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Usedom Rettungsschwimmer finden 51 Kinder wieder
Vorpommern Usedom Rettungsschwimmer finden 51 Kinder wieder
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00:00 06.10.2017
Eine eingeschworene Truppe mit viel Sinn für Humor und Hilfsbereitschaft: Die Rettungsschwimmer aus den Kaiserbädern. In diesem Jahr hatten sie mehr als 400 Erste-Hilfe-Einsätze. Quelle: Foto: Drk
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Heringsdorf/Zinnowitz

Usedom im stürmischen Herbst: Die Rettungstürme sind verwaist, die Badegäste abgereist und auch die Rettungsschwimmer haben schon lange ihre Koffer gepackt. Für diejenigen, die für den Schutz am Strand verantwortlich sind, ist es nun Zeit, die Saison auszuwerten.

Saisonbilanz in den Kaiserbädern: 400 mal Erste Hilfe, drei Tote

So wurde etwa in den Kaiserbädern Bilanz gezogen. Auf insgesamt 21029 Wachstunden kommen die dort eingesetzten Männer und Frauen. „Wir hatten in diesem Jahr etwa 120 Rettungsschwimmer im Einsatz – sie kamen aus vielen Teilen der Bundesrepublik und aus Polen“, sagt DRK-Wachleiter Sebastian Antczak. In drei Fällen kam allerdings jede Hilfe zu spät. „In einem Fall war es eine 60 Jahre alte Frau, die in den Fluten ums Leben kam, in zwei Fällen handelte es sich um Suizid“, berichtet der 28-Jährige.

Der Wachleiter hat allerdings auch schöne Erinnerungen an den Sommer. „Die Gäste sind insgesamt verantwortungsvoller geworden. Das ist zumindest der Eindruck der meisten Rettungsschwimmer“, sagt er.

Es gab schon Zeiten, da mussten sich die Retter von den Badegästen beschimpfen lassen. Zum Beispiel wenn die rote Fahne wehte und sie ihnen erklären mussten, dass derzeit Badeverbot herrscht.

Grundsätzlich verzeichneten die Lebensretter in den Kaiserbädern weniger Einsätze als im Vorjahr. „Das hängt mit dem schlechten Wetter zusammen. Es gab nur wenige Tage am Stück, in denen der Strand richtig voll war“, sagt er. Insgesamt rund 400 Mal mussten Antczak und seine Kollegen am Strand zwischen Bansin und Ahlbeck Erste Hilfe leisten – von der Schnittwunde durch eine Glasscherbe bis zum Wespenstich.

Eines hat bei den Wasserrettern allerdings deutlich zugenommen: „Wir haben mehr denn je vermisste Kinder am Strand gesucht, um sie ihren Eltern zurückzubringen. In diesem Jahr kamen wir auf 51

Fälle“, sagt er. „Das hängt mit der teils gesunkenen Aufmerksamkeit der Eltern für ihre Kinder zusammen. Wenn die Blicke von Mutter und Vater auf das Handy wandern und sie bei Whatsapp und Co.

schreiben, verlieren sie das Wesentliche um sich herum aus den Augen“, betont er. Und schnell sei dann ein Kind verschwunden. „Es dauert manchmal nur fünf Minuten, manchmal aber auch eine Stunde, bis die Kleinen wieder bei ihren Eltern sind“, erzählt er. In 76 Fällen mussten Badegäste in den Kaiserbädern wegen ernsthafterer Verletzungen an den Rettungsdienst übergeben werden. „In 17 Fällen mussten wir auch selbst auf das Wasser, um die Gäste zu retten. Sie schwammen zu weit raus und nur auf der Stelle – ein Zeichen, dass es Probleme gibt“, erklärt Antczak.

In anderen Gemeinden werden die Statistiken noch zusammenrechnet. Die Lebensretter in Zinnowitz um Wachleiter Christian Baller haben zumindest schon festgestellt, dass sie mehr zu tun hatten als im Vorjahr. „Die Härtefälle haben zugenommen, sodass wir Rettungswagen holen mussten“, sagt er. Dazu zählen Knochenbrüche und Kreislaufbeschwerden. Auch in Zinnowitz gab es in dieser Badesaison einen Toten zu beklagen. Im Juli wurde ein 83-Jähriger leblos aus der Ostsee tot geborgen.

OZ-Leser halfen Rettern

Im vergangenen Dezember unterstützte die OZ im Rahmen ihrer Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“ die Rettungsschwimmer der Insel. So war es unter anderem möglich, zusätzliche Ausstattung zu kaufen. Dazu zählen Bretter, Jacken, Helme, Surfski und vieles mehr. Viele Utensilien kamen in diesem Jahr bereits zum Einsatz. Im Vorjahr kamen bei der Weihnachtsaktion mehr als 24000 Euro zusammen.

Hannes Ewert

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