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Usedom Rohrleitungen und Schöpfwerke veraltet
Vorpommern Usedom Rohrleitungen und Schöpfwerke veraltet
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00:00 03.09.2015
Gegenwärtig finden Krautungsarbeiten nahe Krummin statt. Dabei werden Sohle und Böschung des Grabens gereinigt.
Gegenwärtig finden Krautungsarbeiten nahe Krummin statt. Dabei werden Sohle und Böschung des Grabens gereinigt. Quelle: Uwe Fleischer
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Mölschow

An vielen Gräben im Inselnorden sind gegenwärtig Bagger und Traktoren unterwegs. „Die Gewässerunterhaltung läuft“, sagt Christiane Loist, Geschäftsführerin des Wasser- und Bodenverbandes Insel Usedom-Peenestrom. Mitarbeiter der Firma Franz-Transporte Sauzin entkrauten gegenwärtig die Gräben in Krummin und nahe Bannemin. Auch im Südteil der Insel und auf dem Festlandteil des Verbandes werden die Gräben gekrautet. Für den Spätherbst stehen dann die Grundräumungen an. Der knapp drei Kilometer lange Graben von Zinnowitz bis zum Schöpfwerk Strummin steht für Herbst auf dem Programm, ebenso wie Bereiche zwischen Prätenow und Ückeritz sowie in Kamminke, Kröslin und Lassan. Für den Wasser- und Bodenverband sind diese Aufgaben Alltag. Rund 600 000 Euro stehen dafür im Jahr zur Verfügung. „Neben der Unterhaltung der Gräben kommen ab und an auch kleine Reparaturen dazu“, sagt die Chefin.

Von der Erneuerung eines Schöpfwerkes ist nicht die Rede — zu teuer. Genau das Problem könnte in Zukunft aber auf viele Kommunen zukommen. „Viele technische Anlagen in unserem Verbandsgebiet sind bereits abgeschrieben. Zahlreiche Rohrleitungen sind in die Jahre gekommen, Schöpfwerke veraltet, meistens aus den 70er Jahren und älter. Ursprünglich wurde das mal alles für die Landwirtschaft gebaut“, so Christiane Loist.

Bei der jüngsten Landesgewässerschau in Rostock — Minister Till Backhaus und Vertreter weiterer Landesbehörden waren vor Ort — sei auf das Problem aufmerksam gemacht worden. Der Wasser- und Bodenverband Insel Usedom-Peenestrom unterhält gegenwärtig insgesamt Gräben mit einer Länge von rund 1000 Kilometern. „Davon sind aneinandergereiht 33 Kilometer Durchlässe und 31 Kilometer Rohrleitungen“, fügt Verbandsingenieur Uwe Fleischer hinzu. Er spricht von einem „Investitionsstau“.

Und lobt in diesem Zusammenhang die Initiative im Amt Usedom-Nord. Dort entstand unter Federführung der Verwaltung ein Prioritätenplan, der nun sukzessive abgearbeitet werden soll. Die Nordgemeinden hatten ein Büro beauftragt, um die Schwachstellen bei den Vorflutverhältnissen zu analysieren und entsprechende Maßnahmen einzuleiten. So konnte bereits ein Pumpwerk an der B 111 in Zinnowitz erneuert werden. Vom Rückschlag aus Schwerin, das Fördermittelanträge zu Vorhaben des Hochwasserschutzes in Trassenheide und Karlshagen nun ablehnte, will sich das Nordamt nicht ausbremsen lassen.

„Damit geben wir uns nicht zufrieden“, hatte seinerzeit Verwaltungschefin Kerstin Teske angekündigt.

Ohne Fördermittel wird es den vielen klammen Gemeinden kaum möglich sein, im Rahmen der Abführung des Oberflächenwassers große Investitionen zu tätigen. „Wir haben im Verband kaum finanziellen Spielraum“, betont Christiane Loist, die den Sanierungsbedarf im Verbandsgebiet in den nächsten Monaten ermitteln lassen will. „Das betrifft alle technischen Anlagen. In den Gemeinden gibt es Entwässerungspläne, die dringend überarbeitet werden müssen“, so Uwe Fleischer.

In Heringsdorf ist das der „Generalentwässerungsplan“, der gegenwärtig auf dem Prüfstand steht, wie Heringsdorfs Bauamtsleiter Andreas Hartwig auf Nachfrage informiert. In den drei Ortsteilen Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck seien Mitte der 90er Jahre Leitfäden zur Oberflächenwasserableitung erarbeitet worden. „Vieles ist längst überholt. Neue Wohngebiete sind entstanden. Deshalb sind wir nun dabei, im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten einen großen Generalentwässerungsplan für die Gemeinde Heringsdorf zu erarbeiten“, sagt Hartwig.

60 Mitglieder im Verband

1000 Kilometer lang ist in etwa das Grabensystem, das vom Wasser- und Bodenverband Insel Usedom-Peenestrom auf der Insel und dem Festland bewirtschaftet wird.
759 Kilometer Gräben werden im laufenden Unterhaltungsjahr verbandsweit gekrautet. Rund 25 Kilometer erfahren eine Grundräumung.
60 Mitglieder gehören dem Verband gegenwärtig an. Das sind 36 Kommunen sowie Land, Kreis und Kirchengemeinden.


Die Geschäftsstelle des Verbandes
befindet sich in Mölschow.



Henrik Nitzsche