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Usedom Das große Krabbeln
Vorpommern Usedom Das große Krabbeln
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16:09 01.07.2019
Paula Meermann hält eine Vogelspinne aus der Ausstellung in der Hand. Quelle: Henrik Nitzsche
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Peenemünde

 „Der ist gefährlich. In freier Wildbahn könnte er uns töten“, sagt Szymon Przebinda und zeigt auf einen Skorpion, der wie gelähmt in der Ecke des kleinen Terrariums verharrt. Zum Glück ist eine Scheibe dazwischen. Zwei sind es sogar bei der Schwarzen Witwe. Die berüchtigte Giftspinne hängt zwischen kleinen Blättern – geschützt von Doppelglas.

Es gibt viele Menschen, die beschleicht beim Anblick von Spinnen ein ungutes Gefühl, wenn nicht sogar Angst und Ekel. Nur beim Gedanken an das kleine Krabbeltier kreischen viele und ergreifen die Flucht. Sie sollten dann vielleicht nicht unbedingt in die Phänomenta nach Peenemünde fahren. Hier sind in den nächsten zwei Monaten ganz viele Spinnen zu sehen. „Vielleicht sollte man sich aber gerade seiner Angst stellen“, entgegnet Szymon Przebinda, der mit seiner Wanderausstellung aus dem polnischen Poznan nach Usedom gekommen ist. „Bei uns kann man seine Angst überwinden“, so der Experte. Rund 40 Tiere hat er mitgebracht – die Goliath-Vogelspinne zählt zu den größten Exemplaren. „Die ist etwa 20 Zentimeter groß“, so der Experte. Mehrere Skorpionarten krabbeln hinter Glas genauso wie eine Vogelspinne – für viele Menschen der Inbegriff des „Ekeltieres“. Gerade dieser haarige Achtbeiner dürfte aber zum Star der Ausstellung werden. Phänomenta-Chef Daniel Jarackas lässt die Spinne auf seinem Kopf krabbeln, andere Besucher halten das flauschige Tierchen entspannt in der Hand. Hinterher erklärt Jarackas, das er vor Spinnen Angst hat. Geht doch!

Füttern nur einmal im Monat

Gucken und Anfassen – das ist eigentlich das Motto in der Peenemünder Phänomenta, die sich mit der faszinierenden Welt der physikalischen Phänomene und menschlichen Sinne befasst. Auf rund 2500 Quadratmetern kann an rund 300 Stationen geforscht und entdeckt werden. Lediglich der Dunkelraum, der in der Phänomenta für kleine Schockmomente sorgt, ist jetzt umgerüstet worden für das große Krabbeln. Bewusst oder unbewusst – Schockmomente wird es vielleicht auch hier geben. Auf rund 250 Quadratmeter heißt es nun „Faszination Spinnen“. Räumlich ist die Schau von der Phänomenta getrennt. Deshalb gibt es einen separaten Eingang über den Parkplatz.

Phänomenta-Chef Daniel Jarackas trägt neuerdings keinen Zopf - auf dem Kopf krabbelt nur eine Vogelspinne. Quelle: WLG

Ob die Sonderausstellung in die große Physikwelt passt, da waren sich Jarackas und seine Mitarbeiterin Paula Meermann gar nicht sicher. „Wir haben Szymon in Warschau besucht. Dort hat er auch eine Ausstellung. Wir waren begeistert und wollten sie nach Usedom holen“, so Daniel Jarackas. Gut, dass er den Spinnenexperten vor Ort hat, der ihn schnell aufklärte, als der Gastgeber bei einer Durchsage im Haus euphorisch Spinnenfütterungen ankündigte. „Spinnen werden nur einmal im Monat gefüttert. Dann gibt es meist Heuschrecken und Grillen. Publikumswirksam ist die Nahrungsaufnahme aber nicht“, sagt Szymon Przebinda. Zu den lebenden Spinnen gibt es auf Tafeln viele Informationen zu heimischen und bedrohten Arten oder „Spinnen Afrikas“. Münzen, Postkarten und Briefmarken mit Spinnenmotiven hat der Aussteller ebenfalls dabei.

Die David-Bowie-Spinne

Selbst Musikfans kommen hier auf ihre Kosten. Zugegeben, besonders die von David Bowie, denn in einem Terrarium findet sich eine achtbeinige Riesenkrabbenspinne der Spezies Heteropoda davidbowie, die David-Bowie-Spinne. „Wissenschaftler sind auf die Namensgebung gekommen“, erklärt der Experte, der sich seit gut 20 Jahren als Hobby mit Spinnen beschäftigt. Und der noch eine weitere Überraschung für Laien parat hat. Dass ein Skorpion dermaßen nach Essig riecht kann man eigentlich nicht glauben. Szymon Przebinda holt einen kleinen Geißelskorpion heraus und tatsächlich, der Geruch von Essig schießt einem in die Nase. „Zu ihrer Verteidigung haben sie Wehrdrüsen entwickelt, die bei Gefahr ein stinkendes Abwehrsekret zielsicher bis zu 30 Zentimeter weit versprühen können. Das besteht größtenteils aus Essigsäure“, so der Aussteller.

Die Ausstellung ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Henrik Nitzsche

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