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Usedom Schnelleres Internet dank 5G-Mobilfunk für Mellenthin
Vorpommern Usedom Schnelleres Internet dank 5G-Mobilfunk für Mellenthin
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10:02 16.08.2019
Christian Pegel (SPD), der Energie- und Verkehrsminister von Mecklenburg-Vorpommern, steht in einem Schaltraum eines Funkturmes. Der Mobilfunk-Anbieter Vodafone hat auf der Insel Usedom die erste 5G-Station in Mecklenburg-Vorpommern freigeschaltet. Quelle: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild
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Mellenthin

Der Mobilfunk-Anbieter Vodafone hat am Donnerstag auf der Insel Usedom die erste 5G-Station in Mecklenburg-Vorpommern freigeschaltet und damit die Tür in ein neues Mobilfunk-Zeitalter geöffnet. Als Erstes wurde das Hotel „Wasserschloss Mellenthin“ angeschlossen, in dem Gäste bislang nur langsame Anschlüsse für Tablets oder Computer nutzen konnten.

„Der GigaCube 5G bringt jetzt bis zu 500 Megabit pro Sekunde ins Hotel – einfach und unkompliziert per Mobilfunk“, teilte Vodafone mit. Dorfbewohner, die schon Vodafone-Kunden sind, könnten ihre Verträge um 5 Euro im Monat erweitern und dann ebenfalls um ein Vielfaches schneller zu Hause im Internet surfen als bisher. Für 5G mit dem Handy braucht man neue, relativ teure Smartphones, von denen bisher aber nur wenige Modelle auf den Markt gekommen sind.

Nutzungsverhalten wird getestet

Wie ein Unternehmenssprecher sagte, will Vodafone damit das Nutzungsverhalten in der stark vom Tourismus geprägten Region testen, um dann auch Rückschlüsse auf den weiteren Netzausbau ziehen zu können. Vor allem ländliche Regionen hoffen auf schnelleres Internet durch die 5G-Frequenzen.

„Die Mobilfunkversorgung hat in Deutschland längst Daseinsvorsorgecharakter“, betonte Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD). Das gelte nicht nur für die großen Städte, sondern insbesondere auch den ländlichen Raum. „Um gleichwertige Lebensverhältnisse bundesweit zu schaffen, braucht es unter anderem die flächendeckende Mobilfunkversorgung“, machte Pegel deutlich. Nur so könnten alle Menschen von den Errungenschaften der Gigabit-Gesellschaft profitieren.

98 Prozent der Haushalte versorgen

Vodafone hatte bei der im Juni beendeten Frequenzauktion neben Telekom, Telefónica und Drillisch Lizenzen ersteigert. Mit der Vergabe war die Auflage verbunden, bis Ende 2022 mindestens 98 Prozent der Haushalte in Deutschland mit mindestens 100 MBit pro Sekunde im Download zu versorgen.

Vorgaben an Einwohner geknüpft

Da die Vorgabe an Einwohner und nicht an Fläche geknüpft ist, hatte Mecklenburg-Vorpommern eine Benachteiligung gegenüber Ballungsräumen befürchtet und angesichts der Vielzahl von Funklöchern im Land ein Förderprogramm für die Errichtung von Funkmasten in unterversorgten Gebieten angeschoben. Nach Angaben Pegels kostet ein Funkmast zwischen 200 000 und 250 000 Euro. 80 Prozent der Kosten will das Land übernehmen. Insgesamt sind dafür 50 Millionen Euro eingeplant.

Gäste legen Wert auf schnelles Internet

„5G ist ein echter Wettbewerbsvorteil für uns“, erklärte Jan Fidora, Inhaber des Hotels „Wasserschlosses“. Schnelles Internet werde für die Gäste immer wichtiger, unabhängig davon, ob sie als Urlauber oder Tagungsgäste anreisten. Das Beispiel in Mellenthin zeige, dass 5G ein schneller Ersatz für langsame Leitungen sei, auch außerhalb der Großstädte, erklärte Vodafone-Manager Hannes Ametsreiter.

Wie ein Sprecher von Vodafone erklärt, hat die Strahlkraft des Mastes eine Reichweite von 800 bis 1000 Meter. Für Vodafone ist die Anlage ein Versuchsstandort, um zu schauen, wie die Technologie bei den Nutzern ankommt.

Von Frank Pfaff