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Usedom Restauratoren steigen Kraftwerk aufs Dach
Vorpommern Usedom Restauratoren steigen Kraftwerk aufs Dach
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16:31 23.05.2017
Kurz vor dem Aufstieg auf den Schornstein: Cora Zimmermann und Wolfgang Hofmann.
Kurz vor dem Aufstieg auf den Schornstein: Cora Zimmermann und Wolfgang Hofmann. Quelle: Nitzsche, Henrik
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Peenemünde

Cora Zimmermann und Wolfgang Hofmann hatten am Dienstag im Inselnorden wohl den schönsten Ausblick. Sie stiegen auf den mittleren von drei Schornsteinen auf dem Kraftwerk Peenemünde – berufsbedingt. Hofmann ist Metallrestaurator im Historisch-Technischen Museum Peenemünde, Cora Zimmermann seine Nachfolgerin. „Das Kraftwerk ist in einem betagten Alter, da muss man sich auch mal die Schornsteine anschauen“, begründet Hofmann die Kletteraktion in gut 50 Metern Höhe. Das Kraftwerksdach liegt bei 33 Metern, die Schornsteine zwischen 15 und 18 Metern.

Das Duo, das mit einem Klettersteigset bestens gesichert war, begutachtete die Schornsteine von außen und innen. „Dabei geht es um den Zustand der metallenen Substanz und um die abgewitterte Farbbeschichtung. Die Korrosion ist in vielen Bereichen schon fortgeschritten, hauptsächlich bei den Segmentringen“, sagt Cora Zimmermann, die nach der visuellen Inspektion viel Arbeit vor dem Rechner hat. „Die Fotos mit dem heutigen Datum sind Grundlage für weitere Untersuchungen. Die nächsten Schritte sind Dickenmessung, Ultraschallprüfung sowie eine systematische Kartierung. „Bis Jahresende wollen wollen wir die Befunde fertig haben. Dann wird entschieden, welche Maßnahmen getroffen werden müssen“, so die 44-Jährige aus Karlshagen.

Das Kohlekraftwerk in Peenemünde wurde Anfang der 1940-er Jahre zur Energieversorgung der Heeresversuchsanstalt Peenemünde errichtet und war bis 1991 in Betrieb.

Henrik Nitzsche

23.05.2017
23.05.2017