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Usedom SPD kommt nicht zur Ruhe
Vorpommern Usedom SPD kommt nicht zur Ruhe
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00:00 10.02.2016
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Greifswald

Die Krise in der Greifswalder SPD geht weiter. Zwei weitere Urgesteine haben am 1. Februar die Partei verlassen. Gesine und Wolf-Michael Otto sind ausgetreten. Damit müssen die Sozialdemokraten ein neues Mitglied der Ortsteilvertretung Wieck/Ladebow benennen. Hier engagierte sich Wolf-Michael Otto, ein Kritiker des Gewerbehafens Ladebow. Er hatte auch bei der Bürgerschaftswahl 2014 kandidiert.

In den vergangenen Monaten hatten bereits die Austritte prominenter Mitglieder, wie der Ex-Bundestagskandidatin Ute Boback-Askri und des wortgewaltigen Parteilinken und Sellering-Kritikers Oskar Gulla, für Aufsehen gesorgt.

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Lothar Brandt, 1989 zunächst ehrenamtlich und dann 1990 bis 2010 hauptamtlich für die SPD tätig, will nicht mehr Beisitzer im Ortsverein sein (die OZ berichtete). Wie die Kreistagsabgeordnete Brigitte Witt kritisierte Brandt im Januar gegenüber der OZ das Verhalten junger Parteimitglieder. Sie würden die Älteren an den Rand drängen. Laut Witt sehen darüber hinaus nicht wenige Mitglieder die Landespolitik der SPD kritisch. Auch den Verzicht auf einen eigenen OB-Kandidaten hätten viele nicht verstehen können.

Von den Frauen und Männern der ersten Stunde sei keiner mehr dabei, sagt Lothar Meinhardt. Der Stadt- und Verkehrsplaner war 1989 einer der Gründer der Partei in Greifswald, die zunächst SDP hieß. Er engagierte sich auch auf nationaler Ebene.

Der Unternehmer kandidierte 2014 wie Otto erfolglos für die Bürgerschaft. „Die Greifswalder SPD wird meiner Meinung nach mit Billigung der Politprominenz in Schwerin seit etwa zwei Jahren durch junge Genossen unterwandert, die eine Politkarriere in Schwerin anstreben“, rügt Meinhardt. Damit werde die „Kompetenz der SPD zu Themen wie Stadtentwicklung, Verkehr und Sport verspielt und nur noch soziale Kompetenz angedeutet. Der Mittelstand und hanseatische Traditionen werden vernachlässigt.“ Im Zentrum von Meinhardts Kritik steht die Vorsitzende des Ortsvereins, Monique Wölk. Auch sie kandidierte 2014 erfolglos für die Bürgerschaft, erhielt aber mehr Stimmen als Meinhardt und Otto. „Monique Wölk nimmt für sich in Anspruch, als ,berufener Bürger‘ wichtig zu sein“, so Meinhardt. Die Soziologin ist für die SPD Mitglied im Bauausschuss der Bürgerschaft, Vertreter der Partei in der Verbandsversammlung des Regionalen Planungsverbandes Vorpommern und im Aufsichtsrat der Greifswalder Parkraumbewirtschaftungsgesellschaft. Posten, für die sich Meinhardt auf Grund von Ausbildung und Erfahrung für besser qualifiziert hält als Wölk.

„Die Besetzung aller Funktionen wird diskutiert und darüber im Ortsverein abgestimmt“, wehrt die Ortsvereinsvorsitzende ab. Bei der Bewerbung um die Mitgliedschaft im Bauausschuss habe sie einfach mehr Stimmen als Meinhardt erhalten. Der hat inzwischen die Partei verlassen. „Ich war nicht mehr bereit, meine Freizeit und Energie in der SPD zu vergeuden, und bin im Sommer 2015 aus der SPD ausgetreten.“ Das sei schon 2014 gewesen, sagt Wölk, Meinhardt bleibt bei seinem Datum 2015.

Auch in Wolgast gärt es. Harald Heß, Ortsvereinschef und Bürgermeister-Kandidat 2015, hat die SPD verlassen. Wegen der „basisfremden Politik in Schwerin“, wie er sagt. „1989 sind wir auf die Straße gegangen, um die Betonköpfe aus der Regierung zu kriegen — heute laufen wir gegen eine Betonwand in Schwerin.“ Den letzten Anstoß gab für Harald Heß die Schließung von Teilen des Wolgaster Krankenhauses trotz SPD-Sozialministerin.



Eckhard Oberdörfer

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