Greifswald - Sanierung von St. Marien kostet Millionen – OZ - Ostsee-Zeitung
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Usedom Sanierung von St. Marien kostet Millionen
Vorpommern Usedom Sanierung von St. Marien kostet Millionen
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00:00 15.10.2014
Pfarrer Bernd Magedanz ist froh, dass die Dachsanierung beginnen kann. Quelle: Peter Binder
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Greifswald

Mit einem Jahr Verzögerung kann endlich die überfällige Sanierung des Hauptdaches der Greifswalder Marienkirche beginnen. „Der Bund hat jetzt wieder Geld für uns bereitgestellt“, freut sich Pfarrer Bernd Magedanz. „Wir bereiten jetzt die Ausschreibung vor.“ Insgesamt kostet die Erhaltung des stadtbildprägenden Daches der „Dicken Marie“ nach Schätzungen 750

000 Euro. Sie soll in zwei Jahren erfolgen.

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Der Zustand ist katastrophal. Der Hausschwamm wütet in der gewaltigen Dachlandschaft. Ein Balken war 2013 bereits herabgefallen, glücklicherweise nicht auf das Gewölbe. An verschiedenen Stellen mussten Notsicherungen vorgenommen werden, so wurden durchgefaulte Sparren ersetzt. „Das Dach ist schon etwas Besonders“, betont Magedanz. „Die Fläche beträgt 2500 Quadratmeter.“ Magedanz und seine Kollegin Ulrike Schäfer-Streckenbach hoffen, dass bei den Bauarbeiten nicht weitere Schäden zutage treten. „Wir haben ja längst nicht alles gesehen“, sagt Magedanz. Da St. Marien genau wie St.

Nikolai ein Denkmal von nationaler Bedeutung ist, gibt es die Hoffnung auf eine Drittelfinanzierung durch Bund, Land und Eigentümer also die Kirchengemeinde. Doch der Bund gab zur allgemeinen Überraschung 2013 nichts (die OZ berichtet). „Das Land hat zum Glück seine Zusage vom letzten Jahr erneuert“, freut sich Schäfer-Streckenbach. Der Bund stellt erst einmal 125000 Euro für den ersten Bauabschnitt zur Verfügung. Wenn das Dach fertig ist, dann sind etwa 2,3 Millionen Euro in die Sanierung von Ostgiebel, Turm, Gewölbe und Dach geflossen, hat Magedanz ausgerechnet. „Wir rechnen mit Gesamtkosten von 4,5 Millionen Euro, um die äußere Hülle der Kirche und die Orgel zu sanieren“, so Schäfer-Streckenbach. Die Königin der Instrumente in St. Marien sei die größte weitgehend erhaltene des bedeutenden Baumeisters Albert Friedrich Mehmel. In zwei Jahren feiert sie ihren 150. Geburtstag. „Man darf sie mit Recht in den höchsten Tönen loben“, sagt Magedanz.

„Aber schon jetzt gibt es bei Konzerten kleine Aussetzer.“

Darum waren die Pastoren froh, als sie die Stadt wegen der Teilnahme an einem Wettbewerb um Projekte eines sogenannten Premiumprogramms des Bundes ansprach. Greifswald beantragt 1,9 Millionen Euro. Die Hälfte der Summe muss die Gemeinde tragen. Ein hoher Anspruch: Die zu fördernden Projekte des Nationalen Städtebaus sollen sich durch „nationale Wahrnehmbarkeit, besondere Qualität und Innovationspotenzial sowie überdurchschnittliche Investitionsvolumen auszeichnen.“ Wie auf der Sitzung des städtischen Bauausschusses mitgeteilt wurde, unterstützt das Landesministerium für Wirtschaft, Bau und Tourismus die Bewerbung. Der Antrag erinnert daran, dass St. Marien eines der bedeutendsten Zeugnisse der mittelalterlichen Backsteinarchitektur sei. Eine so große Hallenkirche von besonderer Qualität sei sehr selten. Dazu kämen herausragende Ausstattungsstücke wie die Kanzel, die weltweit einmalige Wahldarstellung, die Europa einzigartige mittelalterliche Gerichtshalle und eben die Orgel.



OZ

15.10.2014
15.10.2014