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Usedom Rettungsschwimmer an Usedoms Stränden gesucht
Vorpommern Usedom Rettungsschwimmer an Usedoms Stränden gesucht
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09:10 24.04.2019
Die Rettungsschwimmer auf der Insel Usedom sind eine eingeschworene Gemeinschaft. Sie suchen noch Verstärkung für die kommende Saison. Quelle: DRK
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Zinnowitz

In einer Woche startet für die Rettungsschwimmer an den Stränden der Insel Usedom wieder die Saison. Derzeit stecken die Wachleiter in den großen Vorbereitungen. Die Technik wird gewartet, Bewerbungen von Rettungsschwimmern werden gesichtet und die Interessierten für die Dienste im Sommer eingetaktet. Das Deutsche Rote Kreuz bewacht die Strände in Karlshagen, Zinnowitz und den Kaiserbädern. „Bis zu 57 Rettungsschwimmer sind zur Hochsaison pro Tag bei uns im Einsatz, um für die Sicherheit beim Baden zu sorgen. Für 2019 suchen wir noch engagierte und motivierte Kräfte für unsere Strandabschnitte“, sagt Sven Hennings, Leiter des Rettungsdienstes und verantwortlich für die Wasserrettung. Zahlreiche Retter kommen aus anderen Bundesländern oder aus dem Nachbarland Polen.

„In der Nebensaison sind wir fast voll“, sagt Sebastian Antczak, Wachleiter in den Kaiserbädern. In der Sommersaison sind derzeit noch einige Lücken. Für ihn ist es bereits das siebente Jahr als Wachleiter auf Usedom. „Die Bedingungen für die Rettungsschwimmer werden immer besser. Die Technik ist auf dem neuesten Stand“, erklärt er. „Dazu zählen unter anderem der Einsatz von Drohnen, medizinischen Rucksäcken oder auch Rettungsboards aller Art“, erklärt er.

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Die Rettungsschwimmer sind Anlaufpunkt bei kleineren Schnittverletzungen, müssen aber auch bei der Reanimation eingreifen. Aber auch kleinere Aufgaben stehen an der Tagesordnung. In den vergangenen Jahren stellte er fest, dass die Suche nach vermissten Personen dramatisch zugenommen hat. „Es sind vor allem Kinder und Rentner, die auf einmal verschwunden sind“, sagt er. Oft sin die Kinder nach wenigen Augenblicken wieder da. „Das Problem ist, dass die Eltern durch eine Vielzahl von Möglichkeiten abgelenkt sind –unter anderem durch das Handy“, erklärt er. Auch die Anzahl der Einsätze nehmen zu. „Leider kommt es vor, dass die einige Urlauber sehr ignorant gegenüber den Rettungsschwimmern auftreten. Wenn wir ein Badeverbot aufgrund der hohen Wellen aussprechen, heißt es, dass sich keiner im Wasser aufhalten soll“, betont er. Und daran soll sich jeder halten, damit nicht die Rettungsschwimmer in Lebensgefahr gebracht werden. Er hofft, dass die Worte seiner Rettungsschwimmer in diesem Jahr etwas ernster genommen werden.

Neu ist in diesem Jahr die Aufwandsentschädigung für die Lebensretter. Für die ehrenamtliche Tätigkeit erhalten sie eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 26 Euro pro Tag, sechs Euro mehr als im Vorjahr. Für eine Gemeinde wie zum Beispiel Heringsdorf sind dies Mehrausgaben in Höhe von rund 30 000 Euro. Ein Hintergrund ist die Personalgewinnung, denn immer weniger Jugendliche seien für die ehrenamtliche Tätigkeit auf den Rettungstürmen zu gewinnen.

Neben der höheren Tagespauschaule werden zusätzlich noch Fahrtkosten übernommen. „Doch für die Rettungsschwimmer zählt vor allem das gute Gefühl, anderen Menschen zu helfen, der Einsatz moderner Rettungstechnik, die Möglichkeit Einsatzerfahrung zu sammeln, eine ansprechende Unterbringung sowie das Miteinander im und nach dem Dienst“, so Sven Hennings.

Voraussetzungen für die ehrenamtliche Tätigkeit sind ein gültiger Nachweis über das Deutsche Rettungsschwimmabzeichen (mindestens in Silber und nicht älter als drei Jahre), ein Mindestalter von 16 Jahren sowie eine Erste Hilfe-Ausbildung, die nicht weiter als ein Jahr zurückliegt. Darüber hinaus ist ein Bootsführerschein von Vorteil.

 

 

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Hannes Ewert