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Usedom Ahlbeck bekommt eine moderne Schule
Vorpommern Usedom Ahlbeck bekommt eine moderne Schule
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15:15 15.02.2019
Die Europaschule in Ahlbeck wird gegenwärtig saniert.
Die Europaschule in Ahlbeck wird gegenwärtig saniert. Quelle: Henrik Nitzsche
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Ahlbeck

Noch stehen Farbeimer, Behälter für Bauschutt und Dämm-Material auf den Gängen und in den Räumen der Ahlbecker Europaschule. In den Klassenzimmern hängen zum Großteil noch die Kabel aus den Decken. Kaum vorstellbar, dass hier im Sommer Schüler und Lehrer in eine moderne Schule ziehen können. Für Heringsdorfs Bauamtsleiter Andreas Hartwig schon: „Wir liegen im Zeitplan. Ich hoffe, dass wir im Juni mit den Arbeiten so gut wie durch sind, damit im Sommer die Räume eingerichtet werden und der Unterricht Mitte August beginnen kann.“ Dann liegen über zwei Jahre zwischen dem Startschuss im April 2017 und der Fertigstellung im Sommer 2019.

Gut zwei Jahre, in denen rund 9,7 Millionen Euro in die Sanierung und Erweiterung der Europäischen Gesamtschule Insel Usedom in Ahlbeck auf dem Gelände des Mehrgenerationencampus (Kita/Bürgertreff) geflossen sind. Gegenwärtig ist das Areal noch eine große Baustelle. 30 bis 40 Handwerker sind es im Schnitt, die in der Schule werkeln – Heizungsbauer, Sanitärfachleute, Tür- und Fensterbauer und Elektriker. „Am Montag kommen die Trockenbauer. Die Schächte und Versorgungsstränge müssen verkleidet werden“, sagt Marko Koch vom Bauamt der Gemeinde. Er betreut die Baustelle und versucht, jeden zweiten Tag hier zu sein.

Über der neuen Aula, um die der viergeschossige Plattenbau aus den 1970er Jahren erweitert wurde, sind neun Klassenzimmer entstanden – modern und bestens ausgestattet. In mehreren Räumen gibt es Lüftungen, andere wurden mit einer sogenannten „Lüftungsampel“ ausgestattet, welche die aktuelle CO2-Konzentration im Raum misst. Die Lämpchen in den Farben einer Ampel zeigen an, wann einem Raum frische Luft zugeführt werden sollte. Schließlich brauchen Schüler zum Lernen frischen Sauerstoff. Klimatisierte Räume und eine Photovoltaikanlage auf dem Dach passen in das energetische Konzept der Sanierung, die von der EU, dem Bund, Land und Kreis großzügig gefördert wurde. Der Eigenanteil der Gemeinde Ostseebad Heringsdorf liegt bei rund 2,9 Millionen Euro. Ihre Wärme bekommt die Schule auch künftig von der benachbarten Pommernhalle.

Auch der Inklusion wurde Rechnung getragen. Fühlbare Handläufe für Sehbehinderte wird es an den Treppen geben. Eine Rampe im neuen Eingangsbereich, der sich nun auf der linken Seite (Bürgertreff) befindet, sowie ein Aufzug ermöglichen auch Rollstuhlfahrern einen unproblematischen Zugang. „Wir haben auch zwei behindertengerechte Toiletten und eine Dusche“, so der Bauamtsleiter.

Neben den zusätzlichen Klassenräumen, neuen Sanitärbereichen, Fachkabinetten, Schülerbibliothek, einer modernen Lehrküche und Cafeteria dürften sich die Schüler vor allem auf die neue Aula mit angrenzendem Pausen-Innenhof freuen. Der Hofbereich wird großzügig gestaltet mit mehreren Treppenelementen, auf denen gechillt werden kann. Die Aula, die mit einer riesigen Fensterfront zur Hauptstraße viel Transparenz ausstrahlt, soll eine mobile Bühne und mobile Trennwand bekommen. „Bei Veranstaltungen können wir hier 250 Sitzplätze anbieten. Neben der Aula gibt es einen kleinen Raum, der für Proben genutzt werden kann“, sagt Hartwig, der während der Bauzeit mit zwei großen Problemen konfrontiert wurde, die Zeit und Geld kosteten. Zum einen stellte sich heraus, dass der Fußboden in vielen Bereichen schadstoffbelastet war, so dass der komplette Estrich rausgenommen werden musste. Zum anderen hatten sich in mehreren Räumen des Altbaus Schimmelpilze in den Wänden eingenistet, die „von einem Gutachter begleitet desinfiziert und beseitigt wurden“, so Marko Koch.

Henrik Nitzsche