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Usedom Raumnot: Schulleiterinnen aus Wolgast schlagen Alarm
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Raumnot: Schulleiterinnen aus Wolgast schlagen Alarm

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21:40 22.01.2020
Erst vor etwa sechs Jahren war das Gebäude der Regionalen Schule mit Grundschule „Heberlein“ saniert und erweitert worden. Jetzt könnte die Schule schon wieder einen Anbau gebrauchen, sagt Leiterin Roswitha Fennert. Quelle: Tom Schröter
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Wolgast

Die sich abzeichnende Raumnot an den Wolgaster Grund- und Realschulen zwingt die Stadt zum Handeln. „Wir brauchen eine kurzfristige Lösung für die nächsten drei bis vier Jahre, um die Zeit zu überbrücken, die wir für den Erhalt der Fördermittel und die geplante Sanierung des Schulhauses am Kirchplatz benötigen“, erklärte Vizebürgermeister Ralf Fischer am Dienstagabend vor dem Sozial- und Kulturausschuss.

Um für zusätzliche Unterrichtsräume insbesondere für die Evangelische Schule und eventuell auch für die Grundschule an der Baustraße zu sorgen, werde das Aufstellen von Containern erwogen, wobei es sich laut Fischer um „modulare Schulraumsysteme“ handele, die hohen Ansprüchen genügten.

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Langfristig sprach sich Ausschussvorsitzender Harald Heß (KfW) für den Neubau einer großen Grundschule am Campus an der Schulstraße aus, in der sämtliche Wolgaster Grundschüler unterrichtet werden. „Dann“, so verdeutlichte er, „haben wir in den beiden Schulen an der Baustraße und an der Heberleinstraße auch für unsere Realschüler ausreichend Platz.“

„Für gute Inklusion brauchen wir Platz“

Zuvor hatten die Leiterinnen der Wolgaster Schulen auf die momentane Raumsituation in ihren Einrichtungen aufmerksam gemacht, die sich auch im Zuge der Inklusion stetig verschärfe. „Aktuell fehlen bei uns sieben Klassenräume, perspektivisch sogar elf“, berichtete Katrin Hannemann von der Grundschule an der Baustraße (277 Schüler) mit Verweis auf den Umstand, dass in MV die Förderschulen schrittweise bis zum 31. Juli 2027 auslaufen. „Wir wollen eine gute Inklusion umsetzen, aber wir brauchen dafür auch den nötigen Platz“, so die Schulleiterin.

Zudem, so Katrin Hannemann, befänden sich die Lehrerzimmer, Unterrichtsräume und Ausstattung im Schulgebäude am Paschenberg (ehemalige Oberschule 3), wo wegen Raumnot drei Diagnoseförderklassen ausgelagert sind, „in einem katastrophalen Zustand“.

Auch in der Regionalen Schule „Kosegarten“ und Grundschule Wolgast in der Baustraße hat die Stadt kräftig investiert. Doch auch hier reichen die Räume längst nicht aus. Unser Bild entstand bei der Einweihung der neuen Aula der am 30. Juli 2011. Quelle: Tom Schröter

Wegen starken Geruchs in den Klassenzimmern war jüngst eine Analyse der Raumluft vorgenommen worden. „Die Messungen haben aber ergeben, dass sich keine gesundheitsschädigenden Stoffe in der Luft befinden“, teilte hierzu Ralf Fischer mit. Die Ausdünstungen rührten von den Fußbodenbelägen in Verbindung mit starker Luftfeuchtigkeit her. „Es besteht also Handlungsbedarf, was die Sanierung der Räume angeht“, so Fischer.

Katrin Hannemann machte sich zudem für weitere Spielgeräte auf dem Schulhof an der Baustraße und eine personelle Stärkung der Schulsozialarbeit stark. „Als Schule mit sozialem Brennpunkt und vielen Eltern, die ebenfalls Beratungsbedarf haben, brauchen wir eine weitere Aufstockung der Stunden in diesem Bereich.“

„Kindgerecht ist unser Schulhof auch nicht“

„Auch bei uns ist die Inklusion angekommen, weshalb auch wir Raumprobleme haben“, unterstrich Mandy Koch, Leiterin der Regionalschule „Kosegarten“ (ca. 275 Schüler). „Und kindgerecht ist unser Schulhof auch nicht. Es fehlen zum Beispiel Sitzgelegenheiten für unsere Schüler.“

Roswitha Fennert lobte als Leiterin der „Heberlein“-Regionalschule mit Grundschule (415 Schüler) zunächst die materielle Ausstattung und das Außengelände. „Aber auch wir stoßen mit unseren Räumen an unsere Kapazitätsgrenzen und könnten schon wieder einen Anbau gebrauchen“, sagte sie. Die Schülerklientel werde im Zuge der Inklusion schwieriger, so dass zum Beispiel die Beschulung in sogenannten Familienzimmern und einer Schülerwerkstatt empfohlen würden, die gänzlich fehlten.

Lehrer für Naturwissenschaften fehlen

Auch ein Beauftragter für Digitalisierung sei an den Schulen vonnöten. „Außerdem“, so prognostizierte Roswitha Fennert, „werden wir es in den nächsten Jahren mit einem starken Personalmangel zu tun haben. Insbesondere fehlen Lehrer in den naturwissenschaftlichen Fächern.“

Angesichts der angespannten Situation fasste Ausschusschef Heß am Ende zusammen: „Die Schulentwicklung wird uns auch in den nächsten Jahren noch intensiv beschäftigen.“

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Von Tom Schröter

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