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Usedom Rufbus erobert neue Räume
Vorpommern Usedom Rufbus erobert neue Räume
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00:00 02.08.2018
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Greifswald

„Ilse“ klingt altmodisch, ist aber voll im Trend: Das neuartige Rufbus-System, seit Dezember 2017 in der Region Loitz getestet, soll ausgeweitet werden. Die Abkürzung Ilse steht dabei für Integrierte Leitstelle für Notfallversorgung, Medizinverkehr und ÖPNV. „Wir wollen Ilse ab August zunächst auf das Amt Jarmen/Tutow ausdehnen. 2019 soll dann nach jetzigen Überlegungen das Amt Löcknitz/Penkun folgen“, sagt Dirk Scheer (parteilos), Sozialdezernent im Landkreis Vorpommern-Greifswald.

Gute Lösung für den ländlichen Raum: Im Dezember 2017 wurde das Fahrzeug der Öffentlichkeit in Loitz vorgestellt. Quelle: Foto: Bernd Wüstneck/dpa

460 Personen

nutzten das neue Angebot

Anrufen und eine Stunde später hält der Bus im Dorf – unabhängig von Fahrplänen des Linienverkehrs sowie kreuz und quer durchs Amt bis nach Demmin. Das komme bei der Landbevölkerung an, versichert Clara Prasser von der Universität Greifswald, die das Projekt wissenschaftlich begleitete. Die Analyse der Testphase habe ergeben: „Vom Dezember bis Mitte Juli nutzten 460 Personen den Ilse- Bus“, so Prasser. Ob Arztbesuch, der Einkauf im Supermarkt, ein Behördengang oder der Treff von Freunden: „Unser Ziel ist es, den ländlichen Raum für die Menschen wieder attraktiver zu gestalten“, sagt Dirk Scheer. Dabei richtet sich Ilse nicht nur an Senioren, sondern Menschen aller Altersgruppen, also auch Kinder und Jugendliche. Ein „maßgeschneidertes Angebot für kleine Orte und Splittersiedlungen“, lobte der Loitzer Bürgermeister Michael Sack (CDU) Ilse bereits zum Projektstart. Da der öffentliche Personennahverkehr in der Vergangenheit erheblich ausgedünnt worden sei, stelle dieses Rufbus-System eine gute Möglichkeit dar, flexibel von Ort zu Ort zu gelangen.

Bund förderte Projekt

mit 351000 Euro

Das sehe nicht nur das Bundesverkehrsministerium so, das das Modellprojekt mit 351 000 Euro unterstützte. „Auch die Landesregierung hat großes Interesse daran, die Infrastruktur nachhaltig zu verbessern und kann sich vorstellen, den Ilse-Bus künftig zu unterstützen“, resümiert Scheer nach ersten Gesprächen mit dem Verkehrsministerium. Die Vision sei, dass Ilse nicht nur bald den ganzen Landkreis erobere, sondern auch andere Regionen in Mecklenburg-Vorpommern.

Mehr noch: Das gesamte Mobilitätskonzept basiere auf vier Säulen, von denen mit dem Nahverkehr-Rufbus bislang nur eine steht. „Darüber hinaus wollen wir Ilse auch als Med-Bus für Krankenfahrten etablieren“, blickt Scheer voraus. Sei es die regelmäßige Fahrt zur Dialyse oder die Heimreise nach einem Klinikaufenthalt: „Wir versuchen, die Krankenkassen mit ins Boot zu holen“, sagt Scheer. Auch beim nächsten Klinikgipfel am 10. September wolle er die Werbetrommel für Ilse rühren. Als dritte und vierte Säule nennt er „Ilse-Info“, die Vermittlung von Terminen und Beratungsangeboten, sowie den „Ilse-Kurier“, der schnell und unkompliziert beispielsweise Medikamente zu Patienten bringen soll. Ein Projekt mit viel Potential also. Deshalb freut sich Jarmens Bürgermeister Arno Karp (CDU), dass Ilse nun auch in seinem Amt Einzug hält: „Immerhin kommen regelmäßig bis zu 20000 Menschen aus dem Umland zum Einkaufen nach Jarmen. Und nicht alle haben ein Auto.“ Die Stadt wolle nun gern behilflich dabei sein, das neue Rufbus-Angebot bekannt zu machen, versichert Karp.

Leitstelle soll später

Koordination übernehmen

Noch muss, wer den Ilse-Bus in den beteiligten Ämtern nutzen möchte, online die Bestellung aufgeben oder eine Nummer bei den Verkehrsbetrieben Vorpommern- Greifswald (VVG) wählen (siehe Infokasten). Der VVG ist von Anfang an Partner des Landkreises in dieser Sache, ebenso wie der Lehrstuhl für Gesundheitsmanagement an der Universität Greifswald und die Witeno GmbH, in deren Händen die Projektkoordination liegt. In der Perspektive und mit einer weiteren Ausdehnung der Angebote sei geplant, den Ilse-Ruf über die Integrierte Leitstelle des Landkreises laufen zu lassen. Damit dies nicht mit dem Vergabe- und Wettbewerbsrecht kollidiere, habe der Landkreis eine rechtliche Prüfung in Auftrag gegeben.

Alle Daten auf einen Blick

Das Modellprojekt „Ilse“ wurde vom Bundesverkehrsministerium unter der Maßgabe gefördert, dass der Kreis eine Erhebung zur sozialen Infrastruktur vornimmt. Dabei geht es um alle bereits vorhandenen Mobilitätsangebote sowie sämtliche Einrichtungen der Daseinsvorsorge, wie Schulen, Kindertagesstätten, Bahn und Post, Freizeiteinrichtungen, Arztpraxen, Pflegeheime, Sozialdienste, Einkaufsmöglichkeiten, Haltestellen des Nahverkehrs und anderes mehr. Das alles ergibt eine Karte, die in Kürze online verfügbar ist. Unter http://atlas.kreis-vg.de/atlas2/ können die Nutzer die entsprechenden Daten dann für jeden beliebigen Ort aufrufen. ph

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