadurch noch erschwert, dass die Fische zunehmend auseinander trieben, als am Abend die Strömung nachließ. Die toten Fische, so war zu erfahren, würden an ein im Bereich Tierkörperbeseitigung tätiges Malchiner Unternehmen übergeben.

Beamte der Wasserschutzpolizeiinspektion Wolgast stellten unterdessen einige der toten Tiere sicher und entnahmen auch Gewässerproben, um durch deren Analyse im Labor dem Ursprung für das Fischsterben möglichst auf den Grund zu gehen. Polizeiliche Ermittlungen zur Ursache des Ereignisses wurden aufgenommen. Diese, so teilte ein Sprecher mit, erfolgen in Bezug auf Umwelt- und Tierschutzdelikte.

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