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Usedom Sorge um Fundus der Historiker
Vorpommern Usedom Sorge um Fundus der Historiker
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00:00 15.01.2016
In der Heringsdorfer „Villa Irmgard“ in der Gorki-Straße sind das Archiv und Büro der Historischen Gesellschaft untergebracht. Quelle: cp
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Heringsdorf

Am 27. Januar soll ein weiteres Kapitel der Historischen Gesellschaft zu Heringsdorf geschlossen werden. An dem Tag, so kündigte Fritz Spalink im jüngsten Tourismusausschuss an, sollen das Archiv und das Büro in der „Villa Irmgard“ in Heringsdorf leergezogen werden. Nach einer Bestandsaufnahme soll der gesammelte Fundus an die jeweiligen Eigentümer zurückgegeben werden.

Bereits im September des vergangenen Jahres wurde in der Mitgliederversammlung der Beschluss gefasst, den Verein aufzulösen (die OZ berichtete). Eine Weiterarbeit war nicht mehr möglich, weil einige Mitgliedern zerstritten sind. Beim Vorsitzenden Fritz Spalink und Mitglied Heinz-Egon Achterkerke ging es sogar bis vors Gericht.

Für den Vorsitzenden des Tourismusausschusses, Rolf Seelige-Steinhoff, geht mit dem Ausräumen des Archivs „der Gemeinde sehr viel Geschichte verloren“. Denn die Mitglieder der Historischen Gesellschaft haben in den vergangenen Jahren viel Material über die Kaiserbäder zusammengetragen. „Vieles ist aber in Privatbesitz“, betont Spalink.

Nun droht die Zerstreuung der gesammelten Materialien, wie beispielsweise die Ahlbecker Chronik, die originale Doktorarbeit von Werner Delbrück, Münzen oder Bücher. „Vieles hat auch einen enormen ideellen Wert“, sagt Spalink.

„Gerade in einer Zeit, in der wir über einen neuen Erlebnispfad auf der Promenade zwischen dem früheren ,Haus der Erholung‘ in Ahlbeck und dem geplanten Fischerei-Erlebniszentrum in Bansin reden. Im HdE wollen wir die Geschichte der Kaiserbäder erzählen. Jahrelang wurde das Material von den Mitgliedern gesammelt und nun geben wir es wieder weg“, kann Seelige-Steinhoff das nicht verstehen.

Er und sein Stellvertreter Detlef Kern baten Spalink deshalb darum, den nahenden Auszug noch einmal zu überdenken. „Lassen Sie uns eine Lösung finden, die der Gemeinde gut zu Gesicht steht“, appellierte Kern an die Historiker.

„Der Beschluss zur Auflösung des Vereins steht. Die Löschung aus dem Vereinsregister ist aber noch nicht erfolgt“, sagt Spalink. Er sicherte dem Ausschuss zu, sich kurzfristig um eine Mitgliederversammlung zu bemühen.

Eine Verschiebung des Auszuges könnte aber schwierig werden. Der Eigenbetrieb habe mit dem Verein zum Jahresende den Mietvertrag gekündigt, wie Kurdirektor Thomas Heilmann gestern informierte. Weil die Villa im Januar geschlossen ist, sei der Zeitpunkt für den Auszug günstig. „Deshalb haben wir uns auf den 27. Januar geeinigt“, so Spalink.

Indes bereiten Heinrich Karstaedt, noch ist er stellvertretender Vorsitzender der Historischen Gesellschaft, und seine Mitstreiter die Gründung eines neuen Vereins vor. „Historischer Verein Kaiserbäder“ soll er heißen. „Ich habe schon einige Leute zusammen. Ende des Monats wollen wir den Verein gründen. Vor allem Sven Brümmel hat sich da in den letzten Wochen sehr stark engagiert“, sagt Heinrich Karstaedt. Sven Brümmel ist bereit, in dem neuen Verein mitzuwirken. „Wir wollen, dass es ein offener Verein ist und keine Gesellschaft.“ Zur geplanten Auflösung des Archivs meint der Heringsdorfer: „Ich kann mir kaum vorstellen, dass alles, was die Gesellschaft in den letzten Jahren zusammengetragen hat, im Privatbesitz ist. Schön wäre es für die Gemeinde, wenn wir das Archiv als Ganzes erhalten können.“

Historie vermitteln
1994 gründeten unter anderem Erhard Rusch, Heinrich Karstaedt, Dr. Wilhelm Pantenius und Herbert Heinz die Historische Gesellschaft zu Heringsdorf. Ihr Ziel war es, die Historie der Kaiserbäder zu vermitteln. Ihre Zeitdokumente waren privat oder im „Museum am Schmiedehaus“ untergebracht. Dann zogen sie in die „Villa Irmgard“ um.



Henrik Nitzsche

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